Login

Halolo
10.07.2025 - 12:47 Uhr
5
Hilfreiche Rezension
6.5Duft 6Haltbarkeit 5Sillage 7Flakon 5Preis

Angenehme, aber ausgelutschte DNA - kaum Projektion und zu teuer für das Gebotene

Nicht falsch verstehen: Der Ambre Eau de Parfum ist an sich n schöner Duft. Handwerklich solide, leichtes Nischenfeeling und sowohl für Männlein als auch Weiblein tragbar. Aber: Für 160€/50ml und 235€/100ml kommt da einfach zu wenig.

Der Reihe nach. Morgens 8:45 Uhr, unmittelbar aus der Dusche kommend mit guten 9-10 Sprühern auf beide Arme, Brust und Nacken, bot ich dem Test denkbar beste Voraussetzungen.
Wichtig: ALLE meine Tests und Rezensionen basieren auf Tests auf der Haut. Keine Kleidung involviert!

• Der Start vom Ambre ist durch eine Honigsüße mit synthetischer, undefinierbarer Frucht geprägt. Apfel? Jo, kann sein. Aber bei weitem nicht so präsent und schön, wie a) es die Pyramide hier vorgaukelt und b) wie bspw. ein Layton es im Auftakt macht. Egal. Ist ja auch ne etwas andere Preisliga.

• Nach 5 Minuten gesellt sich doch recht stark Zimt dazu. Von einer gewissen Zitrik durch die Bergamotte oder Sesam rieche ich genau ... null. Kurzzeitig rieche ich auch etwas Lavendel mit heraus, ehe kurz danach ein Spiced Rum (aber der günstigeren, unauffälligeren Art) mit Rose um die Ecke kommt.

Zwei Dinge fallen mir schon jetzt, nach ~10 Minuten auf:
1) Trotz der vielen Sprüher strahlt der Ambre nur sehr sehr wenig ab - und das muss man erstmal schaffen trotz insg. 4 Sprüher auf den Armen.
2) Ein sehr gefälliger Crowdpleaser, der nicht aneckt, ist/wird das. Eher was für die dunkleren, kälteren Tage im Jahr.

• Nach 15 Minuten: Bisschen Rose kommt hinzu, ganz ganz leicht kommt'n junger Tabak noch mit. Bis dato keine große Kardamom-Würze oder was Balsamisches in Sicht.

• Nach 45 Minuten: Die Honigsüße wandelt sich in eine eher harzigere Süße, hat aber noch diese "süße" Süße am Start, noch nicht die Harz-Süße :-)

Jetzt fällt mir der 3. Aspekt auf:
Die DNA habe ich mindestens schon 4x woanders gerochen. Sowohl in der Parfümerie als auch bspw. beim Ambre Nuit Eau de Parfum . Schade. Hatte hier auf n bisschen Abwechslung gehofft.

• Nach 1 Stunde kommt die Rose deutlicher raus. Sie wird von einer gewissen Würzigkeit (hey Kardamom, bist du das?!) begleitet, wobei es auch sowas wie (rosa) Pfeffer hätt' sein können.
"Harz" und "Honig" haben die Plätze getauscht - es ist nur noch wenig intensive süße vom Honig übrig, es wird harzig-klebriger.

• Nach 1,5h nimmt er die Form an, die er fast bis zum Rest behalten wird: Ambrierte Rose mit wenig Würze, keinem markanten Holz (ggf. n süßes Sandelholz noch, ja - aber sehr unauffällig) und dezenter Vanille im Hintergrund.

• Nach 3h: Kaum Wandlung. Vanille kriecht so langsam Richtung "Rosen-Rampenlicht". Der Honig ist weg. Ebenso die eh schon schwache Sillage. Der Duft ist nur noch hautnah bei mir wahrnehmbar.

• Nach 4h: Keine Änderung, außer dass alles "einfach nur schwächer" wird.

• Nach 5h: Der Ambre Eau de Parfum hat echt schwer abgebaut. Letzte Runde für ihn beim Boxen. Ein luftiges, vanilliges Rosenblättchen mit Amber ist noch zu vernehmen.

• Nach 6h: Finito. Es verbleibt eine Art ambrierte Vanille-Handcreme-/seife auf der Haut, aber das hat für mich nichts mehr mit "Haltbarkeit" zu tun. Daher auch die entsprechende Bewertung.

###############

Fazit:
Schöner Amber-Anfänger Duft ohne viel Schnörkel und Ecken. Leicht zu tragen, egal welche Altersklasse, wobei ich die Prime zwischen 16-30 bei dem Duft sehe.

Mich hat der Duft nicht überzeugt. Der Ambre hat für mich keinen Widererkennungswert. Kann durch mind. 4 andere in ähnlicher oder sogar günstigerer Preisklasse ersetzt werden.

Empfehlung: Lieber zum Ambre Nuit Eau de Parfum greifen - da hat man was handwerklich Edleres zum günstigeren Kurs.
9 Antworten
EVSKYEVSKY vor 6 Monaten
4
Ich kann leider nur bei dem Punkt H/S etwas zustimmen. Das macht der Supermassive besser. Dennoch kann ich nicht nachvollziehen, dass der Duft in irgendeiner Weise austauschbar wäre.. Ich empfinde den schon als recht "unique" Einen Ambre Nuit erkenne ich hier auch nicht. Dennoch toll geschriebene Rezension!
LaurablaLaurabla vor 5 Monaten
1
Ich schliesse mich diesem Kommentar an. Ich empfinde die Dutpyramide als treffender als oben beschrieben, auch wenn der Apfel wirklich nicht so doll zur Geltung kommt. Im Gegensatz zur Rezension rieche ich auch praktisch keine Rose raus (was mich sehr erfreut).
BuellbennetBuellbennet vor 7 Monaten
3
Wieso ausgelutschte Dna?
BuellbennetBuellbennet vor 5 Monaten
@TheScenter danke!
Ich finde auch, dass der Duft unique ist. Top Begleiter für die kälteren Tage + meine Freundin liebt den Duft ;)
TheScenterTheScenter vor 5 Monaten
Als "austauschbar" kann man den Duft nur beschreiben wenn man sich ohnehin in der "Parfumo-süß-würzig-BR540-Bubble" bewegt denke ich. Ich finde den auch recht unique, wenn auch nah am T22, BR540 oder Kropp Och Själ..
BuellbennetBuellbennet vor 7 Monaten
2
@Halolo also ich rieche beim ambre superfluide kaum rose.
Und der ambre kam 2019 raus und war somit einer der ersten die in die Richtung gehen.
Finde den schon einzigartig.
Aber da sieht man, wie die Meinungen in der Duftwelt auseinandergehen können :)
HaloloHalolo vor 7 Monaten
Weil es zig Düfte zum Thema "ambrierte Rose mit'n bisschen Würze" gibt.
Hier sticht nichts heraus, was den Duft einzigartig macht. Sehr generisch, sehr austauschbar
HejabvbHejabvb vor 7 Monaten
1
Deine Verlaufsdarstellung macht den Duft „sehr erlebbar“. Klasse!
HaloloHalolo vor 7 Monaten
Danke für die 'Blumen' - gern geschehen! :)