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Hilfreiche Rezension
Herbstfrühling-- Frühlingsherbst
Or Black von Pascal Morabito, ein schwierig zu erhaltendes Parfum, entdeckte ich aus Zufall ( es fiel mir förmlich zu), im TK Maxx in meiner Stadt. Es war nur ein einziges Exemplar davon da und ich erstand es für knapp 20 Euro per 100 ml. Da ich eine etwaige Vorstellung über den Duft hatte, dank der Beshreibung von Luca Turin (dunkles Fougere), kaufte ich es ungerochen. Testen ging nicht, da Packung original zu. Luca Turin hatte insofern recht,als dass dieser Duft dunkle Anteile hat, für meine Nase eine Mischung aus Fougere und blumig-unsüssem Waldchypre ist. Das leicht Bittere im Nachgeruch könnte vom Salbei stammen, das unsüss-blumige von Zistrose und das Waldige von Eichenmoos und Vetyver. Da viele Düfte auf der Haut individuelle Akzente setzen ist für mich sowohl ein herber, rauchiger "männlicher" Anteil riechbar als auch ein weicherer veilchenhaft-farniger "weiblicher" Duftakkord. Die Erinnerung an einen feuchten Buchenwald mit sich entrollendem Farnkraut und Märzveilchen im Frühjahr kommt mir in den Sinn. Im nächsten Moment überwiegen wieder die herbstlich anmutenden leicht holzig-krautigen Anteile einer nahen abgemähten September-Oktober-Wiese. Ein oszillierender Duft zwischen zwei Jahreszeiten, die heissere und die kalte überspringend. Leicht verstörend und dadurch faszinierend. Keine raumgreifende Sillage,aber dennoch über Stunden deutlich, wie wellenartig riechbar. Ein leises Kommen und Gehen, aber bis zum Ende nie ganz "weg". Meiner Meinung nach ist das Or Black Eau de Toilette, das schon fast wegen der langen Haltbarkeit an ein Eau de Parfum grenzt, für beide Geschlechter gut tragbar. Für Frauen des herberen Typs ebenso wie für "gestandene" Männer. Ein Duft der alten Schule ohne die massenkompatible Einheitsplattitüde vieler heutiger sogenannter Mainstream-Wässerchen. Ich gebe dem Duft 80 Prozent, 15 % Punktabzug wegen der geringen Verfügbarkeit. Schade. Aber vielleicht kennen ihn Einige doch.
Nachtrag!
Ich besitze inzwischen das ORIGINAL von 1981. Und das ist der dunkelste, tintigste und Birken-Teerigste Fougeré-Duft, den ich bisher kennengelernt habe. Er erinnert mich an einen Dadaistischen Künstler, der einen Zeitungstext in einzelne Wörter zerlegt, diese mischt, dann einzeln wieder dem Zufallsprinzip folgend, wieder in ganze Sätze zusammensetzt. Fertig ist eine seltsame "Sprache", die nicht der Logik folgt und dennoch den ganzen Text und seine Informationen enthält. Ein vollkommen umgstülpter, auf den Kopf gestellter und geheimnisvoller Duft...
Nachtrag!
Ich besitze inzwischen das ORIGINAL von 1981. Und das ist der dunkelste, tintigste und Birken-Teerigste Fougeré-Duft, den ich bisher kennengelernt habe. Er erinnert mich an einen Dadaistischen Künstler, der einen Zeitungstext in einzelne Wörter zerlegt, diese mischt, dann einzeln wieder dem Zufallsprinzip folgend, wieder in ganze Sätze zusammensetzt. Fertig ist eine seltsame "Sprache", die nicht der Logik folgt und dennoch den ganzen Text und seine Informationen enthält. Ein vollkommen umgstülpter, auf den Kopf gestellter und geheimnisvoller Duft...
2 Antworten
Rivegauche vor 10 Jahren
Könnte es sein, dass Du eher die hier auch separat erfasste neue Version von 2014 bei TK erwischt hast ?
Sisyphos vor 10 Jahren
20 EUR? Nich schlecht.

