Ukiyo-E von Gri Gri

Ukiyo-E 2016

Candila
08.02.2019 - 13:15 Uhr
3
Hilfreiche Rezension
7Duft 8Haltbarkeit 6Sillage

Fruchtiger Grüntee, lauwarm serviert

“Ukiyo-E” enthält einige Inhaltsstoffe, die mir unbekannt sind. Ich hab den Duft allerdings (wie ich’s meistens mache) zuerst mal blind getestet und mir ein paar unvoreingenommene Eindrücke verschafft, und die sagten in der ersten Stunde:
Grüner Schnee!
Im Auftakt rieche ich lange angenehm ruhiges, aber sehr frisches und kühles Grün, unter dem ich Aldehyde vermute, denn die Duftumgebung liefert mir eine Temperatur wie die feine, transparente Kühle, die von Schnee aufsteigt, wenn man an ihm schnuppert.

Im Verlauf entwickelt sich der Duft sukzessive wärmer, aber äußerst zögerlich.
Der Schnee taut weg und kühles, zerquetschtes Gras und intensiv duftende, ebenfalls noch kühle Erde kommen zum Vorschein. Und dann erst geht langsam eine müde Spätwintersonne auf und erwärmt die grünen, feinen Gräser und Pflänzchen, bis sie ihren aromatischen Duft abgeben. Zart, äußerst zart grün, minimal herb und mit dieser in der schwachen Sonne feucht dampfenden Frühlings-Erde.

Nach ca. 2 Stunden hat sich der Duft so weit erwärmt, dass ich Schneeglöckchen in grünem Tee rieche. Ein bisschen herb, ein Mix aus dunkelgrün pflanzlich und mild grün, dann auch ein bisschen süß-fruchtig, insgesamt aber lauwarm und eher schwach aromatisch.
Gegen Ende des Drydowns gesellt sich noch eine sehr leise, süßlich florale Note hinzu, die Kirschblüten, nehme ich an, auch wenn ich sie nicht erkenne.

Wenn ich nun meine Eindrücke mit der Duftpyramide abgleiche, dann erkenne ich da kaum etwas wieder.
Wie Seidelbast riecht, weiß ich nicht. Genmaicha musste ich googeln und weiß nun, dass dies eine spezielle, japanische Zubereitung von grünem Tee ist, nämlich eine Mischung aus Sencha und geröstetem Naturreis.

Ich kann wenig mit den angegebenen Noten anfangen. Für mich ist der Duft eine Tasse schwach aufgegossener Grüntee mit ein bisschen fruchtiger Yuzu und einigem an herber Yuzu-Schale.
Als positiv empfinde ich, dass dieser Teeduft nicht kratzig, sondern sehr mild auftritt, gegen Ende sogar mit leicht pudrig-floralen Begleitnoten, die mich eher an Jasmintee als an Kirschblüten denken lassen. Da ist der Duft dann einfach nur behaglich, leicht süßlich, mild grün und warm.
Nicht unsympathisch, aber für meinen Geschmack doch etwas fade und „lau“.
1 Antwort
SeeroseSeerose vor 6 Jahren
Witzig, lauwarmen Genmaicha-Tee trinke ich grad: Jap. Sencha mit unsüßem frisch geröstetem Popcorngeschmack, sehr lecker. Kirschblüten? Sie riechen hier schwach blütig. Aber dieser Duft riecht mir grün, metallisch, Du sagst kühl, leicht sandelig und mir am Ende ein wenig hefig-schweißig. Nix grüner Tee oder gar Genmaicha.