Wie alles begann – Meine Reise in die Welt der Düfte
Meine Parfumreise begann damals in der Schulzeit.
Ich bekam mein erstes Parfum von meiner Großmutter geschenkt – und habe es natürlich maßlos übertrieben. Viel zu viel aufgetragen, viel zu stolz damit herumgelaufen. Aber genau dieses Gefühl, etwas Besonderes zu tragen, hat mich damals fasziniert.
Wenn ich bei meinen Großeltern zu Besuch war, durfte ich mir hin und wieder ein Parfum aussuchen. In der Schule wurde damit selbstverständlich angegeben – rückblickend wahrscheinlich etwas zu enthusiastisch, aber genau so entstehen Leidenschaften.
Richtig Fahrt nahm das Ganze auf, als ich zum ersten Mal 100 € Taschengeld im Monat bekam. Zwar musste ich mir davon alles selbst finanzieren, doch das Einzige, wofür ich konsequent Geld ausgegeben habe, waren Parfums. Drei bis vier Designer-Düfte im Monat waren keine Seltenheit. Und ja – ich habe die des Vormonats teilweise verschenkt, weil ich ernsthaft dachte, sie würden „kaputtgehen“, wenn ich sie nicht schnell genug benutze. Heute kann ich darüber nur schmunzeln.
Diese Phase hielt an, bis ich mein eigenes Geld verdiente. Interessanterweise verlor ich genau dann für eine Zeit die Begeisterung. Ich war überzeugt, ich hätte bereits alles kennengelernt. Was ich damals nicht wusste: Ich kannte nur die Auswahl aus lokalen Drogeriemärkten.
Jahre später wurde mir auf YouTube ein Video vorgeschlagen – ein Vergleich zwischen Designer- und Nischendüften. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, was „Nische“ überhaupt bedeutet. Dass es eine völlig andere Welt jenseits der üblichen Marken gibt, war mir schlicht nicht bewusst.
Ab diesem Moment begann ich erneut einzutauchen – nur dieses Mal deutlich tiefer.
Mein erster Nischenduft war Xerjoff Accento, damals noch im samtbezogenen Flakon. Ich erinnere mich noch genau an das Unboxing. Die Haptik, das Gewicht, die Verarbeitung – all das war eine Erfahrung, die ich so nicht kannte. Und als ich den Duft zum ersten Mal aufsprühte, wurde mir klar, dass ich Parfums bis dahin nur an der Oberfläche erlebt hatte.
Mir wurde bewusst, was Duft wirklich sein kann – welche Wirkung er auf die eigene Wahrnehmung hat und welche Tiefe und Komplexität möglich sind.
Seitdem habe ich mich durch viele bekannte Nischendüfte getestet. Einige davon finden sich in meiner Sammlung hier auf Parfumo – auch wenn ich sie zugegeben nie wirklich aktuell gehalten habe. Aber das kommt noch.
Mittlerweile habe ich meinen Geschmack etwas klarer definiert.
Ich liebe dunklere, tiefere, komplexe Kompositionen. Ob süß, fruchtig, ledrig oder holzig – entscheidend ist für mich die Struktur und die Tiefe. Ich würde wahrscheinlich sogar im Sommer einen schweren, dunklen Duft tragen. Gleichzeitig gehört aber auch ein gewisser Respekt gegenüber den Mitmenschen dazu.
Was als jugendliche Begeisterung begann, ist heute eine echte Leidenschaft geworden. Ich sehe mich nicht als Experten, sondern als jemanden, der gerne lernt, ausprobiert und immer wieder neu entdeckt. Ein „Normalo“, der irgendwann angefangen hat, genauer hinzurieschen – und dabei ein bisschen ins Nerdige abgerutscht ist.
Langfristig träume ich davon, einmal meine eigene Parfümerie zu führen – mit einer Beratung und einem Erlebnis, das so persönlich und ehrlich wie möglich ist. Bis dahin möchte ich meine weitere Reise des Entdeckens, Lernens und Experimentierens hier mit euch teilen.
Ich freue mich darauf, euch auf meiner weiteren Reise durch die Welt der Düfte mitzunehmen und diese Leidenschaft mit Gleichgesinnten zu teilen.
Verbena vor 3 Tagen

