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Antidote (Eau de Toilette) von Viktor & Rolf

Antidote 2006 Eau de Toilette

Apicius
04.06.2010 - 17:50 Uhr
14
Hilfreiche Rezension
5Duft 5Haltbarkeit

Scharfe Höhen, mickrige Bässe

Mit der Haltbarkeit eines Parfums ist das so eine Sache. Manche halten auf der Haut etwas länger, andere eben kürzer. Doch ich habe festgestellt, dass es einen Unterschied machen kann, auf welche Weise sie halten.

Gute Parfums sprüht man auf, und der Duft ist da, solange die Haltbarkeit eben reicht. Egal, ob mit viel Entwicklung oder ganz ohne. Ich finde, bei einem sehr guten Parfum sollte die Intensität des Duftes über den ganzen Verlauf einigermaßen gleichbleibend sein.

Bei Antidote ist das sicher nicht der Fall. Der Auftakt ist furchtbar laut und dissonant, eine Melange aus vielem. Ein wüstes Durcheinander: süß, blumig, dabei auch ein wenig kratzig – zum Davonlaufen!

Ganz allmählich macht sich sehr dezent die Basisnote bemerkbar. Das ist nach meinem Eindruck ein schöner Patchouli-Weihrauch-Eichenmoos-Akkord. Und tatsächlich, nach einer Stunde ist das süßliche Kopf- und Herznotenchaos komplett verschwunden. Die schöne Basisnote steht nun vollkommen alleine da, aber sie schwächelt so sehr, dass sie sich kaum auf den Beinen halten kann. Erst total laut, dann vollkommen dezent – das finde ich unharmonisch. Eine Stunde lang stinken, um danach gut zu duften – nein danke!

Die hier vorhandene schöne Basis gibt es auch woanders. Ich empfehle Pontevecchio von Nobile 1942 und vor allem das wunderbare L’Homme Sage von Divine. Hier vibriert diese Note, changiert zwischen strahlender Helle und nächtlicher Finsternis. Dabei ist sie haltbar, standfest und präsentiert sich stolz in nahezu gleichbleibender Intensität über den gesamten Duftverlauf.
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