Bencebub

Bencebub

Rezensionen
Wandlungskünstler
Gleich Vorweg: Sein Ruf ist wesentlich schlechter als der Duft!

Alles was geschrieben wird ist falsch und übertrieben und gleichzeitig wahr.

Wie wir Düfte empfinden und wahrnehmen ist höchst subjektiv. Vor allem Düfte die komplex sind und aus der Reihe tanzen.

Dieser Duft startet höchst synthetisch und stechend, auf der Haut von Anfang an deutlich angenehmer als am Streifen.

Startet pfeffrig beissend, wohl Schießpulver.

Jedes Mal wenn man die Nase hinhält riecht der Duft anders.

In der nächsten Phase bekomme ich eine Mischung aus floralen, nicht wirklich definierbaren Noten und Iod. Hier kommen bei mir die Assoziationen auf mit Krankenhaus und Verband.
Es schwingt immer was süßliches mit, der Duft wirkt recht luftig und nicht aufdringlich in meinen Augen.

Für mich ist die größte Herausforderung der späte drydown, da erinnert der Duft tatsächlich an Blut. Kühl, luftig transparent, leicht Aquatisch metallisch.

Insgesamt ein sehr gut tragbarer, höchst außergewöhnlicher Duft!

Bleibt natürlich Geschmacksache, die Kunst dahinter sollte man als Duftliebhaber auf jeden Fall anerkennen.

Laut meiner Freundin in der Luft sehr interessant und viel angenehmer als direkt auf der Haut nach dem Aufsprühen.

Diesen Duft sollte man öfter testen, einmalig daran riechen sagt definitiv nichts aus!
Ich finde nach jedem Test immer mehr Gefallen daran!
1 Antwort
Abseits am Sandstrand
Im Zuge einer Bestellung erhielt ich die Probe. Die Bewertungen und Kommentare haben mich nicht wirklich auf einen tollen Duft hoffen lassen, Aquatisch-frisch-blumig. Auf einer Konkurrenzseite wird die Ähnlichkeit zum Ege von Nishane beschrieben, den ich nicht schlecht fand, aber auch nicht herausragend.
Somit waren meine Erwartungen eher zurückhaltend.

Nun zum Seahorse:

Beim Aufsprühen wusste ich sofort wieso der Duft mit dem Ege verglichen wird. Aber nach einer Millisekunde nahm ich im Hintergrund etwas leicht abstoßendes wahr. Hmm was ist das?!

Ich musste nicht lange überlegen.

Sofort sind mir Urlaube in der Kindheit bzw Teenager Zeit mit den Eltern in den Sinn gekommen. Man langweilt sich am Strand, die Eltern lesen oder schlafen und man weiß nichts mit sich anzufangen. Dann kommt die Idee auf Erkundungstour zu gehen.
Diese Erkundungstour führte uns doch alle mal am Rande des Strandes, wo kleine Felsen deutlich machen, hier ist der Strand zu ende.

Dort sammelt sich dann ja meist alles Mögliche aus dem Meer. Diverse Pflanzenteile die schon in der Sonne vertrocknet sind, leider auch Müll. Dann gibts da aber auch noch die Krabben, die man gerne zwischen den Felsen jagt als Kind.
Dort ist meist auch Erde zwischen den Felsen. Oder Sand. Ich weiß nicht was das genau ist, die Farbe weicht aber ab vom goldenen Sand am Strand. Diese Erde (oder Sand) ist meist feucht und schwarz. Da hüpfen meistens auch so ganz kleine Mücken hin und her.

GENAU DAS riecht man bei Seahorse raus.
Ich weiß nicht welche Duftnoten genau diesen Duftmoment reproduzieren aber es ist schlicht und einfach genial!

Ich finde, sollte es jemals einen "crab" Zoologist geben, muss der diese Duftkomponente 1-1 drin haben. Dann noch ein bisschen dreckig, sandig und salzig.

Nach einer halben Stunde begibt sich dieser Dufteindruck etwas mehr in den Hintergrund und der Duft wird viel harmonischer und tragbarer.

blumig-frisch-aquatisch-animalisch-dreckig.

Mich erinnert der Duft an diese einsamen Momente im Urlaub wo man still für sich alleine ist am Rand des Sandstrandes, abseits vom fröhlichen Urlaubervolk.
Gleichzeitig aber auch an die Aufregung die man als Kind/Jugendlicher verspürt, wenn es auf Urlaub geht ans Meer.

Für mich allein schon für diese Erinnerung und Duftassoziation ein Kaufkandidat. Außerdem ist er ein gut tragbarer Aquat mit dem gewissen Etwas und Twist.

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