Ganymede Marc-Antoine Barrois 2019 Eau de Parfum
20
Top Rezension
Schwerelos im Regen
Als ich „Ganymede“ das erste Mal aufsprühte, war es ein regnerischer Nachmittag. Ich stand am Fenster, draußen spiegelten sich die Lichter der Stadt im nassen Asphalt. Normalerweise suche ich an solchen Tagen nach warmen, umarmenden Düften etwas, das mich schützt. Doch hier war es anders: Mit dem ersten Hauch von Mandarine und Safran fühlte ich mich nicht geborgen, sondern aufgerichtet.
Es war, als würde mich der Duft aus dem grauen Zimmer hinausziehen, in eine andere Sphäre. Die Luft wurde klarer, kühler, beinahe wie Metall, aber nicht kalt eher schwebend. Plötzlich hatte ich das Gefühl, auf einem Hochplateau zu stehen, über den Dingen, frei von jeder Schwere.
Je länger ich den Duft trug, desto stärker kam dieses paradoxe Gefühl: Leder, das eigentlich erdig und dunkel wirkt, war hier so leicht, fast wie ein maßgeschneiderter Anzug aus Licht. Osmanthus brachte eine leise Fruchtigkeit, ein kaum fassbares Lächeln zwischen all der Strenge. Ich schaute in den Spiegel und hatte den Eindruck, nicht mich selbst zu sehen, sondern eine Version von mir, die sicherer, ruhiger, souveräner wirkte.
Später am Abend traf ich mich mit Freunden. Keiner sagte direkt etwas über den Duft – aber ich merkte, wie man mir länger in die Augen sah, als ob man nicht ganz greifen konnte, warum etwas an mir anders war. „Du strahlst heute“, meinte jemand beiläufig. Da wusste ich: Es war „Ganymede“, dieses unsichtbare Kleid, das mich unantastbar und zugleich nahbar machte.
Seitdem trage ich es immer dann, wenn ich nicht nur präsent, sondern über mir selbst hinaus sein möchte. Für mich ist „Ganymede“ kein Parfum mehr es ist ein Gefühl von Schwerelosigkeit.
Es war, als würde mich der Duft aus dem grauen Zimmer hinausziehen, in eine andere Sphäre. Die Luft wurde klarer, kühler, beinahe wie Metall, aber nicht kalt eher schwebend. Plötzlich hatte ich das Gefühl, auf einem Hochplateau zu stehen, über den Dingen, frei von jeder Schwere.
Je länger ich den Duft trug, desto stärker kam dieses paradoxe Gefühl: Leder, das eigentlich erdig und dunkel wirkt, war hier so leicht, fast wie ein maßgeschneiderter Anzug aus Licht. Osmanthus brachte eine leise Fruchtigkeit, ein kaum fassbares Lächeln zwischen all der Strenge. Ich schaute in den Spiegel und hatte den Eindruck, nicht mich selbst zu sehen, sondern eine Version von mir, die sicherer, ruhiger, souveräner wirkte.
Später am Abend traf ich mich mit Freunden. Keiner sagte direkt etwas über den Duft – aber ich merkte, wie man mir länger in die Augen sah, als ob man nicht ganz greifen konnte, warum etwas an mir anders war. „Du strahlst heute“, meinte jemand beiläufig. Da wusste ich: Es war „Ganymede“, dieses unsichtbare Kleid, das mich unantastbar und zugleich nahbar machte.
Seitdem trage ich es immer dann, wenn ich nicht nur präsent, sondern über mir selbst hinaus sein möchte. Für mich ist „Ganymede“ kein Parfum mehr es ist ein Gefühl von Schwerelosigkeit.

