Der Auftakt von Génie des Bois erinnert mich an vollreife schwarze Johannisbeeren mit einem ordentlichen Schuss Zitrone.
Dieser ist aber keineswegs schlecht, sondern sehr erquickend wie ich finde, man meint sogar, dass es sich hier um eine frische Johannisbeerschorle mit Zitronenscheiben handelt.
Unserem lieben Parfumo "Zirkeltanz" möchte ich meinen aufrichtigen Dank für seine Restprobe aussprechen und er mir somit die Möglichkeit gab, diesen Duft zu testen.
Der Auftakt ist aber nicht von langer Dauer und dann kommt auch schon das Veilchenblatt, leicht blümerant, auch einen ordentlichen Tucken würzig, zum Vorschein.
Eine gewisse krautige Frische ist ebenfalls während des ganzes Verlaufes zu erhaschen.
Der Duft hat keinen wirklichen Verlauf, dass blümerant - würzige bleibt den ganzen Verlauf bestehen und wird lediglich balsamischer und zum Ende holziger, aber dazu später mehr.
10 Minuten später gesellt sich ganz klar, dass Veilchen hinzu und der Duft wird ein wenig mehr blümeranter, aber dass würzige ist dennoch im Hintergrund deutlich erkennbar.
Und bereits jetzt, ca. nach 15 Minuten kann man eine kleine dezente modrige, für mich nach alten trockenen Schlamm erinnernde Note, erkennen.
Diese bleibt aber ganz dezent im Hintergrund und gewinnt nie die Überhand.
Nach ca. 2 Stunden wird der Duft sogar schokoladig - vanillig - balsamisch, was hier von der Benzoe in Verbindung mit der Tonkabohne stammt, aber nur ganz leicht, dass Veilchen mit seiner blümelig - würzigen Eigenschaft bleibt der Hauptakteur des Duftes.
Nach ca. 4 Stunden ist die balsamische Note wieder verschwunden und der Duft wird ein wenig holziger, einen kleiner Hauch von Rose ist auch zu erschnüffeln, was hier in dem Fall vom Rosenholz stammt.
Diese modrige Note kann ich mir in dem Duft tatsächlich nicht erklären, es erinnert mich auch ein wenig an Pilzen auf nassen Boden in einem Wald
Diese Note ist aber nur im Hintergrund zu erschnüffeln und ich muss sagen, dass diese Note den Duft doch irgendwie erst interessant macht, sodass man immer mal wieder an seinem Handgelenk schnüffeln möchte.
Insgesamt ist der Duft 6 Stunden auf meiner Haut zu erschnüffeln.
Die Sillage ist von Beginn an so konzipiert, dass man einen Tucken über der Haut wahrgenommen wird und dies wird auch bis zum Ende des Duftes so beibehalten.
Oh Seerose, vielen Dank das du mich darauf hinweist, denn so sollte es keineswegs herüberkommen, dass werde ich in meinen nächsten Kommentaren ändern, denn du hast mit deiner Aussage Recht, der "Tucken" ist nur ein ganz kleines bisschen.
Irgendwie fand ich den Duft sauer, nach Schimmelpilzen riechen und unangenehm. Aber erlaube mir Dich drauf hinzuweisen, das im Norddeutschen "Tucke" Plural "Tucken" ein abfälliges Wort für zickige. unfreundliche sonderbare, konfuse Frauen ist. Und man ruft Hühner mit "tuuuck tuck tuck tuck tuck" bezeichnenderweise. Mal ist es ja OK, aber immer wieder verwendet ratsche ich immer etwas irritiert ein, wenn Du das schreibst, in diesem Kommi 2x. Es gibt auch andere Wörter für "ein bisschen".