60er-Eleganz mit Aldehyden
Mit der Kopfnote schlägt einem eine kräftige Dosis Aldehydnoten entgegen. Aldehyde sind künstliche Duftstoffe, die in der Parfümerie verwendet werden, um insbesondere in Blütendüften besondere Effekte zu erzielen. Bei Madame Rochas wurden sie offenbar eingesetzt, um dem Blumenbouquet, das sich gleich entwickelt, eine strahlende, betont elegante Ausprägung zu verleihen. Für heutige Duftgewohnheiten riecht so eine betont aldehydige Kopfnote – vorsichtig ausgedrückt – gewöhnungsbedürftig, denn bei den derzeit gängigen Mainstream- und Designerdüften ist der großzügige Einsatz von prägenden Aldhyden nicht sehr "in".
Aus der aldehyd-betonten Kopfnote enthüllt Madame Rochas ein edles, sehr elegant anmutendes Bouquet aus einer Vielzahl von Blumendüften. Mir fällt es schwer, einzelne Noten zu identifizieren, alles vermischt sich wie bei einem großen Strauß aus unterschiedlich duftenden Blumen. Jedenfalls muss der Blumenstrauß teuer gewesen sein. Ich assoziiere ein großes, richtig kostspieliges Bouquet mit Lilien, Rosen, Iris, Jasmin, Narzissen, das in einer edlen Vase auf einem gediegenen Tisch aus dunklem, polierten Holz steht – nebenbei gepflückte Wiesenblümchen sind das auf keinen Fall, und der Tisch mit dem Strauß steht auch nicht in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, sondern in einer Nobeletage (Paris, Rive Droite, 4. Arondissement oder so). Frische Noten sind kaum dabei, nur eine Spur Seife und ein pudriger Grundton, und süß riecht das Ganze zunächst auch nicht. Eine verhaltene Süße kommt erst empor, als sich der von der Grundaussage her eher herbe Fond aus Sandelholz und Eichenmoos entwickelt.
In den 60er, 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatten die aldehydig-blumigen Düfte einen regelrechten Boom: Calèche von Hermès, Climat von Lancome, Calandre von Rabanne sind ein paar andere bekannte Vertreter dieser Richtung. Für heutige Nasen und Duftgewohnheiten wirken diese Düfte schon irgendwie altmodisch, jedenfalls ungewohnt, trotz mancher Reformulierung. Auch Madame Rochas ist in diesem Sinn gewöhnungsbedürftig. Wenn man den Duft aber in dem Bewusstsein ausprobiert, dass jetzt garantiert kein fruchtig-floral-süßer Mainstreamduft Baujahr 2005 plus x auf einen zukommt, lohnt es sich schon, die Madame mal zu testen, und sei es auch nur aus dufthistorischem Interesse.
Hier auf Profumo ist Madame Rochas zweimal gelistet, einmal mit Erscheinungsjahr 1960 und einmal mit Erscheinungsjahr 1989; die Flakons sind gleich. Mein Verdacht ist, dass seit 1989 keine eigenständige, sondern nur die reformulierte Ausgabe rauskam. Auf der Herstellerhomepage wird jedenfalls nur ein "Madame Rochas" beworben.
Aus der aldehyd-betonten Kopfnote enthüllt Madame Rochas ein edles, sehr elegant anmutendes Bouquet aus einer Vielzahl von Blumendüften. Mir fällt es schwer, einzelne Noten zu identifizieren, alles vermischt sich wie bei einem großen Strauß aus unterschiedlich duftenden Blumen. Jedenfalls muss der Blumenstrauß teuer gewesen sein. Ich assoziiere ein großes, richtig kostspieliges Bouquet mit Lilien, Rosen, Iris, Jasmin, Narzissen, das in einer edlen Vase auf einem gediegenen Tisch aus dunklem, polierten Holz steht – nebenbei gepflückte Wiesenblümchen sind das auf keinen Fall, und der Tisch mit dem Strauß steht auch nicht in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, sondern in einer Nobeletage (Paris, Rive Droite, 4. Arondissement oder so). Frische Noten sind kaum dabei, nur eine Spur Seife und ein pudriger Grundton, und süß riecht das Ganze zunächst auch nicht. Eine verhaltene Süße kommt erst empor, als sich der von der Grundaussage her eher herbe Fond aus Sandelholz und Eichenmoos entwickelt.
In den 60er, 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatten die aldehydig-blumigen Düfte einen regelrechten Boom: Calèche von Hermès, Climat von Lancome, Calandre von Rabanne sind ein paar andere bekannte Vertreter dieser Richtung. Für heutige Nasen und Duftgewohnheiten wirken diese Düfte schon irgendwie altmodisch, jedenfalls ungewohnt, trotz mancher Reformulierung. Auch Madame Rochas ist in diesem Sinn gewöhnungsbedürftig. Wenn man den Duft aber in dem Bewusstsein ausprobiert, dass jetzt garantiert kein fruchtig-floral-süßer Mainstreamduft Baujahr 2005 plus x auf einen zukommt, lohnt es sich schon, die Madame mal zu testen, und sei es auch nur aus dufthistorischem Interesse.
Hier auf Profumo ist Madame Rochas zweimal gelistet, einmal mit Erscheinungsjahr 1960 und einmal mit Erscheinungsjahr 1989; die Flakons sind gleich. Mein Verdacht ist, dass seit 1989 keine eigenständige, sondern nur die reformulierte Ausgabe rauskam. Auf der Herstellerhomepage wird jedenfalls nur ein "Madame Rochas" beworben.
1 Antwort
Antoine vor 13 Jahren
Doch, es ist einmal der hier von mir kommentierte Duft gelistet, und außerdem "Madame Rochas (1989)". Dass Parfümerien benachrichtigt werden, wenn reformuliert wird, wär mir neu, schön wärs. Aber dann hätten die Parfümhersteller viel zu tun ;-)

