Wenn ich was von Cartier probiere, was ich meistens schon im Voraus, dass mich schwere Kost erwartet. Kunst auf höchstem Niveau, Feuerwerke der Komplexität, aber keine eingängigen Gute-Laune-Düfte, dafür Melancholie und ein Hauch von Ewigkeit. Selbiger Grund ließ mich zögern, Pasha wirklich zu kaufen; stattdessen probierte ich lieber die minzige Frische-Variante.
Und die erwies sich als wesentlich tragbarerer Alltagsduft als das Original. Zwar wird der Glanz ein wenig zum Abglanz - "Silber statt Gold". Doch gerade, dass Fraîcheur Menthe schwebt, während das Original breitbeinig auf dem Boden steht, gerade dass es von der Flüchtigkeit ätherischer Öle durchdrungen ist, anstatt dass sich die hundert Nuancen im Duftbaum vollends entfalten, macht seine eigene Qualität aus. Pinienharz und feine Hölzer, vermischt mit mediterranen Früchten und einem Hauch von Juchtenleder, geben ihm, was sonst eher atypisch für Cartier-Düfte ist - Transparenz und Leichtigkeit. Dabei bleibt die herbe männliche Würze, die so charakteristisch ist, als Ahnung erhalten - und das macht die wahre Meisterschaft dieses Fougère-Duftes aus, den jeder Fan von Pasha ruhig mal zum Vergleich schnuppern sollte.