Parfum Captive #3 von J.F. Schwarzlose Berlin

Parfum Captive #3 2017

Maggy4u
17.12.2018 - 10:35 Uhr
4
Hilfreiche Rezension
7.5Duft 7Haltbarkeit 7Sillage 9Flakon

Lost in Indonesia

Captive #3 ist nun auch mein letzter Duft mit dem ich die Trilogie beschließen darf. Diesmal geht es in den Regenwald. Ab in die Wildnis.

Ich wähle Indonesien. Unter anderem deswegen, weil es dort so ziemlich alle Akkorde auch in natürlicher Form gibt. Milden Lampong Schwarzpfeffer, Grapefruit und Regenwald. Fast 1 Million Quadratkilometer. Das bild von feuchter, schwerer, aromatischer Luft drängt sich in meinen Kopf. Der würzig-zitrische Start von #3 macht hierbei irgendwie nicht ein grünes, sonder erst einmal befremdliches Bild auf. Er duftet ungewohnt. Nicht unangenehm.

Aber entgegen seiner beiden anderer Waldbrüder (#1/#2) ist hier der Pfeffer höchstpräsent und der Duft will entdeckt werden. Oder gebärdet sich fast aufbrausend und etwas unwirklich. Unter / über all dem steht ein unterschwelliges, holzig-milchiges Grün. Fast, wie Feige. Unfruchtig und neongrün. Wie Sonne, die durch einen undurchdringlichen Dschungel scheint. Alles strotzt vor Leben und ist doch tödlich zugleich.

Dieses Thema, des Lebensraums, der wohl kaum einen Fehler verzeiht, repräsentiert Captive #3 für mich. Er ist grün. Bestimmt. Etwas Scharf (Pfeffer + Ingwer). Und in jeglich denkbarer Weise auch einzigartig. Er ist kein Wellnessurlaub. Auch nicht für die Nase. Er ist eine Reise durch den Regenwald.

Voll von Widersprüchen, Überraschung und der Schönheit im Auge des Reisenden. Polarisiert und fasziniert zugleich.

Aktualisiert am 17.12.2018 - 10:43 Uhr
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