...das Biest hatte sich versteckt, hinter L'Amoureuse. Im falschen Tester. Heimtückisch ist das, weil ich den ganzen Kommentar umformulieren muss. Und alle Aufregung war umsonst.
Der Auftakt ist, wie bei allen Brecourt Düften, die ich bisher getestet habe, schwer zu fassen. Etwas frisch, aber schon leicht stechend, kommt dieser hier auf meiner Haut rüber. Und sofort ist da eine Tuberose, wo sie hingehört, weil das da auch so steht. Entfernt erinnert der Duft an "Gloria" von Vanderbilt, wobei dieser vielschichtiger und weicher ist. Avenue Montaigne kommt gleich klar blumig daher, ein wenig kratzbürstig und bleibt sehr stark - na ja, ich sagte es schon - tuberosig. Wenn man verliebt ist, sich zum ersten romantischen Abendessen trifft, beim Kerzenschein zusammensitzt und diesen Duft trägt, wird der Mann sich nicht näher als 3 Meter an einen ran wagen. Es ist einfach zu viel, erschlagend und der Liebe eher abträglich. Wenn man Platz zum Shoppen braucht, auf der Avenue Montaigne zum Beispiel, dann ist der Duft ein Garant dafür, dass man ihn auch bekommt. Wenn man allerdings bedenkt, dass dieser Duft in der Nähe des Meeres kreiert wurde, er kommt ja wohl aus Südfrankreich, dann wird man milde. Denn Meerluft schluckt Düfte geradezu. Es wäre also mal einen Versuch wert, in Cannes Urlaub zu machen, sich mit Avenue einzunebeln und zu testen, wie es dort wirkt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es funktioniert. Die Haltbarkeit ist sehr gut, am nächsten Morgen dufteten meine Handgelenke immer noch.