Ich bin mit Sicherheit kein Connoisseur. Meistens irre ich orientierungslos durch die Parfümabteilung des KaDeWe und lasse mich solange einsprühen, bis mir schlecht wird.
Wenn meine Gumminase und meine klägliche Expertise (immerhin war ich bei Douglas und habe alle Facetten einer frisch geputzten Kloschüssel im Torino21 erschnüffelt) jedoch eines mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festhalten können, dann ist es die indiskutable Großartigkeit das Crazy Basil.
Klar, der Name ist vollkommen einfallslos und man könnte darunter auch einen neongrünen Schnaps in einer heruntergekommenen Eckkneipe erwarten, von dem das Gesicht abfällt, aber das wäre zu hochgestochene Nörgelei.
Das Parfüm startet herb und frisch mit Basilikum, Zitrus, Moos und Tannennadeln. Wenn ich es umschreiben soll, dann riecht man wie ein Zedernzapfen mit Mandarinenschale. Auf der Haut kommen mit der Zeit die Hölzer heraus und der Duft wird plötzlich erstaunlich warm, behält aber seine ätherischen Noten und man hätte nunmehr wohl den Wandel zur Saunabank mit Birkenaufguss vollzogen. So bleibt er auch bis zum Schluss stehen.
Keinen Schimmer, ob es etwas Vergleichbares auf dem Markt gibt. Zumindest konnte mir darauf keine stichhaltige Antwort gegeben werden. Der Preis ist selbstverständlich absurd hoch und nicht wirklich zu rechtfertigen, aber immerhin ist der Flakon ausgesprochen hübsch. Für mich wäre das Parfüm also ein neufundländischer Holzfäller im roten Karohemd, der bei –14 Grad Celsius in Unterhose...
Lassen wir diese fragwürdigen "mit dem 230 Euro Parfüm bist du ein XYZ und ich kriege ganz bestimmt keine Provision für diesen Quark" Umschreibungen. Fantastisch für den Alltag geeignet, wenn man zurückhaltende, natürliche Gerüche und Nadelwälder mag.