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Green Tea Bamboo von Elizabeth Arden

Green Tea Bamboo 2014

Ttfortwo
09.08.2017 - 06:13 Uhr
6
Hilfreiche Rezension
5Duft 3Haltbarkeit 4Sillage 7Flakon

Grün. Frisch. Mehr nicht.

Elisabeth Ardens GREEN TEA BAMBOO hat mir eine Nachbarin als Dank für einige Hilfreichungen mit den Worten: „Ich habe mir extra angeschaut, welche Parfums Du hast – dieses hast Du noch nicht und das geht immer!“ geschenkt. Sehr aufmerksam und vielen Dank, liebe Nachbarin.

Tatsächlich kommt mir ein düftelndes Hitze-Erfrischungs-Wässerchen gerade recht, hatte ich doch in den letzten heißen Tagen ernsthaft darüber nachgedacht, mir gerade so etwas anzuschaffen. Ob es allerdings gerade dieses geworden wäre?

Die Community hat den Duft eigentlich relativ hoch bewertet, allerdings sind die Parfumo-Kommentare und Statements zu dem Duft eher widersprüchlich: Gurke? Stimmt, ist auch in der Pyramide angegeben. Aber ein Duft, der irgendwann nur noch nach Gurke riecht? Wäre meiner auch nicht.

Aber es geht noch weiter: Fisch???? Ups, ein Eau de Sardine? Dabei fällt mir ein: Irgendwo, vielleicht im Forum, gab es mal eine kuriose Diskussion über einen noch kurioseren Zufallsfund in einem türkischen Supermarkt, der in diese Richtung ("Eau de Sardine") ging, ich finde die Stelle gerade nicht.

Zurück zum Duft und nochmal: Fisch???? Entwarnung: Den rieche ich nicht – auch nicht in zartester Andeutung – und auch der Mann meines Lebens nicht.

Obwohl….. Es gibt (nordseenahe Fischesser und Menschen mit Fischereischein wissen das) eine hochleckere Kleinfischart namens Stinte, die sich im Spätwinter vor der Küste sammeln, um anschließend zum Behufe der Vermehrung in die Flüsse hochzuziehen. Diese kleinen Racker duften – solange sie frisch und unzubereitet sind - nach Gurke! Tatsächlich! Sollte der zarte Gurkenduft von GREEN TEA BAMBOO bei Dir, Migella, über diesen Umweg eine zarte Fischassoziation erweckt haben?

Wie dem auch sei: Ich trage den Bambus-Duft seit gestern und bin so mittelprächtig glücklich. Nicht wegen der Gurke, die finde ich ganz apart, sie gibt einen schönen kühlen und leicht würzigenTwist, den ich übrigens lieber mag als mentholige Eisfrische. Und so vorstellig finde ich die Gurke auch wieder nicht.

Der Duft startet sehr frisch und blattsaftgrün, ein Hauch Zitronenfrische und etwas mildbittere Grapefruit ist dabei, die Frische ist aber etwas stechend und synthetisch. Gleichzeitig ist der Duft ziemlich eindimensional und flach. Die Bergamotte vermisse ich total, die könnte vielleicht für etwas Komplexität sorgen.

Ich hatte mal den YR-Bambus-Duft, die grüne Note darin glich der von GREEN TEA BAMBOO, was die Vermutung nahelegt, daß Bambus vielleicht wirklich so duften könnte.

Die Kopfnote zischt durch (und beendet damit auch die kurze Phase, in dem der Duft eine nennenwerte Sillage hat) und alles wird so etwas weniger grün und ein Hauch blümeliger. Aber was ist es? Grüner Tee ist erkennbar, ja, und die berühmte Gurke, die leichte Blümeligkeit kann ich leider nicht zuordnen. Die Pyramide sagt "Flieder", aber das könnte ich so nicht wirklich bestätigen. Gleichzeitig beginnt der Duft aber auch beim Beginn der Herznote schon damit, sehr leise zu werden.

Bis zur der angegebenen Basisnote hält er bei mir nicht durch: Nach deutlich weniger als zwei Stunden ist meine Haut komplett duftfrei. Auf meiner Kleidung bleibt der grün-frische Eindruck mit knapp drei Stunden dennoch deutlich länger. Aber auch da: Ich rieche keine Basisnote, der Duft stirbt einfach mit der immer schwächer werdenden Herznote.

Ok, jetzt könnte man sagen: Das ist halt nun mal so bei dieser Art von Sommerwässerchen. Aber während das Original „Green Tea“ hier wenigstens ehrlich ist und sich lediglich „Eau parfumée“ nennt, schmückt sich die Bambusausgabe mit der Bezeichnung „Eau de Toilette“. Das ist in meinen Augen schlicht Hochstapelei.

GREEN TEA BAMBOO ist ein Erfrischungswässerchen in der Art eines Eau de Colognes, gerade noch angenehm frisch, erwartungsgemäß grün, relativ eindimensional, mit einer leichten Harschheit und Spitze in der Kopfnote. Von einer echten Entwicklung kann keine Rede sein, eine Basisnote konnte ich trotz kräftiger Dosierung nicht erkennen.

Fazit: Ich hätte ihn nicht gekauft. Aber er wird gerne aufgebraucht, als Körperspray, als Wäschespray, vielleicht auch zum Raumbeduften.
Aktualisiert am 17.08.2017 - 11:35 Uhr
3 Antworten
MigellaMigella vor 4 Jahren
Hallo liebe Ttfortwo, ich gebe zu, dass die Ahnung von Fischduft auch einfach nur mit dem damaligen Testflakon und meiner Hautchemie zusammen hängen kann.
Für deine hervorragende, detaillierte Duftbeschreibung hast du auf jeden Fall einen Pokal verdient, es tut mir leid, dass ich sie erst jetzt gelesen habe.
TtfortwoTtfortwo vor 8 Jahren
Hallo liebe Pluto, das mit dem Nachsprühen ist halt so eine Sache... Im Großraumbüro geht das einfach nicht, weil die Kopfnote dazu denn doch einfach zu stark ist. Ich käme also alle Stunde betäubend duftend von der Toilette. Auch wenn die Kopfnote - und damit die olfaktorische Heimsuchung meiner Mitbüroler - schnell durch ist: No way.

Aber: Gib der Gurke eine Chance. Gut eingebunden ist die gar nicht übel.
PlutoPluto vor 8 Jahren
Ich hätte doch lieber die mentholige Eisfrische als Gurke :o)
Ich mag die meisten Teewässerchen von Arden, nur leider müsste ich sie stündlich nachsprühen.