Dieser Kadett ist nicht blau, sondern noch grün hinter den Ohren!
Diesen Sommer mal kurz auf dem Teststreifen gerochen und sofort als lahm und zu beliebig für einen Hauttest abgetan. Aber da er eine der größeren Neuerscheinungen des Jahres im Designer-Bereich bleibt, wurde nun im Frühherbst der Test dieser Sommerversion nachgeholt. Und leider festigte sich der langweilige Eindruck aus dem Sommer nur.
Es ist ein netter Allerwelts-Duft. Erinnert an I Am King von Sean John, Ed Hardys Love & Luck und vor allem wie ich finde Millesime Imperial. Richtig kopieren tut es keinen, richtig was gut macht es ebenfalls nicht. Auch von der Potion DNA ist hier noch nichtmal mehr verstümmelt etwas zu erahnen. Ich will den Duft keineswegs zerreißen, dafür ist er zu grundsolide. Aber irgendwie hapert es für mich an allem Ecken und Enden und ich wäre zeitweise fast weggedöst bei diesem Büro-Lahmy!
Er beginnt zitrisch mit einer schönen Mandarinen-/Grapefruit-Kombi. Genau wie in I Am King nur etwas natürlicher, aber dafür flacher und mit weniger Eis und Prickeln. Dann sollen die Hölzer und Tannen ins Spiel kommen und den Duft grüner, männlicher und holziger machen. Aber bei mir stellt sich nur ein etwas herberer, salzigerer Meeresakkord ein. Ein Unterwasserwald sozusagen. Dieser feuchte Wald verliert dann immer mehr an Strahlkraft, bis nur noch ein paar sporadische Zedern im Raum stehen, die mit undefinierbarer Süße den Duft genauso langweilig abschließen, wie er die meiste Zeit lief. Da war die Kopfnote ja noch ein richtiges Duftfeuerwerk gegen.
Haltbarkeit: 6 Stunden Sillage: sommerlich und luftig Flakon: gewohnt handlich
Definitiv der mit Abstand schwächste Duft der Potion-Reihe, nachdem das Original und Royal Black durchaus gelungen sind. Ein blau-aquatisch angehauchter Potion war aber auch von vorne herein eine ziemlich Schnapsidee!