... wie hier so viele meiner Lieblingsduftnoten zu etwas verarbeitet wurden, das mich nur enttäuscht. Byredo: so viele gute Parfüms! Baudelaire: so ein verheißungsvoller Name! Leder, Weihrauch, Patchouli, Amber: so viel Vorfreude!
Und dann das: Bis auf den Kümmel zu Anfang (ich hasse Kümmel!) riecht es breiig. Es riecht warm, etwas animalisch vielleicht sogar, und, woher kommt das bitte?: Irgendwas riecht fettig. Davon wird mir leider übel. Der Duft hat sogar eine gewisse Tiefe, die sich im Verlauf aber nicht wirklich verändert. Irgendwas ist hier zu viel und stimmt nicht. Ich kann es leider nicht beschreiben, ich komme mit "Baudelaire", den ich als Dichter verehre, bedauerlicherweise nicht klar.
Ich kann mir "Baudelaire" unmöglich an einer Frau vorstellen. Es ist eher was für den wenig anspruchsvollen Herren ab 70, der klotzen statt kleckern will. Der Duft ist für mich das Äquivalent zu Tante Hildes Handtasche, also die Brieftasche von Onkel Heinz. Diese Art von Onkel Heinz übrigens, die zu dem unbeliebten Teil der Verwandtschaft gehörte, der einen, als man Kind war, immer umarmen wollte und einem dann in seiner Rasierwasserwolke schwarz vor Augen wurde und man schlussendlich selbst danach roch. Damals wie heute: Ich will es schnell abwaschen. Ausgerechnet ist der Duft aber recht anhänglich.
Es ist schon sehr lange her, als ich diesen Duft einem Test unterzog. Als fettig empfand ich ihn nicht. Er ist sehr stark rauchig und kühl. Stimme mit dir überein, dass er etwas für die ältere Generation ist. Das war auch mein damaliger Gedanke, dass ich ihn mir eher an sehr gereiften Herren vorstellen kann. Eine moderne Leichtigkeit versprüht er definitiv nicht. Wer auf klassische, oder sollte ich sogar „oldschoolige“ Düfte steht, mag vielleicht seine Freude daran haben und sollte ihn ggf. mal testen.