Amber of Yemen von El Nabil

Amber of Yemen

Legga
18.09.2024 - 09:59 Uhr
4
8Duft 8Haltbarkeit 6Sillage 7Flakon 10Preis

Das Herz auf dem Kopf

Herbstregen, rauer Haudegen, Patchouli und Amber, so wird der Duft in Rezensionen bisher beschrieben. Die Statements geben weiteren Input, loben das Parfumöl einerseits aufgrund des Preises von 3€ auf 5ml, andererseits davon unabhängig für einen tollen orientalischen Duft. Manche betiteln das Öl sogar als "Kracher" mit langer Haltbarkeit und guter Sillage. Nun... bei 3€ verliert man nichts denke ich mir; das Budget ist diesen Monat zwar schon ausgereizt, aber es sind halt auch echt nur 3€. Bestellung ging also raus.

Was habe ich mir erwartet: einen angenehmen, vielleicht auch kuscheligen Duft, Amber mag ich schließlich und die ersten Herbsttage haben den Regen bereits gegen das Fenster prasseln lassen. Perfekte Bedingungen also.

Was habe ich bekommen: der Flakon wird in einem kleinen silbernen Karton geliefert - eine Mogelpackung ist es in jedem Fall nicht. Der Flakon ist ziemlich süß und passt in jede Hosentasche. Der goldene Schraubverschluss wirkt recht billig und hat einen Plastik "Edelstein" auf der Kappe. Auf dem Glasflakon steht in einfachen Lettern Name und Marke, dahinter blickt man auf eine braun-rote recht ölige Flüssigkeit. Aufgetragen wird das Öl mittels roll-on.
Ich kann mir vorstellen, wie der Flakon zwischen Goldmünzen liegt, als Teil eines orientalischen Schatzes in einer Verfilmung von 1001 Nacht - aber mit einem 80er Jahre-Plastik-Vibe. Kann man schon machen, sieht auch ganz putzig aus in der Sammlung.

Der Duft: orientalisch, ein wenig(!) süß, Holz, Amber, blumig. Ich rieche keine Rose, frische Bergamotte rieche ich ebenfalls nicht. Gefühlt startet der Duft in der Basis und setzt sich das Herz auf den Kopf.
Kaum auf der Haut muss ich grinsen. Im ersten Moment fühle ich mich an № 02 - L'Air du Désert Marocain Eau de Toilette Intense erinnert. Darauf war ich nicht vorbereitet und meine Freude ist groß, denn No2 mag ich sehr. Klar: Amber of Yemen ist nicht derart komplex wie LAdDM und die Sillage ist geringer - die Duft-DNA jedoch ist die Gleiche. Hinzu kommt, dass Amber of Yemen tatsächlich ein bisschen rauer, unzugänglicher, weniger weich wirkt. Nicht ganz rund könnte man sagen, aber gefühlt soll er das auch nicht sein und genau das macht den Duft sympathisch. Mir zumindest, denn ich kann mir gut vorstellen, dass das Öl einigen Leuten als anstrengend erscheint.
Nach fast 7h Tragezeit habe auch ich mich etwas satt gerochen. Abwaschen werde ich ihn nicht, aber nachrollen ebenfalls nicht. Kein Duft für jederzeit also.

Die Haltbarkeit ist gut, nach dem Händewaschen und duschen riecht man ihn noch ganz leicht. Ansonsten hält er einige Stunden, strahlt jedoch nicht besonders weit. Die in einigen Statements gegebenen 10 Punkte an Sillage kann ich also nicht nachvollziehen. Parfumöle projizieren generell nicht so stark, denn ohne den Alkohol wird auch weniger Duftstoff verdampft. Für mich ist das nicht schlimm, möchte ich einen weitreichenden Dufteindruck verbreiten, sprühe ich lieber andere Parfums.

Fazit: haben sich meine Erwartungen erfüllt? Nein, nicht wirklich, dafür ist der Duft zu speziell. Bin ich deshalb enttäuscht? Kein bisschen! Für den Herbst ist Amber of Yemen ausgezeichnet. Es ist kein Duft für jeden Tag, jedoch auch nicht für die schicken Abende. Für daheim, die Freizeit und die Kneipe bestimmt super. Empfehlung? Ja sicher!

1 Antwort
ShamusShamus vor 1 Jahr
Drei Euro? Ich hab fünf bezahlt, so ein Wucher. 😉
Die Sillage ist wirklich eher schwach, aber die Haltbarkeit war auf meinem Unterarm abnormal. Ich habe recht großzügig rumgerollert - das Zeug (zumindest die vanillige Basis) hat mich 4 Tage begleitet und drei Duschgänge überstanden.