Als dritten Duft hat sich Phil Julian einen „Vanilla“ ausgesucht - recht mutig, da der Stoff bzw. die Art recht schnell pappig, billig und einsilbig wirken kann. Doch das Gegenteil tritt bei seinem „Vanille CO₂ & Oud“ ein… Wow! Was für ein edeldüsterer Gourmandoudtraum!
Harzig und herzlich. Dieser Vanilleduft hat einen gezähmten Tiger in sich! Schon noch ein Gourmand, aber dermaßen vielschichtig und dunkelholzig, dass man aus dem Staunen nur noch schwer herauskommt. Und das trotz der Überschwemmung des Marktes in den letzten Jahren mit Vanille- und erst recht Ouddüften. Aber dieser dunkle König hier hat eine ganz besondere Aura. Er hat maximale Daseinsberechtigung. Faulige Schönheit. Verführerische Schatten. Schwitzige Eleganz. Einfach und schlicht etwas ganz Besonderes. Und ich glaube erst recht unsere Freunde aus dem Orient schlagen sich für einen solchen orientalischen Wüstendolch aus Europa die Köpfe ein. Oder öffnen eben ihre Portemonnaies weit. Luftig und doch atemberaubend. Piratin im Nebelwald. Kakaopulver im goldenen Mantel. Ein pechschwarzer Labdanumstein für die Annalen. Butterkeks und Hexenhütte. Offenes Feuer und Speckmantelträumchen. Ein kostbares Wrack im noch kostbareren Frack. Ein Gedicht über sieben mysteriöse Ecken. Ein Monolith der Erhabenheit.
Flakon: Simpel aber schön.
Sillage: Einer der potentesten Trägerdüfte.
Haltbarkeit: Lang, tief, dunkel. 12+ Stunden
Fazit: Einer der edelsten und leckersten und schattigsten und hochwertigsten Vanilledüfte, die ich je unter der Nase hatte. Die bisherige Krönung von Phil Julian!