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Maharadjah von Nicolaï

Maharadjah 2006

Turandot
10.01.2011 - 14:00 Uhr
15
Top Rezension
8Duft 7.5Haltbarkeit

Orient, oder doch die Lavendelblüte in der Provence??

Je länger ich mich mit Maharadjah befasse, desto weniger bekomme ich ihn zu fassen. Hier sind Noten kombiniert, die ich in dieser Zusammenstellung noch nicht erlebt habe und ich bin mir nicht sicher, wie ich das Parfum einordnen soll.

Die Kopfnote ist schon ein richtiger Knaller. Ja das versetzt einen sofort in den Garten eines indischen Palastes. Es ist schon kurz vor Sonnenuntergang, die Minze verhindert offensichtlich, dass der Koriander zu warm und würzig wird. Fast spürt man einen kühlen Wind wehen. Vielleicht sieht man ja am Horizont auch die Ausläufer des Himalaja.

Doch dann erblüht eine sehr ungewöhnliche Herznote: Deutlich ist der frische, krautige Lavendel zu spüren, aber gleichzeitig blitzt die Pfeffrigkeit von Nelken und Zimt auf. Das ist ausgesprochen interessant, aber passt das? Gibt es in Indien überhaupt Lavendel? Mal gefällt es mir, mal stört es mich. So wie die Märchen aus 1001 Nacht, in die ich mich auch erst hineinlesen musste, habe ich mir Maharadja seit Wochen immer mal wieder vorgenommen. Ein letztes Tröpfchen ist noch in der Abfüllung und da ich nun merke, dass mir das leid tut, so muss mich der Duft wohl doch positiv ansprechen. Ich bin jedenfalss hin- und hergerissen. Das ist ein ganz aussergewöhnlicher Orientale, der sicher bei manchem für ein interessantes Kopfkino sorgen kann.

Im Ausklang dann wird Maharadjah doch noch gefällig, dezent orientalisch, denn in der Basis ist vom Lavendel nicht mehr viel zu erkennen. Sie hält lange und wirkt gegen die bisherigen Noten vertraut und schmeichelnd.
3 Antworten
TraviataTraviata vor 14 Jahren
@ Gerry: Natürlich keine Alternative. Das ist ein Alleinherrscher.
TraviataTraviata vor 14 Jahren
Wunderbar beschrieben. Sogar ich, als alte Lavendeltante, wurde vom Beginn von dem dunkel-lila Böllerblüten beschossen und fast erschlagen. Die dürfen mich hauen, ich lieb dieses Zeug. Und den Zimt-Ausklang find ich schon fast paradox. :-D Toll!
GerryGerry vor 14 Jahren
Die Kopfnote habe ich auch als überraschend frisch empfunden,gleichwohl war von Anfang an Zimt mit im Spiel.Ich fand auch,dass der sich zwischendurch mit etwas krautigem gerangelt hat.Danach nur noch süßer werdender Zimt.Keine Alternative zum Jaipour.