Würzige, holzige Zitrone schlägt mir sofort entgegen.
Jasmin? Ich weiss nicht.
Patchouli festigt das Ganze.
Was für ein toller, besonderer Duft.
Er will aber mal so gar nicht in die heutige süsse Synthetikwelt der gängigen Düfte passen.
Ein toller Chypre Duft, der nach seinem fast scharf-würzig-zitronigem Auftakt bald wärmer und runder wird.
Das ist echt toll gemacht, wie vermutlich der Amber den Duft etwas gefälliger macht, die anfängliche Schärfe nimmt. Dennoch bleibt er durch das Eichenmoos immer Chypre.
Ein sehr einzigartiger Duft, voller Kräuter und Gewürze.
Gerade in dieser Phase kann ich nicht verstehen, dass dieser Duft als Damenparfum konzipiert sein soll. Zu herb kommt er rüber.
Come la Luna bleibt zu jedem Zeitpunkt ein erwachsener Duft, der einen Ebensolchen als TrägerIn voraussetzt. Klar dass dieser Duft bei einem jungen Geschöpf völlig deplaziert wäre.
Was mir super gefällt ist die Nähe zu Klassikern wie Aromatics Elixir/ Aramis 900.
Und wenn ich schon bei diesem Vergleich bin: Come la Luna bleibt dauerhaft viel würziger, herber, ja, nennen wir es durchaus “männlicher”.
Aber man sieht mal wieder: wie bei Jil Sander “Simply”, verschwimmen oft die Gendergrenzen.
Es sollte einen daher umso mehr anspornen, Düfte zu tragen, die einem gefallen und nicht welche, die einem zugewiesen werden.
Die Duftintensität ist ok, man penetriert nicht unbedingt die Nasen fremder Leute, aber dennoch wird man wahrgenommen.
Hab ich schon vom Flakon geschwärmt? Ein Traum in Gold.
Da fängt der Spass schon an.
Flakon bewundern - den kostbaren Inhalt aufsprühen - in aufrechtem Gang glücklich ins Leben hinaus…
Für mich ein Duft für das ganze Jahr, ich könnte mich nicht für eine Jahreszeit entscheiden.
Ein weiterer schöner Duft des Hauses Bois 1920.