Also, da werfen wir doch mal einen Blick unter die Motorhaube dieser beiden beeindruckenden Duftmaschinen.
Der Blue Talisman von Ex Nihilo ist ja quasi der Bentley unter den Düften. Sehr exklusiv, technisch perfekt aber leider wieder mal sehr expensiv. Er riecht einfach nach „Ich habe mein Leben im Griff und besitze ein Loft in Paris“.
Ich glaube das Geheimnis hier ist das Akigalawood, auch wenn hier bei Parfumo komischerweise nicht gelistet. Ich erinnere mich es auch beim Testen in der Parfümerie herausgerochen zu haben...dächte ich zumindest.
Egal.
Akigalawood? Klingt wie eine seltene Pokémon-Karte, ist aber ein High-Tech-Stöffchen von Givaudan, mit dieser unfassbar cleanen, holzigen Schärfe ohne den muffigen Wald-Vibe.
Dazu kommen Birne und Ingwer, die so frisch sind, als hättest du sie gerade erst auf dem Luxus-Wochenmarkt geklaut.
Und jetzt kommt der Executor von Bujairami, der Rover im Vergleich, um die Ecke. Der Name klingt eigentlich auch eher nach einem Actionfilm aus den 80ern, in dem jemand in Zeitlupe vor einer Explosion wegrennt, als nach einem Parfum.
Und ehrlich? Genau so performt er auch. Während das Original mit der Birne eher elegant flüstert, schreit der Executor „HIER BIN ICH!“.
In den Inhaltsstoffen merkst du beim Bujairami, dass die Aussies hier nicht gespart haben, um die Haltbarkeit auf Steroide zu setzen.
Er nutzt ebenfalls diese Ambrofix/Ambroxan-Keule, aber er unterfüttert das Ganze mit einer ordentlichen Portion Moschus und einem Schuss mehr Synthetik, die ihn haltbarer macht als die meisten Beziehungen heutzutage.
Wenn du den morgens aufsprühst, riechst du abends beim Essen gehen immer noch wie ein frisch geduschter Gott, während der Blue Talisman sich schon vor Stunden diskret verabschiedet hat, war zumindest bei mir so.
Sillage-Check: Mit dem Original bist du der King im Meeting! Elegant, dezent und jeder merkt sofort „Oha, der Typ hat Geschmack“.
Mit dem Executor bist du eher der King im Club. Wenn du zu viel sprühst, finden dich Rettungshunde noch in drei Kilometern Entfernung.
Preis-Leistung: Das ist der Punkt, an dem es richtig wehtut. Ex Nihilo möchte für das Original so viel Geld, dass man kurz überlegt, ob eine Niere wirklich lebensnotwendig ist.
Bujairami hingegen haut den Executor für einen Preis raus, einfach WOW!!!
Bei dem musst du dir eigentlich gleich drei Flaschen als Backup holen, falls die Apokalypse kommt und du trotzdem gut riechen willst.
Mein Rat dazu wäre wie folgt.
Wenn du ein Date beeindrucken willst, das den Unterschied zwischen Seide und Kaschmir am ersten Griff sofort erkennt, dann nehme definitiv das Original!
Aber falls du einfach nur den ganzen Tag verdammt gut, so nach modernen Goldjungen, riechen willst, ohne die gefürchtete Privatinsolvenz anmelden zu müssen, dann musst du definitiv zum Executor greifen!
Und jetzt wirds noch etwas kreativ!
Falls du den Executor noch ein bisschen pimpen willst, ist Layering das Zauberwort.
Denn auch wenn der Duft von Haus aus schon diese ultra-moderne, fruchtig-holzige DNA hat, kannst du ihn ganz einfach und relativ günstig in verschiedene Richtungen lenken.
Hier sind meine drei Duft-Kombos, mit denen du ihn meiner bescheidenen Meinung nach, auf das nächste Level heben kannst.
1. Der Sandelholz-Schmeichler: Lattafa - Qaed Al Fursan White Edition
Das ist quasi der „Urlaub im Flakon“. Er ist cremig, holzig und hat diese weiche Sandelholz-Vibe, kombiniert mit Kokosnuss und Vanille.
Warum mit dem Executor? Die Birne im Executor trifft auf die Kokos-Sandelholz-Creme – das riecht dann nicht mehr nach „günstigem Dupe“, sondern nach einem 400€ Luxus-Sonnenschutz am Strand von Dubai und der kostet meist weniger als 20€.
2. Die Orangenblüten-Frische: Ferrari - Bright Neroli
Lass dich vom Namen nicht täuschen, das ist mein absoluter Geheimtipp. Er riecht nach purer, edler Orangenblüte und Bitterorange. Sehr spritzig, sehr sauber.
Warum mit dem Executor? Wenn dir der Executor im Hochsommer einen Tick zu dicht oder süß wird, haut der Bright Neroli die Tür sperrangelweit auf.
Das gibt dem Ganzen diese mediterrane Leichtigkeit, als würdest du in Italien unter Orangenbäumen Birnen essen. Den bekommst du auch schon für 30-40€.
3. Der Budget-Allrounder: Zara - Red Zara Temptation Sandalwood
Zara hat hier glaube ich eine Kooperationen mit Jo Malone, und das riecht man. Deren Sandelholz ist meistens sehr puristisch und trocken.
Warum mit dem Executor? Er nimmt dem Executor die laute Synthetik und macht ihn seriöser. Perfekt fürs Büro, wenn du zwar modern, aber nicht wie eine wandelnde Discokugel riechen willst.
4. Mein Favorit: Molinard - Fleur d'Oranger
Erstmal finde ich, dass Molinard dieses traditionelle französische Haus, leider oftmals einfach übersehen wird. Ihre Orangenblüte ist intensiv, leicht süßlich und sehr natürlich.
Warum mit dem Executor? Das gibt dem Duft eine florale Tiefe, die das Original so gar nicht hat. Damit kreierst du dir quasi dein ganz eigenes neues Extrait de Parfum.
Mein Layering-Tipp: Geh zuerst mit drei bis vier Sprühern vom Executor vor und nebel dich danach mit Sprühern von den günstigen Düften ein. Die dürfen ruhig großzügiger verteilt werden! Wie immer, viel hilft viel! ;-D