Würde Mr. Creed aus Großbritannien den "blind" erschnuppern, würde er mit großer Wahrscheinlichkeit denken, der Duft sei salopp gesagt "auf seinem Mist gewachsen". Eines der Kreationen seines Dufthauses.
Nicht direkt sein "Aventus" oder sein "Bois Du Portugal" oder was Anderes Tolles aus der Produktion. Aber ebenbürtig in Qualität und Ausführung.
Da habe ich nun einen "grünen Kracher" vor der Nase, der vor "dunkler Frische" geradezu strotzt und wunderbar "fruchtig" beginnt.
Da wäre die "nasse Anna", äh, die "Ananas", die leicht exotisch eröffnet, die Schwarze Johannisbeere mit herbem Einschlag und feiner Fruchtsäure. Und die frische Bergamotte mit etwas Apfel aromatischer Sorte.
Auf den Fersen folgt eine richtig gute, herbwürzige Kombination an "rauchigem Birkenteer"., erdigen Noten , aromatischem Koniferenholz und einem Hauch Blüten. Satt, reichhaltig, die "Kopfnoten" schwingen deutlich mit. Der "Fond" ist schon in latenter Lauerstellung.
Fein ziseliertes Baummoos, zarte Wärme on Amber und eine große Prise rauchiger Balsame.
Keine der Noten sticht vorwitzig hervor, der Duft ist jedoch sehr "lebendig", so dass mal der eine, dann wieder der andere Duftaspekt zeitweise an vorderster Stelle steht, satt umrahmt von allen anderen. Das langanhaltende Parfum lässt daher keinerlei Langeweile aufkommen. Weil es sich von vielen "besten Seiten" zeigt.
Ein "Creed "? Vielleicht Inkognito. Aber bestimmt ein "Pineapple Oak"! :-))
Deinen Enthusiasmus kann ich in diesem speziellen Fall leider gar nicht nachempfinden. Insbesondere reichhaltig und fein finde ich den überhaupt nicht. Im Gegenteil: eher schlicht und billig.