Zegnas Wilderei in femininen Gefilden - in sich stimmiges, seidiges Blumenmeer
Schön sind sie alle. Ich kann nur immer wieder auf bereits Gesagtes verweisen, dass Eleganz großgeschrieben wird bei Signore Zegna.
Die "Florenzer Iris" schmeichelt von Anbeginn mit harmonischen, regelrecht "hübsch" zu nennenden Aromen - klar, sauber, frühlingshaft, redundant. Eine frische, vitale Bergamotte legt Urlaubsgefühle heraufbeschwörend los - freundlich, einladend, vitalisierend.
Recht zügig rückt die namengebende Iris ins Zentrum - Männern im Wesentlichen (nur) aus "Dior Homme" und Co bekannt, wo sie - gourmandig arrangiert - einfach die Schönheit des Grenzenverwischens zwischen maskulin und feminin zelebriert.
Hier nun steht ihr eigentlich wenig bis nichts gegenüber - die fast nackte Iris wirkt pudrig, dabei aber vordergründig floral, dabei etwas fruchtig, einem Spaziergang durch toskanische Wälder im Frühling ähnelnd.
Etwas herber, moderat säuerlich-floral steht im Hintergrund noch ein kleines Veilchen, das der Iris allerdings bestenfalls ein paar süße Spitzen nimmt.
Wieder mal ein handwerklich makelloser, puristischer Essenze-Zegna, individueller gestaltet als der recht einfache und stilistisch vielfach gerochene "Sicilian Mandarine"-Zegna.
Allerdings krankt der Duft aus maskuliner Sicht an einer Sache stark: Er fällt ziemlich feminin aus. An meiner Frau würde ich diesen herrlichen, ästhetischen Gute-Laune-Duft gerne riechen. Aber durch das völlige Fehlen auch nur ansatzweise maskulin erscheinender Elemente, ja sogar recht ausgeprägter klassisch femininer Versatzteile finde ich "Florentine Iris" irgendwie nicht tragbar.
Also, Damen der Welt, macht euch über den Iris-Zegna her!