Jeden Freitag war für mich Vatertag, ein erfreuliches Ereignis, denn dann kam mein lieber Papa zu Besuch.
Er wirkte auf mich immer wie ein englischer Lord, wenn er in seiner Barbour Jacke vor der Tür stand, den karierten Cashmere Schal lässig umgeschlungen - und an der Hand eine Tasche, prall gefüllt mit Leckereien - damit das schmale Töchterchen nicht verhungert, und mal etwas "auf die Rippen kriegt".
So rührend fürsorglich wie nur Väter sein können.
Ich packte entzückt Schmankerln wie Räucheraal, Nordseekrabben, Shrimps in Honigsauce, Mohnstriezel und Leonidas Pralinen aus. Für mich in des Wortes verwegenster Bedeutung ein " Schokoladentag ", denn mein überschaubarer Geldbeutel verbot mir derartige Gaumenfreuden.
Während wir schmausten und plauderten, nahm ich immer Papas anziehenden Duft wahr. Juchten.
Er ist sehr maskulin und lässig- elegant , und passte ausgezeichnet zu Papas Erscheinung.
Durch den herben Ledergeruch und das tiefe Eichenmoos hat er deutlichen Country Style - mit Knickerbockers und Reitstiefeln. Zitrische Noten geben ihm Frische dazu - und der Tabakduft erinnert an die langen Zigarren, die mein Vater immer nach unserem Mahl bedächtig paffte.
Es kehrte entspannende Ruhe ein, die die Gedanken belebte. Manchmal schenkte ich ihm einen guten Cognac ein, den er genießerisch trank, während wir philosophierten.
Diese Versammlung steckt auch in dem Duft, den ich mir heute mal wieder gönnte, und der mich mit Zärtlichkeit an unseren Vatertag denken ließ.