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Love & Luck for Men von Ed Hardy

Love & Luck for Men 2008

Moriarty
22.02.2014 - 13:01 Uhr
11
Sehr hilfreiche Rezension
6.5Duft 7.5Flakon

Wer Ed Hardy verdauen kann, sollte zugreifen

Auf den Shirts stand mitunter fast philosophisch "Liebe killt langsam". Für Ed Hardy allgemein galt das Tempo allerdings nicht, der Hype war schneller begraben, als manche T-Shirts verwaschen. Mit der Welle kamen auch ein paar Düfte auf dem Markt und im Falle von "Love and Luck for Men" könnte die Bewertung global nicht unterschiedlicher sein.

Über dem großen Teich und in der Youtube-Fragrance Community gilt er teilweise als Geheimtipp, der Frauen magnetisiert. Hierzulande würden ihn manche wohl liebend gerne zu dem Grab, in dem die tätowierten Shirts liegen, gesellen. Ich mache mich mal unbeliebt und gebe vielen US-Amerikanern recht. Das ist ein Duft, der anders gelablet sich großer Beliebtheit erfreuen würde.

Verglichen wird er ja mitunter schon mit Creeds "Millésime Impérial" und den finden zweifelsohne viele knorke. Sean John aka Puff Daddy hat ja laut einigen die beste Kopie davon hinbekommen, während der oute Hardy nur daran erinnert, aber alles viel schlechter und vor allem künstlich gemacht ist.

Meiner Meinung nach hat Parfümeur Olivier Gillotin (immerhin steht er für Tobacco Vanille und Dior Higher) hier allerdings nicht arg kopiert, dafür ist "Love and Luck for Men" zu würzig im Nachgang. "Millésime Impérial" ist da wertneutral betrachtet geschmeidiger. Beides hat etwas und beide haben diese Kombination aus Frucht (Honig-Melone im Falle von Millésime) und Meeresbrise (leicht salzig, aquatisch und grün) im Auftakt. Da liegt der Hund begraben (den Vergleichswert betreffend).

Bei Creed tut man diesen Hauch von Wasser und Algen noch als natürliche Raffinesse ab, während bei Ed Hardy dieser aquatische Touch ausschließlich der Chemiefabrik entspringt. Zu viel davon ist in beiden Fällen nichts, aber das eine ist nicht weniger künstlich, als das andere. Beide haben eine aquatisch starke Note, die nicht jedermanns Sache ist, auch meine nicht, aber in der Kombination, sofern man sich daran gewöhnt hat, impliziert das einen interessanten Charakter.

Mittlerweile schätze ich dieses Zusammenspiel der Komponenten bei Creed, Puff Daddy, aber auch Ed Hardy. Ich kann diesen Appeal nun gut nachvollziehen. "Love and Luck for Men" ist noch eigenständiger als "Unforgivable", ich sehe ihn wie erwähnt auch nicht als sehr gute Kopie, wie den vom Platin- oder Platten-Papst. Er ist im Nachgang markanter und nicht so geschmeidig, aber nicht qualitativ signifikant bzw. spürbar minderwertiger.

Wer kann, sollte jedenfalls zugreifen, denn das Parfüm hat hierzulande einen ähnlich inflationären Wert, wie Ed Hardy generell, obwohl es qualitativ so ist, dass man Komplimente dafür kassiert. Wer es nicht weiß, wird es mögen, da wette ich.
2 Antworten
LeimbacherLeimbacher vor 11 Jahren
Sag ich doch :) Ist ein unterschätztes Zeug
YataganYatagan vor 11 Jahren
Haha, mutig, und warum nicht. Ich habe ja hier auch schon häufiger gerade für Drogeriedüfte eine Lanze gebrochen. Man sollte immer vorurteilsfrei an Düfte heran gehen.