Art of Arabia III von Lattafa Pride

Art of Arabia III

Cimi
04.01.2026 - 04:46 Uhr
2
7.5Duft 8Haltbarkeit 7Sillage 8Flakon 9Preis

Lattafa-Synthetik am Rande der Opulenz und Handwerkskunst

Ein weiterer Hype-Kandidat nach dem Streben des grossen Vorbilds XXI: Art Deco - Blonde Amber , der es maximal als weite Inspiration aus meiner Sicht schafft. Der Art of Arabia III darf zwar für den Preis stolz den Atem des Orients kommerzialisieren, aber für geübte Nasen dürfte der Duft dann doch eher mittelmässig ausfallen. Warum? Let's get into it:

- Im Opening erhält man eine kurzlebige Spritzigkeit von der Bergamotte, die schnell aber eingeholt wird von der eher süsslichen Weihrauchwolke. Die Süsse wird dann durch die Dattel verstärkt und leider kommt da auch der Tabak nicht in der gewohnten, trockenen Art wie beim XXI: Art Deco - Blonde Amber hoch, sondern ist eher ein in Süsse getränkter Tabak. Das Sandelholz gibt dem Ganzen eine eher cremige Textur, wobei die Tuberose hier eher wachsartig wirkt. Hier schon geht der Duft weiter weg vom grossen Vorbild und wirkt insgesamt süsslicher, synthetischer.

- Im weiteren Verlauf wird der Duft eher harzig-süss, die Myrrhe und das Labdanum tragen hierzu bei, wobei die Tonkabohne und Vanille alle Ecken abrunden. Dadurch, dass die Ecken und Kanten abgeglättet werden mit Süsse wirkt das Ganze leider ein wenig "plump" und flach und synthetisch, was wahrscheinlich von denen, die einen XXI: Art Deco - Blonde Amber erwartet haben und diesen kennen, als eher synthetisch dann abgestempelt wird. Ja eine gewisse Synthetik ist schon vorhanden, aber nicht so massiv extrem wie in anderen Düften von Lattafa.

- Die Performance ist ganz solide, Haltbarkeit ganz gut, wobei die Sillage initial stark ist, danach aber eher mittelmässig.

Insgesamt aus meiner Sicht kommt der Duft maximal 60-70% an den XXI: Art Deco - Blonde Amber ran, wobei hier vielleicht die Grund-DNA des grossen Bruders nur als Inpsiration genutzt wurde, und man eher bewusst mit der kommerziellen Breite der Süsse arbeiten wollte, um mehr den Zeitgeist der breiten Masse zu treffen. Denn eins ist auch klar: auch der XXI: Art Deco - Blonde Amber gefällt vielen nicht wegen dieser eher harzig-trockenen DNA, auch wenn hochwertig. Denke im allgemeinen Umfeld im Alltag dürfte dieser Duft sogar mehr Komplimente einbringen, da einfach simpler und einfacher in der Luft.

Insofern könnte hier Lattafa eigentlich für einen Bruchteil des Preises sogar einiges richtig gemacht haben, indem sie die Erfolgswelle vom XXI: Art Deco - Blonde Amber reiten durften, aber gleichzeitig den Absatz durch die notwendige Süsse sichern konnten... für mich ein ganz "OK" Duft als eigenständige Kreation inspiriert am grossen Bruder.
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