IsolaniIsolanis Parfumrezensionen

1 - 5 von 91
Isolani vor 3 Tagen 17
9.5
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

...nishinashinushi, schönst...
Wie wenn du die Felder
mit der Hand mähen würdest,
hektarweit,
in Demut
und innerer Versenkung.

Jetzt,
wo die ersten Fröste
nicht mehr weit sind
und du ein wenig
wehmütig
schauen würdest,
über das Land,
die Küsten
und die Meere,
unbefahren,
auch diesen Sommer wieder.

Alle Meere,
immer wieder,
unbefahren.

Die Erinnerungen
an diesen
schwächeren Sommer
sind jetzt nicht mehr
als die immer gleichen
nicht geweinten Tränen
über alle Schönheit,
alles Schweigen
und die Kindlichkeiten,
die uns - vor allem -
liebenswert
machen.

Der immer gleiche
Ablauf der Zeiten,
den nichts
zu
stören
vermag;
auch das Kleinste
hat einen
eigenen
Rhythmus.

Das letzte
Sandkorn,
dort auf deiner Wange,
schau,
in ihm
bricht sich
erinnernd
die Sonne
von Anfang August.

Ja,
es sind dies
besondere Zeiten
und die Ernte
ist kaum
der Rede Wert;
aus dem Vollen
gesät
blieben die Früchte
hinter den
Erwartungen
aller
Befugten.
Nur: war das jemals anders?

Sag´ schon,
kannst du dich erinnern,
dass es jemals anders war;
und weißt du noch,
als wir damals
zu dritt
jeden Weg
hätten gehen können,
für den
unsere Herzen pochten,
wir waren Geschwister
der Unbefangenheit
und trugen
klatschmohnrote Kleider
und tanzten
zur Musik von
Kate Bush.

Und wo sind wir gelandet ?

Sag,
Engel, sag.

Bevor du heute
hinausgehst,
heftest du dir
eine Nelke
an den Kragen.
Und aus dem
mohnroten Kleid
hast du
Verbände gewoben.


Jedenfalls -
soviel scheint klar -
das Wenige der letzten Zeit,
wird nicht reichen,
und vielleicht ist es
jetzt an der Zeit
die Sammlung
deiner Almosenschalen
mit weißem Salbei zu räuchern,
sie aufzustellen
hier und dort,
in den Bereichen
eines guten Willens
und
der einfachen
Weltschau.

Auf das sie
werden fassen können
die Gaben
die aus dem
Unerwarteten
kommen.
————————————-

Auch eine Gabe aus dem Unerwarteten ist dieses Parfum,
das für alle, die Blumendüfte lieben
ein wirklicher Höhepunkt im Feuerwerk der großen Anzahl
aller möglichen Düfte ist, unbedingt.

Von hoher Wertigkeit und leiser Raffinesse
trägt es sich wie eine zweite Haut,
wird Blütenblatt um Blütenblatt zum eigenen Körper,
und man wird nacheinander zur
Nishinashinushibirne,
zur hellblauen Hyazinthe
und zum behutsamen Maiglöckchen,
welches zur stillen Einkehr läutet,
wenn es gegen dreizehn Uhr geht.

Es ist weniger frisch als cremig,
grünölig und sogar leicht erdverbunden.

Es ist weniger laut als selbstbewusst;
so selbstbewusst, wie Blumen eben sind,
auch wenn sie vermutlich nichts
von all ihrer betörenden Schönheit wissen.

————————————————————


Du lässt dich
so schnell nicht
kleinkriegen
und ziehst den Bauch,
das Hüftgold
und deine
leichtfertig gemachten
Zusagen
ein
und zurück.

Natürlich erst,
nachdem
die Berufsgenossenschaft
lindgrünes Licht
gegeben hat.

Und so schaust du,
ob auch alle Blicke
auf dir ruhen
und hebst leicht
und kaum sichtbar
deine Hand,
auf dass es still werden möge
in der Arena
und alle achtsam
und ziehst noch kurz
hier und da
an manchen Stellen deines Trikots
damit es nicht zwicken
und einengen
und klemmen würde
in den Problemzonen
die dir auch schon so
fast immer einen Streich spielen
wenn du morgens
hauteng
aus dem Haus gehen möchtest
und wirfst mit einer
unerwartet anmutigen Bewegung
dein seidiges Haar nach hinten,
bevor du mit dem Trapez
allen Schwung der Welt holst -
hinauf,
und immer weiter hinauf! -

*

Und schlägst einen Salto mortale
ohne Netz und doppelten Boden.
Von einer Kuppel herab,
sechs Meter
über
Stein
und
Fels.
13 Antworten

Isolani vor 22 Tagen 13
9.5
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

...goldfliessendschillernd...
Wie wenn du dich manchmal
gar nicht wieder erkennst
weil du schwer zu handhaben bist
und wenn, dann nur,
weil du weißt, dass du das bist.
Du vergewisserst dich mehrmals täglich,
macht Faxen, kneifst dich,
striegelst das Fell gegen die Wuchsrichtung
und singst fromme Lieder.
Überall hängen Spiegel.

Wenn der Himmel bedeckt ist
redest du gerne mit dir selbst
und dabei ist dir der Klang der Sätze wichtiger
als ihr Inhalt,
nein, musikalisch bist du nicht,
kommst oft aus dem Rhythmus
und hast kleine Ohren,
wohl aber bist du immer etwas neben der Spur,
das wohl,
aber Erika, hömma, gezz ma´ ehrlich,
sach´ `ma:
wer ist dat nich?

Mit dir ist kein Staat zu machen,
kein Land, keine Stadt,
vielleicht reicht es in lichten Momenten
zu einem kleinen Dorf,
passender noch: ein Weiler.
Dort allerdings bist du wer;
wenn du dort das Haus verlässt,
ist jeder deiner Wege
von lichten Blumenwänden gesäumt.

Sanft wirkst du, sagen viele,
und du weißt davon,
und findest das gut,
weil du es nicht magst,
die Verzweiflung an der Welt
an eben der Welt
und an den Anderen
auszulassen.

Deine Meinung:
alles sollte herrlich sein.
Und schweben.
Überhaupt:
man sollte die Schwebenden schweben lassen,
stattdessen,
es ist wirklich furchtbar,
passiere ständig das Gegenteil,
man würde hinunter gezogen,
alles würde immer schwerer gemacht
und ewig werde ´rumgedoktert ,
mit Gewichten allenthalben,
die mehr und her geräumt werden,
auf das es noch schwerer werde,
immer noch ´mal drauf
und noch eins und noch eins.
Ist jetzt ´mal gut?

Während andere her räumen
räumst du unbeirrbar wieder weg
und läßt Gewicht um Gewicht
mit einem herrlichen Klatschen
in der Emscher verschwinden.

Instant Karma!
Hier und Jetzt!
Genau!

Verkühl´ dich nicht,
heißt es und:
der Tag ist kühler, als er aussieht,
und der Mond steht ungünstig
sagen wiederum andere
und finden das fürsorglich,
und für diese Fälle
hast du Wärmflaschen im Sortiment
und zudem die richtigen Antworten parat.

Auf die Frage zum Beispiel, wie es dir denn so geht,
sagst du manchmal,
wenn dir danach ist,
dass es viel zu langsam ginge
und du alle um dich herum
doof findest -
und dann musst du leise kichern.

Und die Anderen auch.

Im Grunde sind sie milde zu dir.

Und auf die Frage, wo du denn gewohnt hast,
sagst du:
„Ich habe dort gewohnt, meine Lebenseinstellung,
wo kleine Öfen ein ganzes Leben heizen konnten,
ich war so glücklich dort.
Und als ich nicht mehr glücklich war, bin ich gegangen."

Und dann, wenn du danach den Mund hältst,
kannst du an dieser Stelle punkten,
da wird es still, immer.
Bei diesen Worten: immer Stille!

Und Tränen.

Wieder und wieder geraten die Dinge durcheinander
und kaum etwas bleibt an seinem Platz,
und selbst die Absicht
aus einem X ein U zu machen
ist seit vier Stunden überholt.

(Du weißt ja nicht mal, wie man Essjuwie richtig schreibt)

Manchmal meinst du,
dass du verstanden hättest,
was es zum Beispiel bedeutet,
wenn dein Nachbar über Erhabenheit spricht,
auch wenn du seine Leidenschaften nicht teilst.

Stundenlang hörst du ihn
in der Nachbarwohnung auf seinem Akkordeon
die Hits von gestern und heute spielen,
und spätestens, wenn er lauthals zu „Atemlos“
atemlos mitsingt,
dass es durch die Wände schallt,
weisst du, was Leidenschaft bedeutet.
Auch wenn du sie, wie gesagt, nicht teilen kannst.

Immer erneut ernüchtert darüber
trittst du in guter Absicht hinaus
auf die hinter dem Haus liegende Terrasse
im Wissen,
dass dir heute doch wieder keiner applaudieren wird,
weil die Bewunderung jetzt Anderen gilt.

Du stehst im Türrahmen,
halb drinnen, halb draussen -
typisch für dich -
wie oft gab es das schon,
erinnerst du dich,
ach, hör auf!

Einst warst du doch zum Meisterschüler
der ungenutzten Möglichkeiten berufen
und hattest bis heute eigentlich damit zu tun,
als Hilfsschüler des Machbaren
durch dieses Leben zu kommen.

Immer auf der Suche
nach Möglichkeiten und Chancen,
die nicht nur weniger wurden,
sondern erst gar nicht entstanden,
drängten sich ständig diese Notwendigkeiten
und Pflichten in den Vordergrund -
die vollen Metaprogramme, rauf und runter,
du weißt darum
und kannst sie dennoch nicht auflösen;
auf einmal stand die Tür ein wenig offen,
nur einen kleinen Spalt,
durch den neben Dir
nur noch
ein Mäuschen
schlüpfen konnte.

„Und was nun ?“ fragte sie dich.
und zwinkerte dir zu,
und du wusstest,
was jetzt zu sagen war
und du sagtest:
„Nutzen wir den poetischen Raum.“
Und warst selbst erstaunt,
so eine klare Ansage
machen zu können.
———————————————————————————

Ein poetischer Raum öffnet sich auch hier,
durch „Ray - Flection“,
einem weiteren sehr besonderen Duft von Masque,
und auch der Name ist durchaus passend,
denn hier geht es um
die eingefangene Sonne und Frische,
um Mimosen, ach Mimosen!
und Veilchen -
wer kann da widerstehen...
Ein ganz zarte Anisnote über einer kühlenden Brise
auf sonnenwarmer Haut,
trotz einem Blinzeln eine klare Sicht
auf eine schöne Zeit
und zurückgeworfene Sonnenstrahlen,
eingefangen und liebevoll gebettet
in Holzschatullen -
für die nicht so leichten Zeiten,
die kommen werden.

————————————————————————————

Die Maus begriff sofort,
worum es hier ging
und begann damit,
die Wände zu bemalen.
Mit Kreiden in allen Farben
zeichnete sie die Sonnenstrahlen nach,
die sichtbar wurden,
rahmte, kringelte und herzte sie ein.

Laß sie machen, dachtest du
und hofftest,
sie würde
keinen Unsinn
machen.

Denn was ist von Mäusen
schon zu erwarten.











11 Antworten

Isolani vor 29 Tagen 19
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

...bis ins Brokatzimmer...
Wie wenn du
zu später Stunde
vor der Wohnung des Nachbarn stehst
und zaghaft
an der Tür klopfst
und dich wunderst,
dass dir so bald geöffnet wird
und du zögernd eintrittst
und murmelnd und kaum hörbar sagst:
„ich will auch gar nicht lange stören ,
ihr wundert euch vielleicht,
ich habe da was für euch…“
und einen Korb in der Hand hältst und ihn,
weil niemand sich anschickt,
ihn dir abzunehmen,
auf der Kommode
gleich links an der Wand
unter dem Tourposter der „Killers“ abstellst
und gefragt wirst,
ob du nicht kurz hineinkommen magst,
auf einen Sprung,
jetzt, wo du doch schon mal da bist,
auf einen Plausch,
zu so später Stunde!,
sonst lässt sich monatelang niemand sehen,
und jetzt: so eine Überraschung,
ja, nein, lass´ die Schuhe ruhig an,
man sei nicht so pingelig
und die Auslegeware zudem schon recht alt,
wirklich, man sehe sich ja überhaupt kaum noch
in letzter Zeit, in diesen Zeiten
da es doch eigentlich ruhiger zugehen sollte
und doch wieder jeder wie gewohnt zu tun
und seine Leistung „abzuliefern“ habe
weil der Laden ja laufen und der Rubel rollen müsse
und ob du dich hinsetzen magst,
du mögest bitte die Unordnung entschuldigen,
man hatte den ganzen Tag zu tun
und konnte ja nicht wissen,
dass da noch jemand kommt heute Abend,
wo es schon auf Mitternacht geht,
und draußen und im Haus bereits alles still sei,
man höre in dieser Stille ja förmlich
guantanamomäßig
jeden Wassertropfen fallen,
meine Güte!
und ob du es auch hörst
und natürlich reagiere man gereizt,
was denn sonst! -
„und das, genau das wollen sie erreichen,
ich sag’s dir, genau das !!
furchtbar“-
man werde noch übersensibel,
halte nichts mehr aus,
alles wäre einem einerseits zu viel
und dann auch wieder zu wenig
und wer denn, bitte, nicht alles zu allem
was zu sagen hätte,
„sag´mal ehrlich“,
und ob du das nicht auch kennst,
das, kaum ginge man einen Schritt vor die Tür
da gleich jemand käme,
der einem die Welt schon verbesserte
noch bevor man hätte danach fragen können
weil man ja eigentlich auch ganz zufrieden sei
mit dem, wie es jetzt ist,
man käme endlich mal zu den Dingen,
welche man sich seit dem dreizehnten Lebensjahr
vorgenommen habe -für später -und so…
und wie du so zuhörst
und moderntalkingmäßig eintauchst
in eine innere, unverdächtige Leichtigkeit
bekommst du rote Wangen und vergisst die Zeit
und plauderst deinerseits schüchtern daher
und wirst erst nach gefühlt drei Stunden
in deinem Redefluss unterbrochen
als es bereits dämmert -
gerade als du erklärst
ebenfalls davon gehört zuhaben,
dass der Hausmeister wohl jetzt
ein Bratkartoffelverhältnis
mit der letztens erst eingezogenen
alleinstehenden Dame mittleren Alters habe,
was man so erzählt,
genau wisse man es selbst auch nicht;
gut, man grüße sich,
wünsche sich einen guten Tag
und leihe sich hin und wieder
schon mal zwei Gramm Zucker,
einen Badezusatz oder das Horoskop des Tages aus,
das war's dann aber auch schon,
oft genug höre man charmant
über das eine oder andere hinweg,
denn man wolle sich da raushalten,
leben und leben lassen,
„jede Jeck es anders“ -
wie man so schön sagt,
und was da letzten Endes dran ist, an all dem -
man wisse es schlichtweg nicht,
ach, geheimnisvoll das Ganze…
und dann kommt mitten
in deinen Ausführungen die Frage
was denn wohl in dem Körbchen sei,
welches du mitgebracht hast,
man wolle doch ´mal in Ruhe nachschauen,
wo hast du es noch einmal hingestellt?,
man habe vorhin nicht so richtig hingesehen,
als man da so zwischen Tür und Angel
so eher hopplahopp beisammen stand,
lass doch mal schauen,
was du denn da Schönes mitgebracht hättest,
und du erzähltest etwas von milden Äpfeln,
weichen Kastanien, einem Herzensgruß in Gold
und gerade geschlüpften Blaumeisen,
welche ein neues Zuhause suchten,
und da du in wenigen Tagen
auf dem Weg in die große weite Welt seist
hättest du gemeint, sie, die Federleichten,
seien hier gut aufgehoben,
hier mangele es ihnen wohl an nichts,
und wenn sich denn auch die
pummeligen, ein wenig stürmischen
und poltrigen Kinder! -
ja, man muss es einmal sagen,
bei dem Lärm,
den man manchmal von ihnen
über die Flure hinweg höre -
wenn sie sich ein wenig vorsähen -
blieben die Flügelchen der kleinen Gefiederten wohl auch heil;
sie wögen jetzt bereits je dreizehn Gramm,
wären stubenrein, könnten sich gut benehmen,
hätten einige spaßige Kunststückchen zur Erheiterung aller drauf,
zirpen zu jeder halben und trillern zu jeder vollen Stunde
jeweils anderthalb Minuten - nicht zu überhören,
besser als jeder Wecker -
und wüssten auf Zuruf alle - ALLE Titel
vom „Weißen Album“ der Beatles zu singen,
ungelogen.

So ging es durch die Nacht,
es wurde heller,
es wurde Morgen,
es wurde ein neuer Tag,
und schließlich haben sie dann
die Vögel adoptiert
und ihnen andere Namen gegeben:
Doris, Mischa und Hallelujah;
bei dieser Namensgebung,
so meinten sie,
stünde der erfolgreichen Zukunft
und einer internationalen Karriere
nichts im Weg,
egal, ob als
Tierfilmer,
Bauchredner,
oder als Kandidaten
in der Küchenschlacht,
ja, da könne,
nein: da WERDE !
´was draus werden,
man habe es im Gefühl,
da alles richtigzumachen,
so rein aus dem Bauch ´raus;
und so hattest du es dir
doch schlussendlich auch
vorgestellt und gewünscht,
und deswegen konntest auch du dir
in diesem einen stillen Moment,
morgens um acht Uhr neununddreißig
bei Nieselregen
und sich
anbahnenden Begeisterungsstürmen
ebenfalls ganz sicher sein,
das Richtige
gemacht
zu haben.

Der nächste Gang,
der nächste Lebensabschnitt -
du wolltest es so.

Edle Einfalt.
Stille Größe.

—————————————————————————


Blumen und Früchte
und
Werden und Vergehen
und
gute Geschichten von Blaumeisen
und Zweifel an allem,
ja,
gut,
es mag das alles vergehen,
irgendwann, na klar,
und es soll ja letztendlich
auch so sein,
jedoch jetzt nicht
und auch in den nächsten zehn Stunden nicht.

Superstitious ist ein wuchtiges und intensives Parfum,
welches eine besondere Passform fordert,
das nicht leise
jedoch zärtlich und poetisch ist,
und damit es passt,
sollte das eng geschnittene Zirkusjäckchen,
das durchaus schwarz sein darf,
(mit goldenen Paspeln)
keine Falten werfen.

Der erste Eindruck ist der von frischem, saftigem Pfirsich,
obstig und prall
und je nach Witterung oder Luftfeuchte
auch kaugummikugelmäßig,
ja, vielleicht auch ´mal quietschig wahrgenommen,
na gut,
das allerdings nur kurz
und auch nicht bei jedem Tragen,
ein, zwei Minuten vielleicht,
dann legt sich das
und es blühen auf
die feinen Blüten,
voll und offen,
von hier bis ins Brokatzimmer
und von Minute zu Minute neu
und sich beständig wandelnd
und besonders raumgreifend,
und sie bleiben,
Stunde um Stunde!,
verschwenden sich
und eine jede ruft:
„Ja, ich will das!
Unbedingt, ich erkenne mich“,
und diese fast morbiden Blüten
in opulenten Gebinden,
sind von einem samtigen Tiefrot
und einem fahlen Lila
und einem warmen Weiß
und ganz vielen Nuancen dazwischen,
Blüten, die selbst auf einem Trauerkranz
noch freudig und beschwingt (das auch!)
und süßmelancholisch
von der Schönheit in allen Momenten erzählen können,
und auch, dass zur Schönheit,
wenn sie erste ernste Risse bekommt,
die Bitterkeit gehört,
Blüten,
welche sich aufreihen wollen
und doch niemals nur zu fassen sind;
in einer kleinen ewigen Kapelle,
das Licht
und den Atem der Welt
wie eine verheißungsvolle
Sonnenwand
aus Sternenstaub stehen sehen.

**

Weil
nichts
wirklich
vergeht.


Na ja.






14 Antworten

Isolani vor 3 Monaten 13
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

...wo wir gerade darüber sprechen, sag´Herzchen...
Wie wenn es diesmal
ganz woanders hinginge
und du natürlich
selbst darauf
gut vorbereitet bist
weil deine Taschen bereits gepackt sind
für jeweils andere Ziele
und sanftere Reisen
die da anstehen könnten,
denn du hast Übung darin
und du dich sowieso leiten ließest
vom Wehen eines milden Windes
und dem warmen Regen
der auf dich fällt
und der sich -
wie du -
dem Sommer verschrieben hat
und auch nur
hier und jetzt
seine Berechtigung hat.

Wenn es sonst am Himmel
nichts gäbe,
an dem du dich orientieren könntest:
Zeppeline,
fliegende Hüte,
Störche,
Chiffonschals,
leichtfertig hinweggeweht,
das Raumschiff Orion ( mit Vivi Bach ),
eine kleine Blaumeisenfamilie,
den Schneider von Ulm - selig -,
die feinen Blütenstaubvorkommen,
die schwebenden Musiknoten,
die leichtfertig hingeworfenen
Durchhalteparolen…
und anderes mehr, ja,
dann vertraust du eben
auf einen milden Wind
und warmen Regen
und fühlst dich jederzeit,
selbst in Bad Melsungen,
morgens um drei Uhr achtzehn,
wie in jenem Regenwald
deines Vertrauens,
zu dem dir seinerzeit
das jüngste der Blaumeisenkinder
Zugang verschaffen konnte
( es musste ein wenig schummeln,
kokett, wie es sein kann,
erzählte es dem Wächter
eine verrückte Geschichte
vom Gelingen,
wie nur die kleinen Vögel sie verstehen);
und da hat der Wächter
eben
alle Fünfe
gerade sein lassen,
hat gesagt:“komm egal,
ich schau jetzt mal kurz nicht so genau hin…“


Und du sagtest:“Genau“
und „sei’s drum“
und lächeltest
und hattest die Absicht
dem Alleskönner
ein weiteres Versprechen
für deine nächsten Zeiten
abringen zu wollen,
und das,
obwohl du weißt,
du weißt es genau!,
dass eben das nicht geht,
weil er nicht
mit sich handeln lässt,
niemals,
weil:
es ist nicht leicht
der Alleskönner zu sein!

Wie oft hat er dir
in den stillen Stunden
geduldigst die Spielregeln erklärt,
und da schien alles ganz simpel,
und du neigtest ihm dein linkes Ohr zu
und warst fast sprachlos
zu hören,
dass und wie doch
die Dinge im Grunde
ganz
einfach
sind.

Dennoch,
wie das so oft ist:
in das linke Öhrchen ´rein
und
durch das rechte
wieder ´raus.
Wer kennt das nicht.

Sag´ Herzchen,
wo wir gerade drüber sprechen,
eine Frage:
wen nimmst du dennoch mit
wenn bereits die ersten Etappen
nicht als sicher gelten
wer ist da,
wenn du hinter dich greifst
mit deiner rechten Hand
nicht sehend
sondern tastend
und spürend und führend,
bis jemand diese Hand greift -
weißt du denn
wer das sein mag, na?

Welche Lieder werden gesungen
welche Messen gehalten
welche Geschichten erzählt
und wer hört zu,
da auf dem großen Platz
der sonst gesäumt ist
von Ständen
mit allerlei Tand
und Zeugs und Gedöns?

————————————————

Ein Duft,
wie in regenleichter Luft
ölig sich verbreitend,
auf das er hielte Ewigkeiten,
auf das er umhüllte
mit Blattblumennoten,
welche nur
am anderen Ende dieser Welt
zu finden sind.

Wundervoll komponiert,
kleine Bananenkinder wollen Aufmerksamkeit
und für eine nur ganz kurze Zeit,
fünf Sekunden vielleicht,
oder achtundzwanzig meinetwegen,
will ein Minisellerie zeigen
dass er mitmischt…

Blumiges sollte man mögen,
und auch eine gewisse Vorliebe
für mitteldezente Tuberose(n)
kann den Zugang deutlich
angenehmer
machen.

Ein neues Parfum,
welches so zeitlos ist,
dass es auch bereits
die Erwachsenen
in unserer Kindheit
getragen haben könnten.

———————————————————

Sag´ Herzchen,
wo wir gerade drüber sprechen,
welche Lieder werden gesungen
welche Messen gehalten
welche Geschichten erzählt?

Na?
10 Antworten

Isolani vor 4 Monaten 15
9
Duft
9
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7
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7
Flakon

…was verlustig gegangen scheint…
Wie wenn du
für Viele
hättest alles
sein können
und für die Wenigen
der Anfang
und
das Ende
einer kleinen Welt,
welche nur ganz kurz,
in einem schmalen Zeitfenster,
als hoffnungsvolle Aussicht
und
Heimat
gezeigt,
abgebildet
und erkannt
werden kann,
bevor das fahle Licht
alles
wieder
bis zur nächsten Umdrehung,
auf die du
Ewigkeiten warten müsstest,
unscharf stellt
und du
träumend in Träumen
und deshalb allein
und in mildem Sein
durch die näheren Straßen
in deiner Umgebung
gehst,
wandelst
und wirkst,
auf leisen Sohlen
und keine Spuren
setzend,
weil
da alles verlassen scheint
und du dich fragst
wo denn alle geblieben sind,
die du heute nicht
vermißt
und dir irgendwie
und trotzdem
doch
luftleicht ist,
weil du getragen
und geleitet wirst
vom Federflug dieses Augenblicks,
frei und unbelastet
wie die kleine Blaumeise,
kaum dass sie aus dem Nest fiele
und sich
kleine blaue Flecken holte,
die Meise,
gleich unter dem
noch unscharfen Schnabel,
sie sich schüttelte
und fröhlich
und mit einem feinen Trillern
davonflöge,
zum Nordpol
oder in den Dachstuhl
einer romanischen Kirche
irgendwo
in den Pyrenäen,
dort,
wo die kleinen gelben Züge
Richtung Mittelmeer
heimwärts fahren
und die Sonne
den Steinboden
farbig malt;
mit einem feinen Trillern,
welches ganz tief
aus dem kleinen Herzen käme,
das hundertzwanzig Mal
in der Minute schlägt -
ungelogen -
und dich doch
der eine oder andere
noch grüßte,
so im Vorbeigehen,
und leise Klangwolken
zu dir herüberziehen
und du etwas erkennst
und verorten kannst,
was lange her ist,
Ewigkeiten gar,
und das urplötzlich
in deinem Herzen
widerhallt
und sofort
einen kleinen Kieselstein
zum Rollen bringt
und dir in die Seele springt…
in diesen Zeiten,
in denen die Tage
aufgeladen sind
mit schwer lastender
süßerer
Sommerlichkeit,
Zeiten,
in denen du öfter einmal
während der Woche
alleine hinaufgehst,
wer hätte das gedacht,
dass es jemals
so kommen würde?
und du dich erst einmal
um dich selber drehst
um dich einzupendeln
und in den Rhythmus
und
in den
Gleichklang
zu kommen,
damit wenig Energie
verloren ginge
und die Kräfte dort blieben,
wo sie irgendwann einmal,
im späten September,
gebraucht werden würden,
wenn das Laub fällt
und mit ihm
die Nester,
die allen zu klein
geworden sind;
ähnlich
der letzten
abgegriffenen
und ins Leere
geworfenen Münzen,
die zu keinem Pfand
mehr taugen
und nach denen sich
auch niemand mehr bückte
und die
viel zu leichtfertig
verspielt worden wären -
wie das so oft geschieht -
um am Ende
mit nur wenigen Trümpfen
in der Hand dazustehen
und nur einer,
wirklich nur der letzten Möglichkeit
mit einem Netz
und doppeltem Boden
die eine Verwirrung
zu stiften,
welche ein Verschwinden
möglich
machen
könnte,
unbeobachtet;

mit kleiner Trauer um das,
was verlustig
gegangen ist,
die stillen Stunden,
die Zeit im Morgengrauen
das Schnurren.

—————————————————————————

Ein Duft
der schnurren lässt
und wohlig sein
wie ein nach innen gedrehter
Ganzkörperanzug
aus fahlgelbem Frottee,
wie die leicht verrauschte Aufnahme
eines Lieblingslieds aller Zeiten
auf einer C90 Cassette,
welche immer noch
ruckelfrei
abgespielt werden kann
und tönt
und frohlockt;
wie die zufällig entstandene
und doch wie durchkomponiert
anmutende Dunstwolke
weltlichen
und
spirituellen Lebens,
die nur das Gute erlebbar macht,
auf das es uns
ein paar Tage
oder
länger
durch diesen
Sommer
der
Fragen
leiten
möge.

Und dann, ganz einfach:
ein wundervolles Parfum,
welches Frauen betört
und Männer
zu
milden
Rittern
macht.

————————————————————————————


Die stillen Stunden,
die Zeit im Morgengrauen,
das Schnurren,
verloren meinst du?

Ja?

Ist das alles
nicht doch
noch auffindbar
in einer der vielen Taschen
deiner
hundertfach
geblümten
Weste,
welche du trägst,
wenn du
erkannt
werden
willst.



10 Antworten

1 - 5 von 91