Ganymede 2019 Eau de Parfum

Ganymede (Eau de Parfum) von Marc-Antoine Barrois
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Platz 41 in Unisex-Parfums
8.1 / 10 1910 Bewertungen
Ganymede (Eau de Parfum) ist ein beliebtes Parfum von Marc-Antoine Barrois für Damen und Herren und erschien im Jahr 2019. Der Duft ist würzig-holzig. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Es wird noch produziert.
Gut kombinierbar mit Baccarat Rouge 540 (Eau de Parfum)
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Duftrichtung

Würzig
Holzig
Ledrig
Frisch
Synthetisch

Duftpyramide

Kopfnote Kopfnote
SafranSafran italienische Mandarine Orpur®italienische Mandarine Orpur®
Herznote Herznote
chinesischer Osmanthus Absolue Orpur®chinesischer Osmanthus Absolue Orpur® VeilchenVeilchen
Basisnote Basisnote
Akigalawood®Akigalawood® Immortelle AbsolueImmortelle Absolue

Parfümeur

Bewertungen
Duft
8.11910 Bewertungen
Haltbarkeit
8.71786 Bewertungen
Sillage
8.31781 Bewertungen
Flakon
7.91564 Bewertungen
Preis-Leistungs-Verhältnis
7.41332 Bewertungen
Eingetragen von SirLancelot, letzte Aktualisierung am 17.04.2024.

Rezensionen

98 ausführliche Duftbeschreibungen
8
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Yatagan

395 Rezensionen
Yatagan
Yatagan
Top Rezension 78  
Schönster aller Sterblichen
Eigentlich habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, keine Kommentare zu Düften zu schreiben, zu denen geschätzte Vorkommentatoren, zu denen auch Profumo zählt, bereits alles geschrieben haben.
In diesem Fall möchte ich eigentlich nur das betonen, was ich gerne noch ergänzen möchte.
Was es zu Ganymede, angeblich dem Schönsten aller Sterblichen, als mythologischer Figur der griechischen Antike zu sagen gibt, könnte ihr unten bei Profumo nachlesen - oder noch mal virtuell das Wikipedia-Lexikon aufschlagen. Ich empfehle die Lektüre von beiden Texten!
Was den Duft angeht, sehe ich es zunächst ganz genauso wie Profumo: Die Safrannote mit dem Veilchen lässt mich weiches Wildleder assoziieren, ich rieche auch einen Hauch Curry, aber so gering, dass es mich in keiner Weise stört, denn Curry gehört nicht zu meinen Lieblingsgerüchen, und das Heuartige, das Staubige der Immortelle, das immer ein bisschen an den Geruch von Trockenblumen erinnert, lässt sich leicht identifizieren. Ich bin, glaube ich, auf dem besten Wege ein Fan von Immortelle zu werden ("Immortelle Corse" von Parfum d'Empire; "Immortelle de Corse" von L'Occitane; "Tabac Tabou" von Parfum d'Empire; "Sables" von Goutal; "Une Nuit à Doha" von SHL; "The Afternoon of a Faun" von ELDO seien euch in aller Kürze empfohlen: demnächst dazu vielleicht einmal mehr in einem Blog zu Immortelle-Interpretationen, denn die Blume lässt sich auch von Männern vorzüglich tragen).

Tatsächlich hat mich der Duft aber wegen einer anderen Eigenschaft sofort gepackt, die sich nicht greifen und nicht identifizieren lässt, und das kam so: Als ich den Duft das erst Mal testete, trug ich ihn wie immer zunächst auf Duftstreifen auf. Im Allgemeinen teste ich bevorzugt auf geeignetem Papier, weil sich nur so ein objektiver Vergleich ermöglicht und nicht allzu viele weitere irritierende Faktoren wie Stress und Schweiß, die bei einem Test auf Haut eine Rolle spielen können, in die Bewertung einschleichen. Gefällt mir oder fasziniert mich aber ein Duft, dann trage ich ihn auch auf Haut auf. In beiden Fällen ergab sich hier aber im Grunde das gleiche oben beschriebene Ergebnis.
Diesmal geriet mir aber unbeabsichtigt ein Teil des Sprühstoßes auf Textil (ich habe ihn übrigens inzwischen mit verschiedenen Stoffen getestet) und ich konnte so auch die Entwicklung auf meinem Ärmel weiterverfolgen. Das tue ich sowieso öfters, denn ich trage Düfte im Alltag selten auf der Haut, meist dagegen auf Textilien. Das Ergebnis hier aber war wesentlich verblüffender als in anderen Fällen. Zunächst fiel auf, dass sich der Duft auf Stoff exzellent entwickelt, was durchaus nicht immer der Fall ist. Auch die Haltbarkeit war einigermaßen verblüffend. Man konnte ihn noch am nächsten Tag auf meinem Hemd wahrnehmen, auch wenn mir daran gar nichts gelegen ist, weil ich leichtere Düfte bevorzuge. Hier aber entwickelte sich vor allem schon nach recht kurzer Zeit (ca. 15 Minuten) eine aromatische Note, die mich stark an Herrendüfte der vergangenen Jahrzehnte erinnerte. Diese aromatische Note fand sich früher häufiger in Fougères, gelegentlich aber auch in maskulinen Chypre- und vielen Powerhouse-Düften und galt lange Zeit als eigene Duftrichtung (Aromatic-Fougères etwa sind "Azzaro pour Homme", "Drakkar Noir" oder "Paco Rabanne pour Homme" - und viele andere; bei den Powerhouse-Vertretern muss man nur den Katalog der Herrendüfte der 80er aufschlagen). Sie alle eint eine sehr maskuline, aromatische, würzig-holzige, leicht harzige und durchaus auch florale Note. Ganymede ist natürlich kein Fougère und noch weniger ein Chypre. Offenbar ergibt bei diesem Duft die Kombination aus den enthaltenen Inhaltsstoffen, die ja mit der o.a. Liste bei Weitem nicht vollständig aufgeführt sein müssen, diese klassische Herrensignatur, die mit dem schönen Ganymede ins 21. Jahrhundert überführt wird. Da ich Düfte besonders schätze, die klassische Eleganz modern interpretieren, scheint mir dieser Duft eine besonders gelungen Melange zu sein.
35 Antworten
8
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
8
Duft
Pollita

344 Rezensionen
Pollita
Pollita
Top Rezension 77  
Push Me to the Limit
Ja ja, ich gebs zu. Ich habe mir schon länger wieder einen Laufpartner gewünscht. Seit meine gute Freundin vor einiger Zeit weggezogen ist und nur noch gelegentlich hier mal vorbeischaut und eine Runde mit mir dreht, bin ich fast nur noch alleine unterwegs. Manchmal ist das ganz schön, doch es kann auch richtig öde sein. Der gute Bastian scheint das geahnt zu haben und sorgte dafür, dass ich nicht nur einen Kollegen kriege, der mich auf meinen Morgenläufen begleitet, sondern auch noch mit der Lederpeitsche hinterherrennt. Hallo? Ich wollte doch nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen. Aber der Reihe nach.

Gestern landete hier eine Duftpost von Basti, die ich erst heute Vormittag vor meiner fast obligatorischen Laufrunde unter die Lupe nahm. Was hatte der Gute mir dieses Mal eingepackt? Ich wickelte die Pröbchen aus und es lag sofort ein durchdringender, heftig synthetischer aber auch eigentlich sehr angenehmer Duft in der Luft. Eines der Röhrchen, Ganymede, war nicht 100 % dicht gewesen. So hatte ich auch ein Tröpfchen davon am Finger und dieses Tröpfchen ballerte was das Zeug hält.

Eigentlich wollte ich ja eine gemütliche Runde in Richtung Nachbarort und zurück drehen. Weit gefehlt. Schon als ich vor die Haustür bei kühlen 7 Grad über null trat, schlug mir von diesem winzigen Tröpfchen eine olfaktorische Breitseite entgegen. Das roch sehr gut, aber uff, damit kannst Du nicht durch den Ort rennen, dachte ich mir. Denn so schön dieser Ganymede ist, selbst diese homöopathische Dosis erinnert daran, welche olfaktorische Keule einem einen Hieb verpasst, wenn man einen Duty Free Shop am Flughafen betritt, wenn zuvor so einiges aus der Kategorie Düfte für Gentlemen und die, die es werden wollen, gesprüht wurde. Die armen Passanten. Also was tun? Gut. Ab in den Wald, aber das heißt hier in dieser schönen Gegend immer auch, wie der Kollege aus Bayern oder Österreich zu sagen pflegt „auffi.“

Dieser Ganymede wich nicht von meiner Seite. Ich gebe zu, irgendwie fielen mir die Anstiege etwas leichter als gewohnt, denn ich kriegte dann und wann einen kleinen Hieb mit der Lederpeitsche, während mir permanent Safranfäden in die Nasenlöcher flogen und sich dort quasi einbrannten. Dinge, die ich sonst beim Laufen sehr intensiv wahrnehme, wie etwa Kuhfladen (außer natürlich, ich teste einen Oud-Duft) oder leicht vergorene Äpfel auf der Streuobstwiese (ok, außer, ich teste einen Zoologist), konnte ich heute nur kurzzeitig erahnen. Denn der attraktive Kollege mit der Synthetikkeule war stets direkt neben mir und schien zu brüllen, „weiter, weiter, nicht ablenken lassen von Natur und so nem Kram.“ Ich tat also, wie mir befohlen wurde und musste teilweise an meinen ehemaligen Trainer denken, der mir sowohl auf als auch abseits der Tartanbahn nicht immer wohlgesinnt war, aber das tut hier nichts zur Sache.

Letzten Endes schaffte ich es mit meinem Begleiter, der mich oft an einen nervigen Song von Helene Fischer oder so manch anderem, bekanntem Schlagersänger denken ließ, bis auf rund 300 Höhenmeter und das hatte ich so nicht geplant. Als ich schnaufend auf dem Berg angekommen war, stand er grinsend hinter mir und präsentierte mir an diesem Tag erstmal ein paar sehr angenehme, dunkle, maskuline und ja – auch sexy – Duftnoten. Ich war ganz angetan von dem Kerl, aber wie um alles in der Welt soll man den noch homöopathischer dosieren? Und selbst dann musst Du erstmal 40 Minuten um Dein Leben rennen, bis er schließlich zutraulich wird?

Auf dem Rückweg zog er sich dann so langsam zurück. Ich konnte endlich wieder den Wald mit all seinen olfaktorischen Eindrücken auf mich wirken lassen. Nur hier und da poppte noch ein winziger Hauch der Leder-Safran-Synthetik auf.

Also sollte ich tatsächlich mal wieder an einem Wettkampf teilnehmen wollen, wäre Ganymede durchaus eine Option. Bei all den ungewaschenen Klamotten dort vielleicht auch etwas mehr, als diese Homöopathen-Dosis. Das ist mal ein Duft, mit dem man komplett in eine olfaktorische Blase schlüpfen kann, wenn man das so möchte. Safran, Leder und vor allem Synthetik sollte man unbedingt mögen. Und ja, schlecht riechen tut das wirklich nicht. Aber für mich sowas von zu viel.

Herzlichen Dank an Basti für den Tritt in den Hintern heute Vormittag. Ja, manchmal schadet mir das nicht. Die Aussicht war toll!
50 Antworten
10
Flakon
9
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
Profumo

284 Rezensionen
Profumo
Profumo
Top Rezension 61  
Modernes Meisterwerk
Quentin Bisch gehört ja zu den neuen Shooting-Stars der Branche, und was man ihm wirklich lassen muss: er bemüht sich redlich um eine eigene, vor allem um eine moderne Handschrift. Das ist für jemanden wie mich, der, was Düfte anbelangt, von den Kreationen der 70er und 80er Jahre geprägt wurde, mitunter nicht ganz einfach.
Mit so heftig beklatschten Düften wie ‚Sauvage’ oder ‚Aventus’ kann ich rein gar nichts anfangen und wenn in irgendeiner Duftpyramide das Wörtchen ‚Ambroxan’ auftaucht, ist bei mir schon Feierabend.

Doch als ich kürzlich in einer meiner Lieblingsparfümerien den ersten für Marc-Antoine Barrois von Bisch kreierten Duft namens ‚B683’ stehen sah, da musste ich dann doch mal testen – trotz des bösen Wortes ‚Ambroxan’ in der Beschreibung.
Zunächst dachte ich: Wow, ein richtig toller Lederduft mit einem ertragbaren modernen Touch, aber dann, nach einer guten Weile, die Ernüchterung: Ambroxan! Dieses vermaledeite Zeug, das für mich noch jeden Duft ruiniert hat und irgendwie alles nach ‚Axe’ riechen lässt.... Schade, schade. (Ganz so schlimm ist der Duft dann doch nicht, doch davon mehr an anderer Stelle.)

‚Ganymede’ nahm ich dann schon ohne viel Hoffnung in die Hand, sprühte mir ein bisschen auf einen Teststreifen und dachte: aha, diesmal also Calone.
Zuhause angekommen, kramte ich den Streifen wieder aus meiner Hosentasche, roch erneut daran, aber das Calone war verschwunden. Stattdessen auf einmal: bitter-würziger Safran, eine Curry-ähnliche Note und helles Wildleder – das gefiel mir!
Am nächsten Tag wurde ich wieder vorstellig, sprühte mir etwas auf die Haut und war augenblicklich hin- und hergerissen. Wieder dieses tausendmal gerochene Calone, das wahlweise mit aquatisch oder ozonisch umschrieben wird und Wasser, Meer, Gischt etc. assoziieren soll – ‚Cool Water’ und seine Millionen Nachkommen lassen grüßen!

Hinter diesem wässrig-salzigen, luftigen Aspekt, blitzen aber bald fruchtige Nuancen hervor, untermalt von einem immer deutlicher werdenden hellen Wildleder-Akkord, der mich irgendwie an meine geliebten Wildleder-Clarks aus den späten 70ern erinnert...
Vor allem aber dominiert die vielschichtige, strenge Würze des Safrans das Geschehen im Zentrum des Duftes. Im Gegensatz zu ‚B683’ tendiert dieser würzig-ledrige Akkord aber nicht in eine dunkle, erdige Richtung, sondern ins glatte Gegenteil. Hier ist alles hell und gut durchlüftet.
Nach einiger Zeit tritt aus den Schatten des Fonds langsam eine im Vergleich zum Safran nicht weniger komplex duftende Immortellen-Note hervor, die mit ihren Curry-Nuancen wunderbar mit dem langsam verhauchenden Gewürz korrespondiert.
Dieser Strohblumen-Akkord hat es aber in sich, denn er wird von Quentin Bisch ohne jegliche Süße (Annick Goutals ‚Sables’!) herausgearbeitet und verströmt seinen knarzig-staubtrockenen, Heu-artigen Würzakkord, nebst schon erwähnten Curry-Anleihen eine unendlich lange Weile.
Ja, der Duft ist wirklich ausgesprochen ausdauernd und gerade auf diese Immortellen-Note bin ich mittlerweile schon mehrfach angesprochen worden - meist wenn ich sie selbst schon gar nicht mehr wahrnahm.
Zumindest von einem, der mich darauf ansprach, weiß ich, dass er ein großer Korsika-Freund ist und den Duft der Macchia liebt.

Noch am nächsten Morgen kann ich deutlich letzte Spuren dieser strohigen Trockenblüte entdecken und im Gegensatz zu manch anderem Duft, der gerne schon viel früher verblassen darf, da er mich doch ziemlich angestrengt hat, freue ich mich im Falle von ‚Ganymede’ darüber, denn der Duft strengt - mich zumindest – in keiner Phase an.

Ganz im Gegenteil. Quentin Bisch hat einen wunderbar präsenten, trotzdem nicht lauten Duft geschaffen, der einen schönen 3-aktigen Verlauf nimmt und dabei bestens kalibriert ist. Der ozonische Beginn, der ledrig-würzige Mittelteil und das Immortellen-Finish verschmelzen perfekt zu einem wirklich gut und sorgfältig komponierten Duft.
Beide, ‚Ganymede’ wie ‚B683’, sind dabei durch und durch moderne Werke. ‚B683’ mag, als genuiner Lederduft, noch gewisse Bezüge zu den großen Lederheroen der Vergangenheit haben, besonders zu ‚Knize Ten’ und ‚Cabochard’, aber bei ‚Ganymede’ finde ich diese Bezüge schon nicht mehr, oder nur in ganz geringen Maße. Das schon erwähnte ‚Sables’ fiele mir ein, aber nur der herausgehobenen Immortellen-Note wegen, ansonsten sind die Schnittmengen eher überschaubar. Oder das ebenfalls von Annick Goutal stammende alte ‚Eau de Monsieur’ aus den 80er Jahren, das aber viel zu sehr klassisches ‚Eau’ war, und dennoch einen ähnlich dominanten Strohblumen-Akkord im Fond aufwies.

Nein, ‚Ganymede’ ist meiner Ansicht nach ein kleines modernes Meisterwerk, das mich vielleicht gerade deshalb so begeistert, da ich den Glauben an die Fähigkeiten der modernen Parfümerie schon beinahe verloren habe.
Aber siehe da, es geht noch!

Auch der Name gefällt mir: ‚Ganymede’, der größte Jupiter-Mond, unter dessen Eisoberfläche ein riesiger Salzwasser-Ozean verborgen sein soll. Dieser Salzwasser-Aspekt ist im Duft ebenso wiederzufinden, wie die Macchia-geschwängerte Küstenluft Kretas, auf deren Bewohner die Sage von Ganymede und Zeus als einem Liebespaar zurückgehen soll, die in der Antike die Liebe unter Männer legitimierte.
‚B683’, der dem ‚Kleinen Prinz’ von Saint-Exupery entlehnte Fantasieplanet ist hierbei Jupiter/Zeus und Ganymed der Mond des Jupiter, bzw. der Liebhaber des Zeus ...
Wunderbar ineinander verschränkte Inspirationsquellen, oder?!

Kleiner Zusatz: der Sprühmechanismus ist fantastisch! Es gab in den 70er Jahren statt ‚Vaporisateure’ sogenannte ‚Atomiseure’, die den Duft ganz fein vernebelten. An diese ‚Atomiseure’ erinnert mich der Sprühmechanismus der Düfte von Barrois. Allerdings erreicht der in kleinste Partikel zerstäubte Duft diesmal tatsächlich die Haut und verhaucht nicht in alle Richtungen.
7 Antworten
8
Duft
Susan

139 Rezensionen
Susan
Susan
Top Rezension 47  
Upper Class
Ich habe selten einen Duft gerochen, der eine ähnlich luxuriöse „Upper Class Aura“ um seinen (männlichen) Träger erzeugt, wie dieser hier …..

Vor meinem inneren Auge sehe ich mich in einem 10Mio $ Appartment in der Upper East Side…….bodentiefe Fenster…….Dachterrasse mit Blick auf den East River…….die Böden und Schränke aus edelsten Hölzern……..die Ledermöbel in gedämpften männlichen Tönen…… weich und perfekt gepflegt……eine Welton-Kerze , gefasst in schwarzem Onyx, verleiht dem Raum eine angenehm subtil-zitrische Duftatmosphäre……

Alles in diesem Appartement strahlt Ruhe, Souveränität, Gelassenheit und mühelose Eleganz aus…….

Allerdings ist es auch ein wenig kühl in diesen Räumen……der Gastgeber bleibt freundlich distanziert und stets ein wenig unnahbar und geheimnisvoll…….

Ganymede ist ein Faszinosum für mich……ich könnte jetzt nicht wirklich sagen, dass ich ihn „mag“…..genau genommen mag ich ihn nämlich nicht…….aber er fesselt mich auf irgendeine undurchschaubare Art und Weise…….

Was man vielleicht noch erwähnen sollte: dieser Duft ist hochgradig synthetisch……was bedeutet: Ist er erst mal da, geht er nie mehr weg *grins*
22 Antworten
8
Preis
9
Flakon
9
Sillage
10
Haltbarkeit
9
Duft
17komma3

6 Rezensionen
17komma3
17komma3
Top Rezension 38  
Keine Zukunft
Das Jahr ist 2109. Es ist 50 Jahre her, seit Elon Musk seine beiden Unternehmen "Space X" und "Tesla" fusionierte um die Besiedlung des Nachbarplaneten Mars anzustoßen. Nach dem großen Wasserkrieg 2088-2092 sind die ehemaligen Supermächte der Welt zerschlagen und die Erde droht, an Klassenkampf, Ressourcenmängeln, Umweltkatastrophen und dem Klimawandel endlich zu Grunde zu gehen. Knappe 20 Jahre später öffnet sich eine gigantische Schleuse in Mitten des Wüstengebietes das einmal als "Amazonas" bekannt war. Mit Hilfe von Antigravitationstechnologie erhebt sich ein monumentales Raumschiff von 2000 Meter Länge. Eine millionen Tonnen schwere, graue Ellipse aus Metall, ohne Fenster, ohne Flügel, ohne sichtbarem Antrieb. Es könnte aus dem Retrofilm "Dune" des Jahres 2021 stammen. Das Dröhnen der Vibrationen ist in 100 Kilometern Entfernung zu spüren. Flugtaxis aus allen Himmelsrichtungen fliegen zum Raumschiff welches die übriggebliebene Elite der Menschheit in eine bessere Welt bringen soll.

Sie gehören zu einem der glücklichen 14.522 Menschen welche einsteigen und die 12 tägige Reise zum roten Planeten antreten dürfen. Die mindestens 30.000.000.000 restlichen Menschen werden auf der Erde bleiben und verenden. Nicht Sie, denn über mehrere Generationen akkumuliertes und nicht versteurtes Erbe ermöglichten Ihnen, wie tausenden weiteren Familien, die billionen UN-Credits zu bezahlen, welche das One-Way-Ticket zum bisher nur spärlich "zu wissenschaftlichen Zwecken" besiedelten Mars kostet.

So grau, brutal und formlos wie das Raumschiff von außen erscheint, so hell, sauber und minimalistisch ist es von innen. Die Räumlichkeiten in denen Sie die nächsten Wochen verbringen werden sind grell und klar, so dass sie fast schon anstrengend werden. Sie befinden sich sichtlich im teuersten Objekt der Menschheitsgeschichte. Hier sind die Sessel mit feinstem Synthetik-Leder überzogen. Sie setzen sich in ein Replika eines Eames-Chairs. Das Raumschiff zieht am Mond vorbei. Der Geruch vom außerirdischen liegt in der Luft. Ledrig und künstlich. Clean, aber auf eine stechende Weise. Desinfektionsmittel? In der Kolonie sollte vermutlich vermieden werden, dass sich Krankheiten wie SARS CoViD 2076 ausbreiten. Und da ist etwas fruchtiges, saures, wie eine Limonade. Denn sie bekommen zur Begrüßung eine sogenannte Mandarine serviert, eine exotische, eigentlich längst ausgestorbene Frucht welche im Labor geklont wurde. Diese eine Frucht ist mehr wert als die meisten Menschen die sich nicht in diesem Raumschiff befinden pro Jahr verdienen. Doch Sie haben für die Mahlzeiten der nächsten 2 Wochen mehr gezahlt als die meisten Menschen im gesamten Leben verdienen. Zur Hauptmahlzeit wird Reis mit Safran gereicht. In Tellern aus teurem Dschungelholz serviert, an einem Tisch der mit echten (!) Blumen dekoriert wurde.

So futuristisch und unbegreiflich monumental, so kristallklar aber doch anstrengend und so besonders würde ich Ganymede von Marc-Antoine Barrois beschreiben. Der Geruch eines Neuwagens, aber der Neuwagen ist größer als eine Kleinstadt und fliegt durch das Weltall. Dieser Duft ist etwas spezielles und ich verstehe jeden der sagt, er findet den Duft phänomenal, wie ich jeden verstehe, der ihn schrecklich findet. Ich habe nun nach mehreren Wochen des Testens diesen Teil der Rezension bearbeitet und gebe dem Duft 9 von 10 möglichen Punkten. Ich verstehe die Botschaft welche er aussagt und die Tatsache, dass ich nicht aufhören kann, an meinem Arm zu riechen wenn ich ihn dort auftrage zeigt, dass ich zu denen gehöre für die der Duft kreiert wurde. Wer auf Klarheit, Safran, Gewürze und synthetische Hölzer steht wird hier Freude haben. Wer statt des überdimensionalen Raumschiffes eine Zahnarztpraxis riecht eher nicht. Probieren geht über studieren :-)

Haltbarkeit und Silliage sind brutal. Mit diesem Duft sollte man es nicht übertreiben! Riecht man noch Tage danach an der Kleidung...

Der Flakon ist schlicht, aber wunderschön.

Der Preis geht völlig in Ordnung für diese Performance.

Ich wünsche der Distopie welche ich mit diesem Duft verbinde keine Zukunft. Am Duft selbst werde ich jedoch noch einige Freude haben.
13 Antworten
Weitere Rezensionen

Statements

588 kurze Meinungen zum Parfum
Danny264Danny264 vor 1 Jahr
8
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
8
Duft
Zwischen
Salzigen Küstenwinden
und
Mandarinen Plantagen
Regnet es
Safran Perlen
Auf Immortelle
und Veilchen
Leder Essenz
42 Antworten
SchalkerinSchalkerin vor 3 Jahren
7
Flakon
7
Sillage
9
Haltbarkeit
6.5
Duft
Er trägt Anzug und Lederschuhe und schenkt Mama jede Woche einen Strauß Veilchen und Immortelle, weil sie ihm immer Safran kauft.
26 Antworten
IriniIrini vor 3 Jahren
10
Flakon
10
Sillage
10
Haltbarkeit
9.5
Duft
Raum ergreifend und Kosmos erobernd. Das All selbst füllt sich mit unbeschreiblichen Safran & feinsten Leder Syndikate. Ganymede forever ♥️
15 Antworten
AxiomaticAxiomatic vor 1 Jahr
8
Sillage
8
Haltbarkeit
5
Duft
Osmanthus verdirbt dem Mundschenk die Laune. Abgestanden, muffig.
Veilchen klirrt ewtas.
Immortelle verirrt sich.
Zeus schmeckt es nicht.
37 Antworten
April22BeeApril22Bee vor 2 Jahren
8
Flakon
8
Sillage
9
Haltbarkeit
5.5
Duft
In der matrix gefangen:herbe mandarinenschale wird abgelöst von Gummi/Lederholz.Erinnert an "jazzclub". Am Ende gibt's viel Curry.VERWIRRUNG
32 Antworten
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Encelade von Marc-Antoine Barrois B683 (Eau de Parfum) von Marc-Antoine Barrois B683 (Extrait de Parfum) von Marc-Antoine Barrois Tilia von Marc-Antoine Barrois Ganymede Extrait von Marc-Antoine Barrois