Sacrebleu, Weib komm her! Oder wie soll man den Namen dieses exotischen Potpourris verstehen? Blau ist hier gar nichts, auch nicht heiliges Blau. Den Auftakt machen Jasmin, jawoll, hier schon, und die Früchte. Unser alter Freund Zimt - ja, auch er bereits in der Kopfnote - dient hier wohl als Balance, denn man sollte sich davon nicht abschrecken lassen. Dies ist kein Gourmand Duft! Und die Tuberose! Sie drängelt ein wenig, man verzeihe ihr, das ist ihr Naturell. Doch verträgt sie sich sehr gut mit der Nelke, die trotz allem nicht die Chance hat, die Oberhand zu gewinnen. Lange dauert es, bis sich die Herznote mal herablässt, die Basis auch ein wenig zum Vorschein kommen zu lassen. Unsere hartnäckige Tuberose bleibt auch hier präsent. Aber faszinierend, wie sie mit dem Weihrauch auf einem Parkett von Patchouli und Sandel umeinanderwirbelt. Tonka ist von mir nicht direkt wahrzunehmen. Aber die Wärme, die durch das leicht Kratzige der eigenwilligen Tuberose-Weihrauch Combo hervorkommt, wird wohl darauf zurückzuführen sein. Ein fast altmodisch anmutender Duft, den Weiber trugen, als sie sich noch parfümierten um parfümiert zu sein, nicht um wie frisch geduscht zu riechen. Heute ist Weib ja leider ein Schimpfwort, außer man setzt Rasse- oder Voll- davor. Coktailkleider mit tiefen Ausschnitten und gefährlich engen Schnitten kommen einem in den Sinn. Schummrig-rauchige Bars, sexy-curvy Ladies mit laszivem Augenaufschlag und Zigarette im loooooong Holder.