Himalaya von Creed

Himalaya 2002

Naaase
20.05.2014 - 06:49 Uhr
Top Rezension
6Duft

Robbie besteigt die ersten 8.000

Robbie besteigt die ersten 8.000

Treffen sich zwei Yetis im Himalaya. Sagt der eine zum anderen: "Du, gibt's diesen Reinhold Messner wirklich ?"

So, und nicht anders, könnte es sich zugetragen haben, als nicht nur Reinhold Messner, sondern auch Robbie Williams einst den "Mount Everest"" bestiegen haben. Aber dazu unten mehr...

Der "Himalaya" ist ein Hochgebirgssystem in Asien zwischen dem Indischen Subkontinent im Süden und dem Tibetischen Hochland im Norden. Das Gebirge erstreckt sich auf einer Länge von rund 3000 Kilometern von Pakistan bis Burma (Myanmar) und erreicht eine maximale Breite von 350 Kilometern. Im "Himalaya" befinden sich zehn der vierzehn Berge der Erde, deren Gipfel mehr als 8000 Meter hoch sind. Darunter ist der "Mount Everest", der mit 8848 Metern Höhe über dem Meeresspiegel höchste Berg der Erde ist.

Und just diese Gebirgskette steht nun Pate für den heutigen Kandidaten von Creed. Denn im Internet erfahren wir:
"Creed Himalaya ist ein Duft voll rauer Männlichkeit und Stärke. Olivier Creed schuf diesen Duft zur Erinnerung an seinen kühnen Aufstieg auf die wundervollen aber auch tückischen Berge des Himalaya. Creed Himalaya erweckt die Kraft und Erhabenheit, die sowohl Mensch als auch Natur innewohnt. Der einzigartige metallische Flakon drückt unmissverständliches Selbstvertrauen aus und wurde von Erwin Creed entworfen, dem Parfumeur in der siebten Generation von Creed. Viele sagen, der Flakon erinnere an die Eisschicht auf einem Felsen, andere erinnert er an die Feldflasche eines Bergsteigers. Als strahlender, klarer Duft voll beflügelnder Frische lässt sich der 2002 geschaffene Himalaya von Creed beschreiben, welcher verborgene Bedeutungsebenen zu enthüllen weiß und durch seine verführerische Vieldeutigkeit jegliche Kategorisierungen hinter sich lässt.
Die Bergwelt Tibets inspirierte Olivier Creed mit ihrer reinen und elementaren Naturkraft. So lässt uns Himalaya an einer solchen Reise in die mystische Bergwelt teilhaben. Der silberne Flakon reflektiert glitzernd das Licht - wie der Schnee auf den höchsten Gletschern der Erde. Ein begeisterter Träger von Creed Himalaya ist Robbie Williams."

Oh, Pardon, nach dem nochmaligen Durchlesen der letzten Zeilen ist mir dann doch tatsächlich aufgefallen, dass der von mir musikalisch sehr verehrte Robbie Williams in seinem Leben wohl schon Manches bestiegen haben wird; nur: Berge des Himalaya waren wohl (noch) nicht dabei. Aber immerhin trägt er ja diesen Duft.

Und wie duftet Robbie Williams nun ? Zunächst einmal zitrisch: Eine saure Zitrone, eine noch saurere Grapefruit, eine Bergamotte und ein Mandarinchen begegnen uns zu Beginn unserer Erstbesteigung. Wir haben also das erste Basis-Lager noch nicht einmal erreicht und es wird schon ganz schön sauer für uns. Ich frage mich, ob so Eis, Kälte und Schnee riecht. Nun ja, irgendwie schon. Aber irgendwie auch nicht. Da hätte ich mir mehr etwas in Richtung Chanel's "Egoiste Platinum" gewünscht. Dort wird nämlich -entsprechend dem Namen dieses Duftes- zumindest das Thema "Kälte", wenn auch bezogen auf das bereits aus seinem Namen ersichtlichen Edelmetall, nach meiner Auffassung sehr gut umgesetzt. Hätte womöglich auch gut zum Himalaya gepasst. Oder auch Minze. Sei es jetzt in Form einer grünen Minze oder auch einer Pfefferminze. Diesen Effekt kennen wir doch von täglichen Zähneputzen. Dieses "kalte Frische-Gefühl" wird so trefflich in Heeley's 2006 erschienenen "Menthe Fraîche" erzeugt. Als weiteres Beispiel kennen wir Jean-Claude Ellena's "L'Eau d'Hiver" aus der (Autoren-) Reihe "Editions de Parfums de Frédéric Malle". Jenes (u.a. mittels Angelika) -und auch die bekannte "Molecule"-Reihe- ahmen den natürlichen Geruch kalter Luft trefflich nach. Nun gut. Vielleicht kommt da ja noch was in diese Richtung.
Am Basislager dann endlich nach einem anstrengenden Aufstieg durch Eis und Kälte angekommen begrüßt uns Wacholder. Einem der Kommentare konnte ich entnehmen, dass am Fuße des Himalaya tatsächlich Wacholder wachsen soll. Dann finde ich das schon wieder eine gute Idee. Zudem gibt dieser Wacholder in der Tat diesem Duft eine kühle Note. Zudem würzig unterlegt durch milden Pfeffer. Es tritt auch etwas Erdig-Krautiges hinzu. Ein rascher Blick in die Duftpyramide verrät uns, dass dies Vetiver sein muss. Hätte ich nicht erkannt.
Am Gipfel angekommen bleibt die erfrischende Grund-Tendenz erhalten. Wir schlagen das Gipfelkreuz in den Schnee: Es ist aus edlem Sandelholz. Würziger Moschus versüßt uns den schier endlosen Ausblick über die Bergwelt des Himalaya.

Mein Fazit:
Es ist der Versuch erkennbar, mittels Düften das Bild von Eis und Kälte zu kreieren. Das scheint mir nur leidlich gelungen: Creed's "Himalaya" ist zweifelsohne ein erfrischender Duft mit natürlichen Zutaten für den Sommer. Aber da steht er ja nicht alleine. Aber der "Mount Everest" unter den gefühlten 8.000 Sommerdüften ist er nicht.
2 Antworten
DuftJunkieDuftJunkie vor 12 Jahren
Toll erkannt. Dieser Duft ist weder ein Yeti noch ein Reinhold Messner unter den Spitzenparfums. Nur ein Mount Everest, was den Preis anbelangt. Eine der lehrreichsten Investitionen meines (olfaktorischen) Daseins :-)
YataganYatagan vor 12 Jahren
Pokal für den Eingangssatz und den ganzen Rest. :))