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Brosef

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Rezensionen
1 - 5 von 19
Midnight - die Turkish Power Antwort auf Gris Charnel (Extrait)
Interessanterweise gibt's für diesen Duft noch keine ausführliche Bewertung - diese Lücke muss definitiv geschlossen werden! Denn Mad Parfumeur hat hier nicht einfach nur eine Kopie geliefert, sondern ein echtes kleines Meisterwerk vollbracht. Wer die DNA von BDKs Gris Charnel Extrait liebt, aber bisher die letzte Konsequenz in Sachen Intensität vermisst hat, wird hier endlich fündig. Die Essenz des Originals wurde perfekt eingefangen: würziger Kardamom trifft auf diese unverwechselbare, cremige Feige und eine tiefe, holzige Basis.
Im direkten Vergleich zum oft (auch von mir) gelobten Liam von Lattafa zieht der Midnight deutlich vorbei. Liam ist handwerklich absolut top, wirkt aber neben dem Midnight fast schon schüchtern. Während der Lattafa nach ein paar Stunden leise "Servus" sagt, packt Mad hier die volle Ladung Power aus.

Performance: Ein treuer Begleiter (vielleicht zu treu?)
Die Haltbarkeit ist phänomenal und verdient das Prädikat "Extrait" wirklich. Abends aufgesprüht, hat mich der Duft am nächsten Morgen beim Zähneputzen immer noch frech aus dem Spiegel angegrinst. Wer also ein Alibi braucht, wo er die Nacht verbracht hat – Vorsicht: Dieser Duft verrät euch auch 12 Stunden später noch. Er fängt die Eleganz des Vorbilds ein, verleiht ihr aber eine Ausdauer, die ihresgleichen sucht.

Fazit
Ein absoluter Geheimtipp für alle, die den Spagat zwischen „cremig-elegant“ und „Dampfwalze“ suchen. Mad Parfumeur beweist, dass man ein bekanntes Thema nehmen und es durch handwerkliche Präzision und pure Performance sogar noch steigern kann. Für mich aktuell die beste Alternative zum Gris Charnel Extrait auf dem Markt!
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Nusuk Ateeq - die preiswerte Naxos Alternative?
Die Frage in meiner Überschrift ist rhetorischer Natur, denn wer den legendären Xerjoff Naxos liebt, aber nicht über 200 € ausgeben möchte, sollte sich den Ateeq genauer anschauen. Der Duft ist eine Alternative, die dem Original zum Verwechseln ähnlich riecht.

Duftprofil & Vergleich

Der Ateeq fängt die DNA von Naxos meisterhaft ein. Der größte Unterschied liegt in der Nuancierung: Der Ateeq ist ein kleines Stück süßer als sein Vorbild. Besonders der Honigakkord kommt hier prominenter und kräftiger zur Geltung, was ihn für Fans von Gourmand-Düften fast noch attraktiver machen könnte. Fairerweise muss man sagen, dass der Naxos etwas feiner abgestimmt und in seinem Verlauf komplexer ist. Während der Naxos diese typische, edle Entwicklung durchmacht, bleibt der Ateeq etwas geradliniger.
Der "In-der-Luft"-Check: Das ist der entscheidende Punkt. Während man direkt auf der Haut feine Unterschiede riechen mag, ist der Ateeq in der Luft kaum vom Naxos zu unterscheiden. Für Außenstehende ist die Ähnlichkeit absolut frappierend.
In Sachen Haltbarkeit und Projektion muss sich der Ateeq absolut nicht verstecken. Er strahlt ordentlich ab und hält locker einen Arbeitstag durch. Man bekommt hier eine Performance, die man bei diesem Preis kaum für möglich hält.
Wer das luxuriöse Erlebnis des Xerjoff-Flakons und die letzte Nuance an Komplexität sucht, greift zum Original. Wer aber den Vibe, die Honigsüße und die enorme Präsenz des Naxos sucht, ohne ein Vermögen auszugeben, findet im Nusuk Ateeq den perfekten "Daily Driver".
Preis-Leistungs-Verhältnis: 10/10!
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Fawah Midnight: der Oajan Zwilling ohne Frack und Fliege
Wer liebt ihn nicht, den Oajan von Marly? Meiner Meinung nach einer der besten Düfte für den Winter. Honigsüß und würzig wie eine Kaschmir Decke im private Spa eines fünf Sterne Chalets in St. Moritz. Das Problem sein Preis fühlt sich an wie die Wochenmiete des Chalets! Hier kommt der Fawah Midnight ins Spiel. Er ist der Zwilling, der nicht auf der Privatuni in Oxford war, sondern seinen Master in "Wie riecht man unverschämt teuer, ohne es zu sein?" gemacht hat. Er riecht wie Oajan, performt wie Oajan, lässt aber den Smoking im Schrank. Er ist bislang die beste Alternative die ich zum Oajan gerochen habe. Fawah Midnight ist eine Zimt-Honig-Vanille-Bombe der Extraklasse! Die Performance ist meiner Meinung nach Extraklasse. Er hält auf jeden Fall länger als die meisten guten Vorsätze! :-) er hält locker 7-8 Stunden. Die Projektion ist vielleicht nicht Beastmode aber durchaus solide. Der eigentliche Witz ist aber der Preis. Man bekommt die Performance von einem Nischen Biest zum Discounter Preis von 25-30 Euro. Wer warme, würzige, süße Düfte liebt, die nach Qualität und Luxus riechen, aber keine Lust auf das Nischen-Preisschild hat, sollte schnell zugreifen bevor ihn irgendein Hype teuer macht!
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Hawas Kobra: Oder der Biss der Eleganz
Wer sich mit frischen Sommerdüften auskennt, stößt früher oder später auf Louis Vuitton Imagination. Dieser Duft glänzt nicht nur durch seine zitrische Frische, sondern auch durch zusätzliche, unerwartete Noten wie Schwarzen Tee und Zimt, die ihm das gewisse Extra und Tiefe verleihen.
Imagination ist ein Musterbeispiel für einen universell gefälligen Duft. Mir fehlt schlicht die Fantasie, dass es jemanden gibt, dem diese schöne DNA nicht gefällt.
Allerdings hat dieses Meisterwerk einen gewaltigen Knackpunkt: der Preis. Mit einem Betrag von deutlich über 300 Euro ist er wohl für die meisten unverschämt und unangemessen.

Genau hier kommt Hawas Kobra ins Spiel.
Ich werde keine detaillierte Side-by-Side-Analyse betreiben, da dies schnell in endlosen Vergleichen mündet. Um es abzukürzen: Mit der Kobra bekommt man für den schmalen Taler definitiv die Imagination-Vibes! Die Essenz, die Leichtigkeit und die einzigartige Tee-Note des Originals sind hier klar erkennbar.
Was die Performance angeht, bietet Hawas Kobra ein mehr als gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Haltbarkeit und Projektion sind stark und für einen frischen Sommerduft beeindruckend.
Ich hatte in der Vergangenheit den Art of Arabia I, der oft als Alternative genannt wird. Dieser unterscheidet sich jedoch im Duftprofil deutlich, da er viel minziger ist. Entscheidender ist, dass er in der Performance deutlich den Kürzeren zieht.
Angesichts dieser Unterschiede ziehe ich den "Biss der Kobra" klar vor. Er liefert nicht nur die gesuchte Imagination-DNA, sondern auch die solide Performance zu einem Preis, der diesen Duft zu einem No-Brainer für den Sommer macht
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Trono: wenn das Duplikat das Original in den Schatten stellt
Als ich zum ersten Mal auf die Marke MAD aufmerksam wurde, testete ich einen Dupe des Side Effect. Die Nachahmung aus dem Hause MAD trägt den wenig kreativen Namen „Effect“. Diese erste Erfahrung empfand ich als ziemlich grenzwertig, da der Duft für mich stark nach Desinfektionsmittel riecht. Dennoch wurde ich neugierig und begann, mich näher mit den weiteren Düften der Marke zu beschäftigen.

Hinter den teils gelungenen, teils fragwürdigen Namen verbergen sich bekannte Parfums, die MAD in eigenen Varianten kopiert. Und in den meisten Fällen gelingt dies erstaunlich gut: Die Duplikate kommen den Originalen sehr nahe und überzeugen teilweise sogar mit mehr Intensität, da MAD Extrait de Parfums anbietet. Als Beispiele wären hier der Midnight (Gris Charnel), Draco (Erba Pura) und Forza (missratener Name aber sehr guter Alex 2 Klon) zu nennen.

Nun zur Brücke zum Trono: Der Layton ist zwar kein Geheimtipp mehr, zählt aber zu meinen Lieblingsdüften für die kälteren Monate. Ein echter Mass Pleaser, den ich selbst sehr gerne rieche und dementsprechend trage. Allerdings fehlt den aktuellen Chargen die Wucht der früheren Varianten. Hier bietet der Trono eine hervorragende Alternative, denn er riecht wie Layton und besitzt die nötige Haltbarkeit, um problemlos einen ganzen (Arbeits-)Tag durchzuhalten.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Vorteil ist der attraktive Preis: Wer zufällig in der Türkei Urlaub macht, bekommt den Trono für etwa 30 Euro. Hierzulande liegt der Preis bei rund 45 bis 50 Euro, was ich für eine 100-ml-Flasche immer noch als sehr fair empfinde.

Mein Fazit, etwas provokant formuliert: Man bekommt den besseren Layton zu einem besseren Preis! Ein echter Super-Deal, oder!?
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