Ach, die 80er - das war eine wilde Zeit: neue deutsche Welle, Popmusik mit Synthi-Sound, Löwenmähne, Disco-Palme, Glitzer Lidschatten und Neonfarben.
Als ich das Release von NeoRio sah, wusste ich damit erst einmal vom Namen her nichts anzufangen. Über die Verbindung zu Duran Duran bin ich erst gestolpert, als ich mir eine Abfüllung besorgte. Ich habe davon nur eine Abfüllung genommen, da ich von einer Parfuma eine andere gekauft hatte und die Versandkosten voll ausnutzen wollte. Da die Duftpyramide sich ganz gut las, habe ich also einfach mal zugegriffen. Gut so, denn das ist mal ein Xerjoff, der mich überzeugt hat.
Ich nehme durchgängig eine Kaffeenote wahr, obwohl dies gar nicht Bestandteil der Duftpyramide ist - wahrscheinlich kommt das aus der Verbindung von karamellisierter Feige und Rum. Wie dem auch sei, diese Note ist sehr fein und wird weich umhüllt von einem Mäntelchen aus Ahornsirup, Tonka, Patchouli und anderen leckeren Noten. Ich kann davon tatsächlich keine Zistrose oder Safran als solches ausmachen; das spricht aber meines Erachtens für die Qualität des Duftes. Alles ist sehr schön miteinander verwoben, sodass ein Gesamtkunstwerk entsteht; so soll es sein, so darf es bleiben. Da ich immer auf der Suche nach einem schönen Kaffeeduft bin, war ich also umso erstaunter, hier einen zu finden, wo ich ihn so gar nicht vermutet hätte - einfach, weil meine Nase die Noten so wahrnimmt. Der Duft ist durchaus unisex, ich ordne ihn jedoch eher in die feminine Ecke ein.
Die Silage ist bei mir sehr moderat, was den Duft allerdings auch bürotauglich macht. Er hält bei mir gute 12 Stunden (hautnah), was völlig ausreicht. Düfte mit "beast mode" sind ohnehin nicht so mein Ding; für mich ist ein Duft etwas sehr Persönliches und ich muss nicht den ganzen Raum damit überrollen.
Über den Flakon in Neonfarben kann man geteilter Meinung sein (Funktionalität ist erwartungsgemäß 1A). Ich habe den in Orange gekauft; Pink wäre meine nächste Wahl gewesen. Er steht allerdings im Schrank, weil Neon nun nicht so zu meinem persönlichen Einrichtungsstil passt. Man muss allerdings beachten, dass - in Anlehnung an Duran Duran, die in den 80ern ganz groß waren - die Neonfarben durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Die vier zur Auswahl stehenden Farben sind wirklich sehr authentisch eingefangen und ich muss immer ein bisschen lächeln, wenn ich den Flakon in die Hand nehme. Es war eben doch eine schöne Zeit.