„B Never Too Busy to be Beautiful“ war eine Schwesterfirma des heute weltweit unter dem Namen „Lush“ bekannten Kosmetikunternehmens und bestand von 2003 bis 2010. Kollektionsschwerpunkte waren Düfte, glitzerndes Make-Up und Make-Up-Accessoires. Lushs Schwester unterhielt Geschäfte in London, Leeds, Dorset (UK), Tokyo und Wien sowie eigene Internet-Auftritte.
Das Konzept des Hauses mit dem großen „B“ glich Aladins Schatzkammer und setzte mädchenhafte Dekadenz um. Ihr erstes Ladenlokal für die neue Marke eröffneten die Gründer im September 2003 auf der Carnaby Street in London in opulentem Stil mit vergoldeten Wänden und Stoffblumen. Die Mitgründerin Rowena Bird folgte einer Inspiration aus Kindertagen, in denen sie am Schminktisch ihrer Tante Penny spielte. Sie suchte Verpackungsformen in aller Welt, um Spaß und Verspieltheit aufleben zu lassen. Ihre Anregungen für Flakons, Farben und juwelenbesetzte Tiegel fand sie überwiegend in Indien und Marokko. Ihre Geschäfte in Covent Garden, Carnaby Street und Poole, vom Unternehmen selbst als „herrlich dekadent“ beschrieben, waren Anspielungen auf französische Parfümerien sowie ein Mix aus Vintage- und Boho-Chic-Einflüssen. Jeder Tresen in einem testfreundlichen Umfeld sollte eine andere Geschichte erzählen. Der Duft „Two Hearts Beating as One“ war eine leidenschaftlich-sinnliche Hommage an das Kabarett à la Moulin Rouge, „Love“ wurde auf einem Frisiertisch im Stil der 1950er Jahre mit floralen Lichterketten angepriesen und „Dirty“ mit einem augenzwinkernden Werkbank-Appeal.
2008 folgte die Eröffnung der ersten „B Bar“, einer verspielten Make-Over und Cocktail-Bar, der 2009 eine zweite in der Oxford Street folgte.
Nicht wenige der heute unter der Marke Lush bekannten Düfte stammen ursprünglich aus der „B Never Too Busy to be Beautiful“-Kollektion wie beispielsweise 1000 Kisses Deep, B Scent, Cocktail, Dear John, Dirty, Keep It Fluffy, Ladyboy (Fantabulosa) und Love ebenso wie Superworld Unknown und Breath of God. Ladyboy sollte eine Hommage an alles „unkonventionell Kitschige“ darstellen. Dieser Duft wurde allerdings in späteren Jahren umbenannt in Fantabulosa, da man die ursprüngliche Bezeichnung zwischenzeitlich für unvereinbar mit LGBTQ-Rechten erachtete.
Wie Lush verschrieb sich „B Never Too Busy to be Beautiful“ der Kampagne gegen Tierversuche, die Lush unter der hausinternen Bezeichnung „Supplier Specific Boycott Policy“ (SSBP) innerhalb der Unternehmensgruppe etablierte. Während andere Richtlinien lediglich die Verwendung von an Tieren getesteten Inhaltsstoffen in Kosmetika ausschließen, bedeutete SSBP für Lush und deren Schwesterfirmen, dass Geschäftsabschlüsse mit Unternehmen grundsätzlich ausgeschlossen waren, wenn diese Tierversuche zu irgendeinem Zweck für Kosmetika, Lebensmittel, Agrochemikalien, Pharmazeutika etc. durchführten. Daneben galten auch für „B Never Too Busy to be Beautiful“ Regeln für Fair-Trade-Lieferketten zum Beispiel zur Vermeidung von Kinderarbeit in den Herkunftsländern von Zulieferstoffen und für Geschlechtergerechtigkeit.
Das B-Projekt wurde 2010 aufgegeben und durch das „Gorilla Perfume“-Konzept ersetzt. Mit wenigen Ausnahmen wurden die meisten Düfte der „B Never Too Busy to be Beautiful“-Marke im Verlauf der Folgejahre in die Lush-Kollektion integriert.
Elisa1000