Caporal. Oder besser bekannt als Korporal, der unterste Rang im Militär bei den Unteroffizieren. Ich muss zugeben, dass ich militärische Dinge manchmal ganz interessant finde. So wie die ganzen Ränge in verschiedenen Ländern, ihre Bezeichnungen und natürlich die Abzeichen.
Außerdem ist es auch ein interessanter Duftname, vor allem, weil es eben nicht wie hunderte andere Düfte irgendwas mit „Homme“ heißt, wobei L’Artisan allgemein gute Duftnamen besitzt.
Da der Duft zitrisch erfrischend ist, ist es wohl ein optimaler Zeitpunkt, ihn an solch mörderisch heißen Tagen zu testen.
Der Duft: Der Duft beginnt etwas streng riechend mit zitrischen Noten, die fast schon ein wenig an einen Reinigungsmittel erinnern, allerdings nur für einen kurzen Zeitraum, weil sie eben so stark sind. Dann erst kann man „sehen“, dass es sich bei den starken Noten um Zitronen handelt. Und ja, auch die Mandarinen riecht man dann gut, doch der Duft dieser Früchte ist schon bald wieder verschwunden. Wieso einige hier was von Eistee schreiben, verstehe ich nicht. Denn nur wenige Minuten nach dem Aufsprühen wirkt der Duft auf Grund des Zusammenspiels der zitrischen Noten mit dem Lavendel sogar ziemlich klassisch. Die Rosengeranien sind nicht so stark, so dass der Lavendel die stärkere pflanzliche Note darstellt. Zur Basis hin kommt auch Eichenmoos dazu (wobei, der riecht schon weit vor der Basis) und trägt ebenfalls dazu bei, dass Caporal wie ein ganz klassischer Herrenduft duftet. Die Grundlage, auf denen sich alle Duftnoten stützen, sind mal wieder holzige Noten im Hintergrund. Vetiver und Patchouli konnte ich kaum heraus riechen, stattdessen riecht er für mich noch leicht krautig.
Die Sillage und Haltbarkeit: Auch wenn der Duft zu Beginn sehr stark ist, so verliert er schnell an Kraft und wird eher unterdurchschnittlich, so dass man ihn sich an heißen Tagen öfters mal einsprühen sollte, über den Tag verteilt. Die Haltbarkeit dagegen ist da schon etwas besser, da man den Duft schon so fünf bis sechs Stunden an einem riechen kann.
Der Flakon: Typisch für L’Artisan haben wir hier einen siebeneckigen Flakon mit einem ebenfalls siebeneckigen und vergoldeten Deckel, auf dessen Oberfläche das Logo von L’Artisan zu sehen ist. Auf der Vorderseite sieht man ein schmales und hellblaues Etikett mit dem Namen des Duftes. Als Bild wurden hier das Abzeichen des Korporals verwendet, welcher in den meisten Ländern in dieser Form zu sehen ist, nämlich zwei ineinander geschobene Winkel, wobei das Bild den Eindruck macht, als ob ganz oben noch ein dritter Winkel folgen würde. Wie auch immer, auch dieser Flakon gefällt einem.
Okay, zunächst einmal möchte ich wiederholen, dass der Duft für mich nicht wie Eistee riecht. Das kann einem vielleicht kurz so vorkommen, weil er halt nach Zitronen duftet, dann aber schlägt der Duft einen recht klassischen Weg ein. Somit wird daraus ein Duft, der sogar elegant und erwachsen wirkt (ja, auch wenn Düfte von vielen getragen werden können finde ich, dass dieser hier nix für jüngere ist).
Wie ihr es euch schon denken könnt, ist der Duft für die warmen Tage geeignet und ist auch leider mehr ein Duft geworden, den man eher selber genießen kann, da er schnell abschwächt. Aber dafür riecht er gut (trotz des kurzfristigen, gewöhnungsbedürftigen Anfangs) und erfrischt. Wäre er stärker, hätte er auch gut zum Ausgehen verwendet werden können, da der Duft, wie schon meine Vorredner bereits geschrieben haben, recht stilvoll wirkt, naja, wie die meisten klassisch duftenden Düfte so sind, normalerweise.
Den hier kann man also durchaus mal testen. Allerdings,… auch dieser Duft hilft nicht viel bei zu heißen Tagen… ich schmelze gerade dahin… soo heiß,… soooo heiß… *seufz* An Tagen wie dieser hier empfehle ich mehr Eau Radieuse von Humiecki & Graef oder Menthe Fraîche von Heeley… die können wirklich abkühlen…