Elizabeth Arden, die zu Unrecht in Deutschland heutzutage wenig bekannte, ehemalige Mibewerberin von Estee Lauder und Helena Rubinstein, hatte ihre Glanzzeit in der Ära der Bleistiftröcke und Pfennigabsätze. Viele Düfte, die unter ihrer Leitung entstanden sind, werden mittlerweile in Lizenz von anderen Firmen hergestellt, sind vom Markt völlig verschwunden oder kochen nur noch auf kleiner Flamme. Die Kosmetik und Pflege, die sich hinter der der obengenannten beiden Damen qualitativ beileibe nicht verstecken muss, ist leider in Deutschland auch kaum noch bekannt. In den 60ern gab es bereits mehrere Herrendüfte von Arden, darunter Greenwood und den heute getesteten Sandalwood. Dieser wird in USA heute noch verkauft, zum Spottpreis, und ich wollte wissen, was ihn vom fast 10 x so teuren Santal von Creed unterscheidet. Die Kopfnote ist schon völlig anders, klassisch-männlich: Krautig-seifig, zitrisches ist kaum zu spüren. Die Herznote hat ebenfalls kaum unisex-Charakter, aber ist erstaunlicherweise mir recht vertraut. Sie hat diese warme, leicht cremige Patchouli-Schoko-Holznote, die in fast allen Herrendüften zu finden war, die ich in den letzten Tagen getestet habe. Hier ist sie aber sehr dezent, man muss schon ganu nah herangehen. Der Duft ist sehr angenehm und wirkt überhaupt nicht altbacken (evtl. bis auf die Kopfnote), geht ins kuschelige, mit wenig Sillage und Präsenz, aber wenn er noch dem damaligen Duft aus den späten 50ern ähnelt, verstehe ich das. Damals war unter der Mehrheit der US-Damen aufdringliches Parfum noch fast eine Art Teufelswerk. Kaum zu glauben, bei den Düften, die Arden dann in den 80ern verbrochen hat, oder? Jedenfalls halte ich Sandalwood für einen heute durchaus wieder tragbaren Herrenduft, sozusagen Kokorico's Grossvater!!!