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Potion Blue Cadet von Dsquared²

Potion Blue Cadet 2013

Chnokfir
26.06.2013 - 00:45 Uhr
9
Hilfreiche Rezension
8Duft 7.5Haltbarkeit 5Sillage 7.5Flakon 8Preis

Gut gelaunt am Kleinhesseloher See

„... und mein Vater hatte einen weissen Kadett!“ Genauer gesagt einen weissen Opel Kadett B LS Dreitürer. Jahrelang ein eingefleischter Käfer-Fahrer brauchte die Familie mit Geburt des Kommentatoren eine Familienkutsche mit Kofferraum. Also wurde Anfang der 1970er Jahre der besagte weisse Kadett angeschafft und meine Eltern loben ihn noch immer als ihr erstes Auto mit einer Heizung, die diesen Namen auch verdient. Welche Assoziationen einen Menschen doch überkommen, wenn er den Namen eines Parfums liesst. Doch was will uns nun Dsquared mit „Blue Cadet“ sagen? Ist es eine Anspielung auf einen unglücklich verliebten und deswegen traurigen Leichtmatrosen fern der Heimat? Eine Anlehnung an männlich-aquatische Düfte a la „Old Spice“ mit dem Seefahrer-Flair vergangener Generationen? Aber nähern wir uns dieser Frage über den Duft...

Der Flakon ist gegenüber dem klassischen Potion gleich geblieben, lediglich der kleine Aufkleber mit der Inhaltsangabe wurde dem Duft angepasst und die Farbe des Parfums und des Kartons in ein sattes hellblau geändert. Das ist nicht sonderlich einfallsreich, doch wenn man eine Duftfamilie erschaffen möchte ein durchaus probates Mittel, zumal der kantige Flakon mit dem schwarzen Knöpke zeitlos schlicht und schön ist und gut in der Hand liegt. Ich mag ihn.

Der Duft startet frisch, zitrisch, mit präzisen Noten der Manderine und Grapefruit, die klar fruchtig schmecken ohne dabei an künstlichen Aromen diverser Limonaden zu erinnern. Herbe und holzige Noten folgen und bilden einen schönen Kontrast, ohne dass ich die einzelnen Bäume benennen könnte. In der Basis finden sich eine weiche Tonka und ein angenehmer, zurückhaltender Moschus.

Ich mag diesen Duft, verbindet er die aktuell angesagten Frucht-Noten mit klassischen Holz-Akkorden und einer wohlig warmen Basis. Das ist nicht besonders aufregend oder gar spannend, ihm wohnt kein sonderlicher Zauber bei, ist aber doch angenehm zu tragen. Nicht nur als frisch-fruchtiger Sommerduft, sondern auch an kühleren Tagen durchaus empfehlenswert. Dabei ist die Silage nicht zu aufdringlich, aber doch entspannt präsent. Die Haltbarkeit erstreckt sich locker über einen ganzen Arbeitstag und, was ich bemerkenswert finde, die Kopfnote macht dabei nicht schlapp, sondern gibt seine frischen und fruchtigen Komponenten gleichbleibend wieder. Die einzelnen Noten sind dabei sehr ausgewogen und harmonisieren schön miteinander. Eine sichere und angenehme Bank für den harten Büroalltag. Lässt die Kolleginnen zwar interessiert an einem schnuppern, ein *Grrrrrr* bleibt jedoch aus.

Der Duft passt somit ganz klar nicht zu einem 70er Jahre Opel Kadett-Fahrer. Auch nicht zu kantigen Seefahrer-Typen, die männlich-maritime Düfte vergangener Zeit wie „Old Spice“ bevorzugen. Eher schon zu entspannten Freizeitkapitänen auf dem Steinhuder Meer oder familiären Wochenend-Tretbootfahrern auf dem Kleinhesseloher See im Englischen Garten. Ganz sicher aber zu allen Kollegen, die im Büro gerne unaufgeregt und dezent riechen möchten. „Potion Blue Cadet“ ist klar ein leckerer Gute-Laune-Duft für den ganzen Tag, jedoch aber ganz bestimmt kein Zauber- oder gar Liebestrunk.
1 Antwort
SisyphosSisyphos vor 12 Jahren
Es muss ja nicht immer die große, weite Welt sein - schöner Kommentar.