Mein erster Eindruck kurz nach dem Aufsprühen: Muskatblüte, Muskatblüte, Muskatblüte. Kommt mir sehr bekannt vor, riecht aber schon edel und männlich - wer erinnert sich noch an die "dunhill edition"? Das Alpenveilchen, das man am Anfang schon ahnt, tritt deutlicher hervor, im Duett mit Zedernholz, um schließlich einem würzigen Marine-Akkord ("Aqva" von Bulgari lässt ein wenig grüßen) den Weg zu bahnen, untermalt durch ein wenig Moschus, Patschuli und Eichenmoos. Dies so in aller Kürze meine sinnlichen Wahrnehmungen.
Dieser Duft erfindet das Rad nicht neu - aber das habe ich von Annayaké auch nicht erwartet. Dort bekommt man sehr gut tragbare Düfte geboten, die aber ein Potpourri von Altbewährtem bilden und den Schwerpunkt darauf setzen, dieses möglichst harmonisch miteinander zu kombinieren. Es ist ein konservativer Businessanzugs-Duft für Männer zwischen 40 und 60, die auch die zwar wenig innovative, dafür aber makellose Performance von "Bleu" (Chanel) zu schätzen wissen. Clean zwar, aber nicht unbedingt trendy. Harmonisch, abgerundet und edel, aber eher ein schlanker Duft. Den Preis riecht man auch; und wer darauf großen Wert legt, kann mit "Love for him" eigentlich nix falsch machen. Dass er bei mir kein Kaufkandidat wird, weil ich bewusst und gerne das Risiko eingehe, mit einem Duft, dem ich verfallen bin, bei anderen etwas falsch zu machen, ist eine andere Kiste.