In der Tat, viele meinen Percival wäre den aufgerufenen Preis und seinen Status als Nischenparfüm nicht wert.
Richtig, der Duft ist sehr gefällig und erinnert vom Duftcharakter prinzipiell an viele günstigere Alternativen aus dem Designer-Bereich. Allerdings schafft Percival es, eben genau die Tiefe, Raffinesse und Qualität anzubieten, welche viele andere Düfte vermissen lassen. Um eine Analogie zu ziehen: Man vergleiche den Burger einer Fastford-Kette mit dem eines hochpreisigen, edlen Steakhouses. Man bekommt in beiden Fällen das gleiche Gericht serviert, doch aber völlig anders zusammengestellt, zubereitet und wertiger. Manchmal hat man eben gerade Lust auf das simple, schnelle und bekannte; oft jedoch sehnt man sich auch nach der ausgefeilteren Version.
Percival eröffnet sich meiner Nase mit frischen, aquatischen Noten und Ambroxan; gewiss verbreitet sich ein wenig der Eindruck und das Gefühl nach einem erquickenden, erholsamen Duschgang. Ich finde jedoch, man riecht recht deutlich aromatisch-würzige Noten im Unterbau, sicherlich auch ein wenig Holz in der Basis. Dadurch kommt nicht notwendig ein Urlaubs- und Strandfeeling auf, sodass der Duft eine lebendige, jugendliche Seriosität ausstrahlen kann. Gewissermaßen vom Gesamtkonzept ein typisch-frischer Herrenduft, bloß in besser.
Ich habe einen Flakon aus dem Jahr 2018. Die Performance ist sehr stark, mit drei Sprühen rieche ich mich selbst teilweise noch den ganzen Tag!
Ich kann Percival guten Gewissens jedem empfehlen, der die Klassiker wie Bleu de Chanel oder Acqua di Gio mag, jedoch mal erleben möchte, was ein Haus wie Parfums de Marly aus diesem Duftkonzept zu zaubern vermag. Wenn man nicht erwartet, dass Percival das Rad neu erfinden soll, dann sehe ich bezüglich Preis auch kein Problem.