15
Sehr hilfreiche Rezension
Winterhitze
Nach etwas mehr als einem halben Jahr mit diesem wundervollen Duft verspüre ich einen Drang, noch einen weiteren Kommentar zu diesem Meisterwerk zu verfassen.
Das Opening des Duftes ist brachial - dabei bleibe ich. Allerdings ist meine Nase ein bisschen filigraner geworden und so bemerke ich auch den Moschus. Allerdings rieche ich trotzdem und weiterhin auch etwas Vanille im Auftakt. Moschus ist auf keinen Fall Kernkomponente, trägt eher im Hintergrund zum Gesamtbild bei. Die Meisten werden den Moschus nicht gesondert wahrnehmen. Ich frage mich weiterhin, wie man aus Amber und Vanille einen so brachiales und unsanftes Entree kreieren kann - aber sei's drum.
Die ersten Stunden verbringen wir mit Amber und Vanille. Jasmin und Maiglöckchen rieche ich auch weiterhin nicht. Amber und Vanille lassen eigentlich eine herzerwärmende und sanfte Kreation erwarten. Wärmend ist sie auch, selbst gegen einen Schneesturm im tiefsten Winter. So wärmend kann diese Kombination aber nur sein, weil sie so gar nicht sanft ist und viele Ecken und Kanten hat. Amber und Vanille kämpfen unter Ellbogeneinsatz um die Vormacht im Parfum. Der Wettbewerb endet in einer unfassbaren Potenz beider Duftstoffe, die für eine atemberaubende und unsanfte Wärme sorgt. Ähnlich zu einem Lagerfeuer, dessen Hitze manchmal auch schwer zu kontrollieren ist. Das macht den Duft aber nicht unangenehm, im Gegenteil. Während ich bei MFK's Grand Soir immer Sofa-Kamin-Assoziationen habe, habe ich hier eher Après-Ski-Lagerfeuer-Vibes. Auch das kann sehr schön sein.
Düfte, die mir gefallen, hatten bisher immer einen relativ linearen Duftverlauf. Deswegen war ich nach der Anpreisung von Oud im Duft durch meine Nischenparfümerie auch erstmal etwas verwundert, denn ich konnte das Oud dort definitiv nicht wahrnehmen. Aber es sollte sich herausstellen, dass bei Tiziana Terenzi Basisnoten auch tatsächlich Basisnoten sind. Nach einigen Stunden - ich würde mal 6-8 schätzen - werden Amber und Vanille ihres Konkurrenzkampfes etwas müde. Sie sind deutlich wahrnehmbar zugegen, haben sich aber darauf geeinigt, in Altersteilzeit zu gehen und den freigewordenen Platz dem Oud einzuräumen. Das macht den Duft um einiges sanfter und runder. Hier gefällt er mir selbst am Besten, auch wenn der Amber-Vanille-Auftakt ebenfalls sehr schön ist.
Fazit: Dieser Duft gibt an Wintertagen Lagerfeuerhitze statt Winterwärme und an allen Abenden im Jahr das Gefühl einer wohligen Außergewöhnlichkeit. Ja, ich weiß, klingt komisch. Aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.
Cheers!
Das Opening des Duftes ist brachial - dabei bleibe ich. Allerdings ist meine Nase ein bisschen filigraner geworden und so bemerke ich auch den Moschus. Allerdings rieche ich trotzdem und weiterhin auch etwas Vanille im Auftakt. Moschus ist auf keinen Fall Kernkomponente, trägt eher im Hintergrund zum Gesamtbild bei. Die Meisten werden den Moschus nicht gesondert wahrnehmen. Ich frage mich weiterhin, wie man aus Amber und Vanille einen so brachiales und unsanftes Entree kreieren kann - aber sei's drum.
Die ersten Stunden verbringen wir mit Amber und Vanille. Jasmin und Maiglöckchen rieche ich auch weiterhin nicht. Amber und Vanille lassen eigentlich eine herzerwärmende und sanfte Kreation erwarten. Wärmend ist sie auch, selbst gegen einen Schneesturm im tiefsten Winter. So wärmend kann diese Kombination aber nur sein, weil sie so gar nicht sanft ist und viele Ecken und Kanten hat. Amber und Vanille kämpfen unter Ellbogeneinsatz um die Vormacht im Parfum. Der Wettbewerb endet in einer unfassbaren Potenz beider Duftstoffe, die für eine atemberaubende und unsanfte Wärme sorgt. Ähnlich zu einem Lagerfeuer, dessen Hitze manchmal auch schwer zu kontrollieren ist. Das macht den Duft aber nicht unangenehm, im Gegenteil. Während ich bei MFK's Grand Soir immer Sofa-Kamin-Assoziationen habe, habe ich hier eher Après-Ski-Lagerfeuer-Vibes. Auch das kann sehr schön sein.
Düfte, die mir gefallen, hatten bisher immer einen relativ linearen Duftverlauf. Deswegen war ich nach der Anpreisung von Oud im Duft durch meine Nischenparfümerie auch erstmal etwas verwundert, denn ich konnte das Oud dort definitiv nicht wahrnehmen. Aber es sollte sich herausstellen, dass bei Tiziana Terenzi Basisnoten auch tatsächlich Basisnoten sind. Nach einigen Stunden - ich würde mal 6-8 schätzen - werden Amber und Vanille ihres Konkurrenzkampfes etwas müde. Sie sind deutlich wahrnehmbar zugegen, haben sich aber darauf geeinigt, in Altersteilzeit zu gehen und den freigewordenen Platz dem Oud einzuräumen. Das macht den Duft um einiges sanfter und runder. Hier gefällt er mir selbst am Besten, auch wenn der Amber-Vanille-Auftakt ebenfalls sehr schön ist.
Fazit: Dieser Duft gibt an Wintertagen Lagerfeuerhitze statt Winterwärme und an allen Abenden im Jahr das Gefühl einer wohligen Außergewöhnlichkeit. Ja, ich weiß, klingt komisch. Aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.
Cheers!

