Gottseidank, kein Oud...dachte ich, als ich die Pyramide las. Der Rest klang ja ganz spannend; viele Lieblingsnoten und ein paar, die ich nicht von der Bettkante schmeissen würde. Aber, wie das so ist, auch im wahren Leben: Die Dosis macht das Gift. Hier ist es der Staub der Wüste - so kommt es mir vor - der den Duft zeitweise viel zu trockenpudrig werden lässt. Ich schliesse mich Vorrednern an, die sagten, dass man für 269 Schleifen Ansprüche stellen kann, aber muss darauf hinweisen, dass der Duft in Bahrain entstanden ist und dortige Nasen vielleicht anders ticken. Der Flacon jedenfalls ist arabisch-opulent, um nicht zu sagen orient-kitschig. Die Entwicklung des Duftes reicht von "schöner, sammetweicher, blumiger Auftakt" über "Erstickungsanfälle durch Irispuder und Rosenüberdosen" bis zu "guerlainähnlichem, langem, zauberhaften Kuscheldrydown". Alles in allem spannend und kurzweilig, nicht besonders orientalisch, eher Jovoy Terra Incognita und Sa majeste la Rose von Serge Lutens gemischt und gestreckt. Wer Rosen und Puder mag, der wird ihn lieben...