№ 02 - L'Air du Désert Marocain 2005 Eau de Toilette Intense

№ 02 - L'Air du Désert Marocain (Eau de Toilette Intense) von Tauer Perfumes
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Platz 32 in Unisex-Parfums
8.5 / 10 1605 Bewertungen
№ 02 - L'Air du Désert Marocain (Eau de Toilette Intense) ist ein beliebtes Parfum von Tauer Perfumes für Damen und Herren und erschien im Jahr 2005. Der Duft ist würzig-orientalisch. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Es wird noch produziert. Der Name bedeutet „Die Luft der marokkanischen Wüste”.
Aussprache
Gut kombinierbar mit Grand Soir
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Duftrichtung

Würzig
Orientalisch
Holzig
Harzig
Rauchig

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
KreuzkümmelKreuzkümmel KorianderKoriander PetitgrainPetitgrain
Herznote Herznote
ZistroseZistrose JasminJasmin
Basisnote Basisnote
AmbraAmbra ZedernholzZedernholz VetiverVetiver

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.51605 Bewertungen
Haltbarkeit
8.71378 Bewertungen
Sillage
8.11346 Bewertungen
Flakon
7.71240 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.6563 Bewertungen
Eingetragen von Kankuro, letzte Aktualisierung am 16.04.2024.

Rezensionen

87 ausführliche Duftbeschreibungen
9
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
8.5
Duft
Pollita

344 Rezensionen
Pollita
Pollita
Top Rezension 55  
Über Kunst und Tragbarkeit
Ist man eine Weile Teil dieser Parfumo-Community, so landen eines Tages, ob man will oder nicht, auch Tauers Wüstendüfte im Briefkasten. Das ist nicht verwunderlich. Gehören sie doch in diesem Universum zu denjenigen Düften, die als die Stars schlechthin im Unisex-Sektor gehandelt werden.

Ich bestätige selbstverständlich die Eindrücke vieler Vorgänger, die zu diesem Duft bereits Kommentare und Statements geschrieben haben. Dieser Wüstenduft von Andy Tauer ist große Kunst. Er ist vielschichtig, er hat eine unbeschreiblich schöne Projektion, es gibt aktuell für meine Nase keinen Vergleichsduft und – was ein Parfum der Spitzenklasse für mich auch ausmacht – er lässt sich nur schwer in einzelne Noten aufdröseln, da das alles sehr, sehr gut zusammenpasst, was Andy hier zusammengemischt hat und ein wunderbares Gesamtbild abgibt.

Trotzdem habe ich meine Schwierigkeiten mit diesem Kunstwerk, denn ich halte es schlichtweg für nicht tragbar. So wundervoll dieser Amberduft, gewürzt mit meinem geliebten Koriander, dem oft sexy-sinnlich anmutendem Kreuzkümmel und der wunderbaren Jasminblüte in der Projektion auch wahrgenommen wird, so unerträglich ist er für den Träger. Geht man mit der Nase direkt an die besprühte Stelle, rieche ich nichts von alledem, sondern einen Mix aus Lack, Gummi und übelster Synthetik, unter der diese traumhafte Amber zwar irgendwo zu erahnen ist, jedoch maximal in meiner Phantasie auch tatsächlich da ist. Nach vielen Stunden wird das irgendwann besser, aber das dauert. Wie, um Gottes Willen, soll man das tragen? Ja, in meinen Träumen duftet ein orientalischer Prinz genau so und ich würde ihm bis ans Ende der Welt hinterherlaufen (ok, in der Realität riechen Prinzen des Orients vermutlich eher nach Kuhstall-Oud, wenn ich meinen beiden Orient-Experten hier auf Parfumo Glauben schenken soll). Sprühe ich mir diesen Wüstenduft selber auf, so mag mein Umfeld frohlocken aufgrund des Wohlgeruchs, ich selbst allerdings hätte irgendwann massive Probleme, mein Frühstück bei mir zu behalten oder müsste zur Kopfschmerztablette greifen. Was tun?

Zweitens: Die Ausstrahlung dieses Duftes ist einfach viel zu stark. Wenn ein Sprüherchen auf ein Wattepad für meinen Projektions- und Sillage-Test schon ausreicht, dass der ganze Raum komplett in einer Duftwolke steht, wie sollen das dann die Menschen um einen herum dauerhaft ertragen können? Hmmm. Das ist allerdings ein Problem, das ich mit Tauer-Düften leider immer wieder habe. Die sind einfach viel zu stark. Meiner besseren Hälfte kann ich diesen Prinzenduft aus Pollitas Träumen schon recht nicht geben. Ihr wisst schon. Mindestens 10 Sprüher. Was dann nicht stirbt, hat definitiv auch die Eiszeit überlebt.

Fazit: Über kurz oder lang wird das hier nix mit mir und Andy. Ich selbst wünsche mir zwar auch künstlerisch wertvolle, dabei aber auch tragbare Düfte. Und das auch im Alltag. Nicht nur bei einem Konzert von Judas Priest (ja Metalfan, ich geb Dir Recht. In diesem Kontext wäre dieser Duft auch für mich absolut passend). Und das finde ich hier eben leider nicht. Daher Kunst – ja, Tragbarkeit, nein. Ende!

Lieben Dank an MadameLegras für die Testmöglichkeit.
43 Antworten
6
Preis
10
Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
9.5
Duft
Foxear

22 Rezensionen
Foxear
Foxear
Top Rezension 51  
Tabula Rasa
„Atme die Luft der marokkanischen Wüste – darin findest Du dich selbst.“. Mit Spiritualität konnte ich nie viel anfangen, neugierig war allerdings schon immer. Was gibt es Schöneres, als Unbekanntes auszuprobieren und dabei positiv überrascht zu werden – trotz anfänglicher Bedenken? Deswegen stehe ich in der Wüste; wie ein Beduine gekleidet, über mir die sengende Sonne.

Vor mir erstrecken sich endlose Dünen goldenen Wüstensands, darüber der azurblaue klare Himmel. Allein und ziellos schreite ich voran. Wiederholt rauschen trockene würzige Winde an mir vorbei, gleichzeitig sind sie erfrischend zitrisch. Könnte es sich um lieblichen Koriander und Kreuzkümmel handeln? Gewürze – mitten in der Wüste, Zitrusfrüchte und trockenes Holz meine ich auch zu riechen? Unmöglich. Jedoch ist es eine willkommene Begrüßung der Wüstenseele.

Wie ich voranschreite frage ich mich, was es heißt, mich selbst zu finden. Mit mir im reinen sein? Meinen Frieden machen? Akzeptanz meiner selbst? Selbstliebe? Glück? Ist das überhaupt wichtig? Ich weiß es nicht, weißt Du es? Aus meinen Gedanken reißt mich plötzlich ein Schemen in der Ferne – ist das eine Person? Eigenartig, bis just sah ich nichts außer Wüstensand. Beginnt die Hitze sich schon auf meinen Geisteszustand auszuwirken?

Unerwartet höre ich ein leises Flüstern: „Finde mich…“. Der Ursprung der Stimme ist eindeutig unter meinen Füßen – träume ich? Hastig beginne ich mit meinen Händen den Wüstensand wegzuräumen. Die Zeit rinnt gleichgültig dahin, wie der Wüstensand zwischen meinen Fingern. Raubt mir die Zeit meine Zeit? Nutze ich sie sinnvoll? Wer urteilt überhaupt darüber? Ich selbst, mein Umfeld oder gar eine höhere Instanz? Carpe diem? Dann stoße ich auf die Quelle der Stimme: ein verziertes Amulett, das nach harzigem Labdanum riecht. „Du hast mich gefunden – nun finde dich.“, flüsterte es. Völlig perplex zögere ich und schweige.

Der Duft des Amuletts betört meine Sinne, im Zusammenspiel mit den würzigen Wüstenwinden ergibt sich eine olfaktorische Offenbarung – balsamisch-harziger Rauch, auf edlen Hölzern gebettet – merkwürdigerweise süßlich, zeitgleich herb als auch trocken? Magisch mirakulös. Für einen Augenblick meine ich, ich verweile nicht mehr auf dieser Erde, sondern auf einem exotischen Planeten, Lichtjahre entfernt von unserem Sonnensystem - wie sonst ist diese Fantastik zu erklären? Ist überhaupt alles rational und logisch? Gibt es nicht auch unerklärlich wundervolles? Die Entstehung von Materie aus dem Nichts? Die Existenz an sich? Liebe? Bevor ich mich weiter in Richtung des Schemens bewege, lege ich das duftende Amulett um meinen Hals.

Jedes Sandkorn ebnet im Zusammenspiel mit Millionen anderen den Weg zu meinem Ziel. Meine schweren Schritte sind es, welche die in Ordnung ruhenden Sandkörner ins Chaos der unkontrollierten Bewegung stürzen. Ist die Erde nicht auch nur ein Sandkorn im Universum? Wer hat ihr den Anstoß gegeben? Der Urknall? Ein allwissender Uhrmacher? Viele Geschöpfe glauben, wir seien so zentral wichtig im unendlichen Universum, dass höhere Wesen über uns wachen. Sind wir das wirklich? Ich schmunzle.

Nach Stunden des Wanderns bricht die Nacht herein, es wird bitterkalt und finster. Plötzlich beginnt das Amulett amberfarben zu leuchten und duften. Die ausstrahlende wohlig weiche Wärme dicht an meinem Herzen bestärkt mich in meinem Bestreben, trotzend der vor mir liegenden Ungewissheit. Es scheint fast so, als spendet das Amulett mir Trost: „Keine Angst, Du bist nicht allein auf Deiner Suche.“. Als ich endlich die schemenhafte Gestalt im Lichtkegel vor mir erreiche, rufe ich: „Wer bist Du?“. Sie hält kurz inne, ehe sie sich zu mir umdreht. Ein Mann, wie ein Beduine gekleidet, sein Gesicht wettergegerbt. Um seinen Hals hängt das gleiche Amulett, wie ich es trage, jedoch völlig verschlissen. Er wirkt wie mein Spiegelbild, nur… älter? Seine zerfurchten Lippen fangen zu sprechen an: „Ich bin niemand, wer bist Du?“.

Sein Atem riecht hölzern-erdig. Er wirkt erfahren wie ein Jahrhunderte alter Zedernholzbaum, dazu geerdet wie trockener tief verwurzelter Vetiver. Die Zeit scheint zu rasen und gleichzeitig still zu stehen – das Funkeln ferner Sterne am Himmel zieht zigmillionenfach vorüber. Tag und Nacht wechseln unbeständig im Zeitraffer. Inmitten dieses surrealen Umstands sind alle meine Sinne wie betäubt, nur riechen kann ich noch. Herb-süße Amberwölkchen auf trocken-erdigen Holz rauschen ewig durch die bizarre Nichtzeit und spenden mir als einziger Anker meiner mir bekannten Welt Zuversicht. Der Duft ist so undurchsichtig und geheimnisvoll, wie die Situation, in der ich mich befinde. Nur einen Augenblick später – oder waren es Jahre? – antworte ich: „Ich weiß es nicht, weißt Du es?“ – „Wen meinst Du? Zweifle nicht an Dir, Selbstzweifel sind meistens unbegründet. Du weißt vielleicht noch nicht wer Du bist, allerdings bist du wer. Antworten auf alle Deine Fragen wirst Du nicht finden – entscheidend ist, Du findest Dich. Das hier ist mein Lebewohl, doch in meinem Ende keimt Dein Neuanfang.“. Abrupt beginnt er sich in Sand aufzulösen und wird eins mit der Wüste. Gemeinsam mit dem Amulett verweile ich auf der Stelle, selbst das kleinste Licht gibt Orientierung in der Dunkelheit. Überraschend höre ich jemanden hinter mir rufen: „Wer bist Du?“. Ich halte kurz inne, ehe ich mich umdrehe und antworte: „Ich bin Du.“

Passende Musik: Takeshi's Cashew – Sterndüne
Danke an den Traumtänzer Chizza!
40 Antworten
7.5
Flakon
7.5
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Meggi

1019 Rezensionen
Meggi
Meggi
Top Rezension 42  
Wüste im dritten und vierten Anlauf
Marokkanische Wüstenluft habe ich bereits geatmet, formal jedenfalls. Jedoch war ein Tages-Ausflug nach Marrakesch in einem Bus voller Marine-Soldaten auf Landgang nach fast zweiwöchiger Seefahrt nicht der rechte Moment für naturnahe Kontemplation. Die quirlige Stadt selbst ließ ebenfalls keine beschauliche Stimmung aufkommen, zumindest nicht für eine Gruppe mitteleuropäischer Touristen mit - um es nett zu formulieren - im Durchschnitt ziemlich mäßigem Bildungs-Hunger und Naturerlebnis-Durst. (Oberbootsmann Martin B. vor der Hinfahrt: „Und wenn Sie was ganz, ganz Tolles sehen – dann lassen Sie mich schlafen.“)

Kaum hilfreich zudem, dass just Ronald Reagan vor Ort war. Obwohl schon seit mehr als zwei Jahren nicht mehr US-Präsident, hatte er nicht nur Ehefrau, Plastik-Grinsen, und Dauer-Winken mitgebracht, sondern natürlich auch eine enorme Entourage einschließlich der üblichen Sicherheitsvorkehrungen und straßensäumenden Menschenaufläufe.

Mein zweiter Landgang tags darauf, diesmal direkt vom Liegeplatz in Agadir aus, verlief exakt so besinnlich, wie es ohne viel Phantasie zu erwarten ist, wenn man in von Kopf bis Fuß reinweiß-leuchtender Marine-Sommer-Ausgeh-Uniform allein in einer maghrebinischen Hafenstadt unterwegs ist.

Da probiere ich es besser mal mit der „Morgenstimmung” von Edward Grieg aus der Musik zum Schauspiel „Peer Gynt”. Eine wundervoll-lyrische Weise, welche in diversen Anwürfen durch Popmusik-Branche und Werbe-Industrie ihre Un-Verhunzbarkeit trefflich unter Beweis gestellt hat. Das Stück handelt eigentlich von der Wüste; allerdings wird es angesichts der Herkunft des Komponisten intuitiv gern an einen norwegischen Fjord verortet (wohin es – nebenbei bemerkt – genauso gut passen würde). Das geht mir bis heute nicht anders. Wieder nix.

Und nun, nach Augen und Ohren, ein dritter Wüstenstimmungs-Versuch für die Nase.

Die Bitterorange liefert eine überraschend intensive Säure, die rund zwei Stunden spürbar ist. Der gelegentlich genannte Gummi-Geruch wie von Autoreifen entsteht lediglich bei stärkerer Dosierung. Ansonsten: Herb-warme Würze und balsamisches Harz, alles noch mild, süß, aber stets an der Grenze zum Bitteren, beinahe Glühenden; ab und zu ein wenig darüber hinaus.

Das war es für mich. Ich vermag mich dem Duft nicht weiter analytisch zu nähern. Schritt für Schritt und Tag für Tag nimmt er mich umwehend-umarmend mehr für sich ein mit seinem Wechselspiel aus schmeichelnden und fordernd-hitzigen Seiten. Ein Gedanke an abendlich-warme Wüstenluft ist mühelos evoziert und nimmt mir jede Lust am Auseinanderklambüsern. Mir fällt auch keine untermalende Geschichte dazu ein. Der Duft ist schlichtweg Stimmung pur, wie ein Gedicht ohne Worte.

An Versuchen habe ich es nicht fehlen lassen. Die Abfüllung war nahezu komplett geleert, bevor diese paar dürren Zeilen zum eigentlichen Duft-Erlebnis herausgebraten sind.

Es hilft nichts: Einfach selbst ausprobieren!

Nachtrag - vierter Anlauf: Ein paar Wochen nach meinen ADM-Probier-Tagen wurde eben jenes zufällig meine Komplett-Blindtest-Premiere. MisterE schickte mir eine großzügig bemessene Probe, bewusst als Rätsel gehalten in der Annahme, ich würde den Duft nicht kennen. Und so habe ich mich dann tatsächlich benommen: Zu meiner Beschämung habe ich ihn nicht nur nicht erkannt, ich habe zudem teils ordentlich abweichende Dinge notiert. Und zu allem Überfluss fand ich ihn weniger gut. Ich hatte mir allerdings – eine etwas lahme Entschuldigung – diesmal lediglich einen Tag Zeit genommen.

Obschon peinlich, schreibe ich das nun auf, denn es hat mir persönlich erstmals in voller Drastik vor Augen geführt, was Kenntnis von Namen, womöglich Geschichte und (angeblichen) Noten bewirken kann. Es verdeutlicht außerdem, welch‘ mannigfache Wahrnehmungen sogar durch bloß eine Person das Werk zulässt und ist somit Hinweis, dass es erarbeitet sein will. Derlei ist gewiss eine weitere klare Test-Empfehlung wert.
23 Antworten
8
Duft
Parfumistery

8 Rezensionen
Parfumistery
Parfumistery
Top Rezension 39  
Ar-rih min asahra l'maghribia
Unweit der marokkanischen Wüste geboren und mehrere male über Monate in der Wüste Marokkos verbracht, weiß ich ganz genau wie Wüstenluft riecht.
Vor 4 Jahren war ich in Erfoud, unweit von dieser kleinen Stadt liegen die Sanddünen von Merzouga wem Hitze nichts ausmacht, sollte diesen magischen Ort mal besuchen.
Also Thema verfehlt?

So lieber Andy vorweg ich liebe diesen Duft, aber so riecht pure Wüste nicht. Wenn kein Chergui ( gemeint sind ost Windströme, nicht Serge Lutens Kreation) weht ist der Wind kaum vorhanden und Abends ist die Luft aufgrund der fehlenden Vegetation trocken und kühl. Will mann ein Parfum nehmen das diesem feeling nahe kommt empfehle ich "Dune"von Dior.

"L'air du dèsert marocain" ist auch Trocken beim Auftragen, aber weniger wie eine Wüste und mehr wie die Luft in einem Souk in Marrakesch und allgemein errinert mich dieser Duft eher an Djemaa el fna dem Marktplatz in Marrakesch.
Zu anfang eine bittere und warme Note dann immer mal wieder weiche Noten und schluss endlich beide in einer perfekten Harmonie, dieser Duft ist nie süß, nie komplett herb sondern findet immer die balance, ein wundervoller Duft. Die Insperation für Herr Tauer war tatsächlich nicht die reine Wüstenluft sondern den Eindruck den mann auf der Terrasse hat wenn mann in einer Wüsten nahen Stadt am Abend einfach mal abschaltet. Die Wüstenluft trägt alle Düfte mit sich: die aus dem Souk, aus der örtlichen Bäckerei usw. und so entsteht diese schöne "Wüstenluft".Also Thema Verfehlt? Mit nichten!
11 Antworten
7.5
Flakon
5
Sillage
7.5
Haltbarkeit
8
Duft
Apicius

1106 Rezensionen
Apicius
Apicius
Top Rezension 35  
Ein abstrakter Duft
Andy Tauers L’Air du Desert Maroccaine ist ein ganz schwieriger Duft. Jedenfalls für denjenigen, der versucht, es zu testen und auseinanderzunehmen. Die verwendeten Duftnoten verschmelzen allesamt perfekt zu etwas Neuem und dabei Eigenständigen. Vergleiche – auch den unten erwähnten mit Terre d’Hermès – halte ich für problematisch. L’Air du Desert Maroccaine ist die Doktorarbeit eines Parfumeurs.

So bleibt nur die Assoziation mit Wüstenluft – trocken, staubig, tagsüber brennend heiß, nachts bitterkalt. Das lässt sich vielleicht gerade so nachvollziehen, wobei ich die Benennung und den Vergleich schon etwas bemüht finde. Aber wer weiß – schließlich war ich noch nicht in der Sahara.

Ich plädiere dafür, in diesem Parfum eine rein abstrakte Dufterfahrung zu sehen. So, wie man auch von abstrakter Musik im Gegensatz zu programmatischer Musik spricht, welche eben keine spezielle Stimmung oder gar ein Naturgeschehen ausdrückt. Wenn sich schon keine Bilder als Assoziation einstellen, dann vielleicht Töne. Mir kommt bei diesem Duft Johann Sebastian Bach in den Sinn, in dessen an strenger Kontrapunktik orientiertem Werk die abstrakte Musik einen großen Stellenwert einnimmt. Man trage also diesen Duft, während man der Kunst der Fuge, den Partiten und Sonaten für Violine solo oder dem Wohltemperierten Klavier lauscht. Die Strenge dieses Duftes, seine Bitterkeit, Erdigkeit und Tiefe, aber auch die fast mathematisch perfekte Balance aller beteiligten Komponenten wirkt wie von Bachs Musik gespiegelt.

Aber Vorsicht – genauso wie die radikaleren Werke Bachs erschließt sich dieses Parfum nicht auf Anhieb. Mit Sicherheit ist das kein Parfum der großen Effekte, welches einen sofortigen Muss-ich-haben-Reflex auslöst. Man ahnt zwar, dass man ein Meisterwerk vor sich hat, ist aber außerstande, diesen Eindruck mit ein paar Argumenten schlüssig zu begründen.

Entsprechend schwierig finde ich es, dieses Parfum zu tragen. Ich hatte es vor längerer Zeit bei einem Theaterbesuch getragen und fühlte mich unwohl damit. Es hat mich gestört, weil es zu viel Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nahm. Dabei glaube ich nicht, dass ich überdosiert hatte. Es gehörte nicht zu mir und wirkte auf mich wie ein Fremdkörper. Ständig wollte ich mich umschauen nach dem eigentlichen Träger dieses Parfums, der mich somit wie ein Gespenst verfolgte.

L’Air du Desert Marrocaine enthält eine seltsame Bitterkeit, die ich auch in anderen Parfums von Andy Tauer vorgefunden habe und die ein Stilmerkmal dieses Parfumeurs zu sein scheint. Mich irritiert das, es ist nichts für mich – jedenfalls bis jetzt nicht. Aber ich anerkenne, dass es ein großartiger Duft ist.
7 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

284 kurze Meinungen zum Parfum
AxiomaticAxiomatic vor 4 Monaten
6
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Hellgelber Weihrauch verschließt die Augen
Erwache in der harzigen Wüste
Folge dem Petitgrain
Zistrosenmagie *
52 Antworten
FoxearFoxear vor 3 Jahren
10
Flakon
8
Sillage
10
Haltbarkeit
9.5
Duft
Balsamische Seele singt
Hölzern-orientalische Melodien
Grenzenlose Gewürzfantasien
Schwerelose Leichtigkeit
Träumen? Jederzeit!
27 Antworten
TherisTheris vor 2 Monaten
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8
Duft
Würzige Wüstenwelt
Feiner Scirocco-Wind
Bringt Zitronen geschwind
Land nimmt Farbe an
Der Sand petitgrain
Mit Zistrosen-Erwachen
26 Antworten
NuiWhakakoreNuiWhakakore vor 1 Jahr
8
Sillage
9
Haltbarkeit
8.5
Duft
Gewürze trockenen in der Hitze
Zistrosen zu Harz geschmolzen
die Abendwärme bringt frische Luft
und den Rauch der Feuer
23 Antworten
YataganYatagan vor 4 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Andy Tauers Geniestreich: trocken würziger Duft mit harziger Herznote und holzig-warmer Basisnote: wie Wüstensand zwischen den Fingern.
17 Antworten
Weitere Statements

Diagramm

So ordnet die Community den Duft ein.
Torten Radar

Diskussionen zu № 02 - L'Air du Désert Marocain (Eau de Toilette Intense)

Ich vertraue Herrn Tauer gerne. Dass der Duft altert, kann ich jedenfalls bestätigen. Der letzte Flakon, bzw. dessen Inhalt, wurde immer härter...

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