Zugegeben, bei dem Namen musste ich zuerst an das berühmte Theater in Londons Stadtteil Chelsea denken. Doch wollen weder ein Theater-, noch ein Gerichtssaal zu diesem florale Parfum passen. Hier finde ich mich geruchlich eher in einem Englischen Garten wieder
Eröffnet wird Royal Court von einer dezent seifigen Zitrusnote, welche gut 10 Minuten den Ton angibt. Hier ist der Duft noch am ehesten maskulin.
Der Übergang in den Mittelteil ist fließend und der aufkommende Blütenakkord ist wundervoll weich, nicht all zu süß und sehr ausgewogen. Solche Herznoten kenne ich eher von klassisch blumigen Damenparfums und nicht gerade aus dem Herrensegment.
Der Duft klingt dann pudrig und wie ich finde, auch etwas holzig aus.
Die Haltbarkeit ist im oberen Mittelmaß anzusiedeln und der Duft bleibt eher körpernah.
Ich würde Royal Court Unisexpotential zur Last legen. Ob er schuldig im Sinne meiner Anklage ist, muss jeder wohl selbst in Erfahrung bringen.
Bisher macht es sehr große Freude, mich mit dieser Marke zu beschäftigen und es zeigt sich einmal mehr, dass gute Parfums nicht immer im oberen Preissegment angesiedelt sein müssen.
Habe im Augenblick des Erscheinens deines Kommentares einen neuen Duft von Anglia eingereicht. Bin über Anglia gestolpert, da sie vor Jahren Düfte von Crown Perfumery übernommen haben. (Anm.: Royal Court = Königshof)