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DGinthe
24.10.2026, 16:02 Uhr
7Duft 7Haltbarkeit 8Sillage 8Flakon 5Preis
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Schön und durchaus besonders, aber allein getragen für mich deutlich zu süß


Pas Ce Soir startet sofort süß und fruchtig.

Meine erste Assoziation geht tatsächlich fast in Richtung Kirsche. Die Fruchtigkeit wirkt saftig, dunkel und leicht kandiert, sodass ich automatisch an etwas Kirschartiges denken muss.

Interessanterweise ist Kirsche offiziell gar nicht enthalten.

Mit der Entwicklung kommen dann die floralen Noten deutlicher durch.

Sie liegen nicht einfach getrennt neben der Fruchtigkeit, sondern verschmelzen mit ihr. Dadurch bekomme ich stellenweise sogar eine Assoziation von süßer Rose und Kirsche.

Auch Rose ist allerdings nicht offiziell gelistet.

Die tatsächliche florale Herznote besteht aus marokkanischem Jasmin und Orangenblüte zusammen mit einem Quitten-Chutney-Akkord.

Und gerade diese Quitte könnte erklären, warum die Fruchtigkeit für meine Nase so dicht, süß und fast kirschartig wirkt.

Offiziell startet Pas Ce Soir mit Birne, Mandarine, Ingwer und schwarzem Pfeffer. Im Herzen folgen Jasmin, Orangenblüte und Quitten-Chutney. Die Basis besteht aus Cashmeran, Singapur-Patchouli und Amberwood. (BDK Parfums)

Auch Vanille oder Karamell sind im Eau de Parfum nicht gelistet.

Trotzdem hatte ich beim Riechen kurz genau diese Assoziation.

Die Süße wirkt stellenweise so dicht und fast sirupartig, dass sie für meine Nase etwas Vanilliges oder Karamellisiertes suggeriert.

Damit bin ich interessanterweise nicht komplett allein.

Andere Träger beschreiben Pas Ce Soir ebenfalls als deutlich fruchtig-süß, teilweise cremig, kandiert, honigartig oder fast gourmandig. Manche bekommen sogar einen Gummibärchen-Eindruck, und ein Reviewer nahm ebenfalls Vanille wahr, obwohl sie nicht offiziell gelistet ist. (Parfumo)

Deshalb finde ich meine Gourmand-Assoziation durchaus nachvollziehbar.

Und ich muss Pas Ce Soir eines lassen:

Der Duft hat etwas.

Er ist nicht langweilig.

Er wirkt auf meine Nase fruchtig, floral, feminin und reichhaltig. Und die Süße hat mehr Charakter als ein einfacher generischer Vanilleduft.

Ich verstehe absolut, warum man ihn schön finden kann.

Ich finde ihn selbst sogar schön.

Mein Problem ist nicht die Qualität.

Mein Problem ist die Menge an Süße.

Je länger sich Pas Ce Soir entwickelt, desto süßer wird er für mich.

Irgendwann beginnt die Süße, die restliche Komposition zu überdecken.

Die Blüten sind noch vorhanden, aber sie schaffen es für meine Nase nicht mehr ausreichend, die Fruchtigkeit und Süße auszubalancieren.

Und genau da wird es mir zu viel.

Ich mag Süße, wenn sie ein Teil der Komposition ist.

Ich mag sie nicht, wenn sie die gesamte Komposition übernimmt.

Pas Ce Soir kommt für meinen Geschmack zu nah an diesen Punkt.

Und das finde ich eigentlich schade, weil darunter ein wirklich interessanter Duft steckt.

Anders als bei Bouquet de Hongrie fehlt mir hier überhaupt nicht die Persönlichkeit.

Im Gegenteil:

Pas Ce Soir hat Persönlichkeit.

Er ist mir einfach zu süß.

Genau deshalb finde ich die Idee des Layerings hier sehr interessant.

Ich könnte mir Pas Ce Soir gut mit einem deutlich frischeren, neutraleren Duft vorstellen — beispielsweise etwas Zitrischem, Grünem oder Luftigem, das selbst kaum Süße besitzt.

Dabei würde ich Pas Ce Soir allerdings sehr sparsam einsetzen.

Vielleicht nur sehr wenig davon, sodass die fruchtig-florale Süße lediglich einen Akzent setzt, während der frischere Duft Luft und Kontrast hineinbringt.

Gut dosiert könnte das für meinen Geschmack deutlich harmonischer werden.

Allein würde ich ihn trotzdem nicht als Flakon kaufen.

Und überdosieren würde ich ihn auf keinen Fall.

Das ist genau die Art von süßem Duft, bei der ein paar Sprühstöße zu viel aus „reichhaltig und schön“ sehr schnell überwältigend machen können.

Auch andere Träger zeigen genau diese zwei Seiten des Duftes.

Einige empfinden Pas Ce Soir als hervorragend ausbalancierten, eleganten fruchtig-floralen Duft. Andere finden ihn wiederum zu süß, zu laut oder zu gourmandig. (Parfumo)

Ich liege irgendwo dazwischen.

Ich erkenne die Qualität.

Ich finde ihn interessant.

Und ich finde ihn tatsächlich schön.

Aber diese Menge an Süße möchte ich nicht über Stunden um mich herum haben.

Beim Trigger-Profil gibt es außerdem einen Punkt, den ich beobachten würde.

Das Eau de Parfum enthält Patchouli und Amberwood – zwei Richtungen, die in meinem persönlichen Trigger-Profil bereits unter Beobachtung stehen.

Bei diesem Test hatte ich allerdings keine eindeutige körperliche Reaktion.

Deshalb ist Pas Ce Soir kein bestätigter Trigger.

Blind kaufen würde ich ihn aufgrund der Süße und der möglichen Trigger-Überschneidung trotzdem nicht.

Fazit: 7 von 10

Mein Bild ist ein wunderschöner Tisch mit Schalen voller glänzender, kandierter roter Früchte und zarten Blumen.

Am Anfang wirkt alles sehr einladend.

Die Früchte sind saftig und fast kirschartig. Die Blüten bringen Eleganz hinein und die Kombination hat definitiv etwas Besonderes.

Aber dann wird immer mehr Sirup darübergegossen.

Und irgendwann ist es einfach zu süß.

Genau das ist Pas Ce Soir für mich.

Schön, fruchtig, floral und interessanter als ein gewöhnlicher Gourmand – aber allein getragen für meinen Geschmack deutlich zu süß.

Zum vorsichtigen Layern?

Definitiv interessant.

Als ganzer Flakon für mich?

Nein.
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