DonJuanDeCat
04.01.2017 - 13:55 Uhr
8
Hilfreiche Rezension
8.5Duft 7Haltbarkeit 6Sillage 7Flakon

Der betrunkene Gecko rülpst

Irgendwo in einem Vorort in der Nähe eines tropischen Waldes in Peru. Die Sonne ist zu erschöpft, um sich noch oben am Himmel halten zu können und sinkt langsam immer weiter ab, dabei sorgt er für eine immer größer werdende Finsternis, wenn die spärliche Beleuchtung einer kleinen Spelunke in diesem Ort nicht die Dunkelheit ein wenig durchbrechen würde.

Ein Ort, wo die einfachen Arbeiter nach der Arbeit sich schnell mal ein paar Drinks genehmigen. Auch Miguel, der gerne immer wieder stolz behauptet, dass seine Vorfahren echte Inka waren und am Bau des Machu Picchu beteiligt gewesen sein sollen, trinkt nach der Arbeit gerne mal einen Drink. Und wie so oft ist er einer der ersten, die die Kneipe betreten. Denn der Barkeeper ist ein guter Freund, so dass er ihm zuerst eine Flasche des guten Rums gibt, bevor er das übrige an die anderen Gäste verteilt. Und wie so oft bringt Miguel diesen guten Rum nach draußen, hinter die Kneipe, damit er den Drink zwischen einigen Kisten verstecken kann, bis sein Kumpel auftaucht, mit der er dann den guten Drink gemeinsam leert. Denn hinter der Kneipe ist es stockfinster, so dass niemand sehen kann, dass dort eine Flasche steht. Niemand, außer unserem kleinen Freund hier, dem Gecko, dessen Zäpfchen in seinen riesigen Augen etwa 350 Mal lichtempfindlicher als die eines Menschen sind, so dass er vom Waldeingang aus ALLES sieht, was Miguel da hinten dort treibt.

Und nachdem Miguel wieder in der Kneipe verschwunden ist, um auf seinen Kumpel zu warten, kann unser kleiner Gecko sich nicht mehr der Neugier entziehen und macht sich auf dem Weg, um zu untersuchen, was dort zwischen die Kisten gelegt wurde.

**Der Duft:**
Am Anfang riecht man sowohl starkes, erdiges Patchouli, als auch verlockend leckeres Rum mit einem leicht süßlichen Hintergrund (welcher eventuell vom Honig kommen könnte). Obwohl der Duft sehr stark beginnt, hat er nach einigen Minuten aber auch eine zartere Seite. Denn die Vanille macht den Duft ein wenig sanfter und zusammen mit dem eben erwähntem Honig kombiniert riecht der süßliche Anteil fast schon ein wenig schokoladig, wobei die erdigen Patchouli Noten mit dem Rum noch immer weit im Vordergrund stehen.
Etwas später bleibt der Duft weiterhin wie beschrieben, nur bekommt er nun auch holzige Noten, wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob diese auch wirklich Sandelholznoten sind, da mir der Duft etwas stärker erscheint als der sonst etwas sanftere Sandelholz (aber Zeder ist es auch nicht, da er nicht den markanten Zedernduft hat). Wie auch immer, die holzigen Noten passen dennoch gut zum restlichen, alkoholischen und erdigen Duft mit den leichten süßlichen Noten, wobei diese in der Basis nicht mehr an Schokolade erinnern.

**Die Sillage und die Haltbarkeit:**
Die Sillage ist stark und strahlt daher eine Weile auch gut aus, so dass er gut von anderen wahrgenommen werden sollte. Ich denke daher auch, dass eine schöne kleine Duftwolke zurückbleibt… oder Alkoholfahne?? :D
Die Haltbarkeit ist angenehm lange, so dass man den schönen Duft über einen Zeitraum von mehr als zehn Stunden genießen kann.

**Der Flakon:**
Der Flakon ist rechteckig und mit einer leicht gelblichen Flüssigkeit gefüllt. Auf der Vorderseite sieht man ein weißes Etikett, auf der Name und Marke des Duftes in einer modernen, aber simplen Schriftart stehen. Auf einigen Fotos sieht man auch, dass das Etikett spiegelnd sein kann. Der Deckel ist zylindrisch und scheint aus Holz zu sein. Sieht für mich ganz nett aus.

Rum. Starker, aber leicht süßlicher Rum duftet es überall, nachdem der Gecko die Flasche umgekippt hat. Die alkoholische Flüssigkeit hat sich längst auf den erdigen Boden verteilt und riecht nun auch etwas erdig. Dennoch, der starke Rumduft ist überall in der Luft zu riechen, nur wird sie niemanden auffallen, da es in der Kneipe ohnehin nicht anders riecht. Unser Gecko hat schon längst damit angefangen, die Reste des Rums aufzuschlecken. Nur wenige Minuten später ist das Tierchen derart betrunken, dass er einfach an Ort und Stelle liegenbleibt, bis Miguel endlich mit seinem Kumpel auftaucht. Er sieht die zerbrochene Flasche, sucht mit seiner kleinen Taschenlampe nach dem Übeltäter und sieht schließlich den Gecko, der auf dem Rücken liegt, sein Bäuchen hält und ihn anstarrt. „Hast du die Flasche zerbrochen und den Rum getrunken?“, fragt Miguel eine Augenbraue hochziehend das Tierchen. Doch alles, was er als Antwort bekommt, ist ein Rülpser, was seine Frage wohl beantwortet, während Miguels Kumpel sich vor Lachen nicht mehr halten kann…

Ja, Geco, dessen Duftname mich eben an Geckos erinnert hat, ist ein nett gemachter Duft, der alkoholisch riecht und damit wohl weniger für die Arbeit, aber dafür mehr zum Ausgehen geeignet ist. Er ist stark und einigermaßen haltbar und macht sich meiner Meinung nach gut im Herbst, Winter, aber auch noch im Frühling.

Könnte man mal ausprobieren, bzw. sollte man mal ausprobieren, wenn man die Gelegenheit dazu bekommen sollte!
3 Antworten
JumiJumi vor 9 Jahren
Schmunzel :) Sehr bildhafte Duftdarstellung :)
DonJuanDeCatDonJuanDeCat vor 9 Jahren
Danke dir :)
Was den Duft angeht, so kommt er mir schon eher maskulin vor, nicht unbedingt weil er am Anfang nach Rum duftet, sondern mehr deswegen, weil der Duft ziemlich holzig ist, was meiner Meinung nach mehr in männlicher Richtung geht. Aber Düfte muss man ja einfach selber mal ausprobiert haben, vielleicht gefällt es dir ja!
CuoredoloreCuoredolore vor 9 Jahren
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Wieder so ein witziger, anschaulicher Kommentar von Dir!
Wäre der Duft auch was für Geckoweibchen, was meinst Du?? ;)