RisingScentRisingScents Parfumblog

29.12.2014 19:47 Uhr
3 Auszeichnungen

Liebe Freunde der olfaktorischen Unterhaltung. Nach einer, durch die Weihnachtszeit bedingten, kreativen Pause meines sonst wöchentlichen bzw. sonntägigen Blogs, nun die vierte Episode zu einem von mir sehr geschätzten Brand der Nischen-Parfümerie. Wie immer würde ich mich über einen regen Erfahrungsaustausch sehr freuen.

...Bühne frei für...

- Frapin Parfums -

Der Name Frapin ist in der Welt der Cognacs bekannt wie kaum ein zweiter. Die Qualität, die Veredelung und die jahrhundertelange Handwerkskunst, die Frapin in seinen Cognacs zum Ausdruck brachte, findet auch in der Welt der Düfte ihren Platz. Die Parfums von Frapin erhalten die Tradition, Expertise und Exzellenz, für die das Haus seit jeher bekannt ist. Die feinsten Rohmaterialien verbinden sich zu ausgeklügelten und sauber durchdachten Duftkompositionen der Haute Parfumerie.

Die Düfte zeigen Stil und Originalität - ganz im Sinne der alten Frapin Tradition. Diese Werte werden im Hause Frapin groß geschrieben - die Verbindung eben dieser mit modernen Herstellungsmethoden brachte den Düften weltweiten Erfolg und Ruhm in der Nischenparfümerie. Die Kreationen werden nur in kleinen Chargen hergestellt, um die einzigartige Qualität der Inhaltststoffe gewährleisten zu können. Die Flakons sind aufeinander abgestimmt und verfolgen das Konzept der klaren Linien in Verbindung mit einem hölzernem Verschluss. Das Design enstammt den Händen und Ideen begabter Künstler des Handwerks.

Die Eau de Parfums von Frapin wurden von der atemberaubenden Geschichte des Ortes geprägt, und so birgt jeder Duft eine andere Facette französischer Landschaft, Tradition, Geschichte und Savoir-vivre in sich.

(quelle: essenza-nobile.de)

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1270 (2008)

Eine schön-schwere Mixtur aus Nüssen, Pflaumen, Harzen, Honig und einem Schuss Cognac. Dies mutet im ersten Moment etwas "overdressed" an, ist aber sehr köstlich inszeniert. Leider ist in der Preisklasse die Sillage eher dürftig (recht Körpernah). Insgesamt aber ein "süffig" süßer und nussiger Schwerenöter mit Schuss ohne zu aufdringlich anzumuten. Den Abschluss runden stimmungsvoll Akkorde von sanftem Honig und Nüssen ab. Wundervoll. 1270 sollte nicht bei Temperaturen über 25° getragen werden, da er sonst kaum wahrgenommen wird und die Sillage zu körpernah wird. Umso kälter die Außentemperatur umso weitreichender und stärker ist auch die Sillage und Duftwahrnehmung. Daher ein super Duft für den Abend und kältere Tage. Der köstliche Gentleman-Schmeichler. Das kuriose bei diesem Duft ist die Wiederbelebung welche er generiert. Immer wenn man meint er wäre verfolgen entflammt er von Neuem. Dennoch ist hier eine Überdosierung erwünscht, da die Projektion wirklich eher der eines Understatement-Duftes gleicht. 1270 ist für mich der beste Duft aus dem Hause Frapin, welcher sich mir mit angenehmer Wärme, edler Alkoholisierung sowie dezenter Süße und tiefer Nussigkeit als auch dichter und facettenreicher Verarbeitung als eine olfaktorische Offenbarung darreicht und mich süffisant in einen Suchtrausch verfallen lässt. Sowohl wirklich köstlich als auch hochwertig und fein ausdefiniert-komplex. 1270 wird dem Hause Frapin zumindest handwerklich mehr als gerecht!


Sillage: moderat Haltbarkeit: 8h+ Projektion: | |

Frapin 1697 Absolu de Parfum (2011)

1697 ist ein doch recht interessanter Duft. Die Duftassoziation generiert ein Bild von einem in Rum eingelegtem Eichenfass. Der Duft ist hierbei vor allem holzig. Diese Holzigkeit umgibt eine trockenene Aura mit Schuss. Der Rum legt sich hierbei in den Hintergrund und überlässt dem feinen Zusammenspiel verschiedener Hölzer die Bühne. Ein wirklich angenehmer Duft für Fans der etwas dekadenteren Holzigkeit. Mir ist das Duftbild dennoch etwas zu seicht, es fehlt ihm m. E. an Tiefe. Dennoch sehr empfehlenswert.

Sillage: gut Haltbarkeit: 8h Projektion: ( )

Nevermore (2014)

Nevermore beginnt als A*Men-Kopie. Allerdings ist das Duftbild hier wesentlich zurückhaltender, ruhiger und unangestrengt. Dennoch versprüht auch Nevermore diesen synthetischen Anti-Charme, auch wenn dieser hier nicht solch ein beißendes Potential projiziert wie A*Men. Dieses eben dargestellte Duftbild hat für etwa 3h Bestand bis sich (endlich) das Rosenthema in den Mittelpunkt rück. Hier wird das Duftbild endlich sanfter, wachsiger und runder. Diese tatsächlich recht angenehme Dufttextur bleibt leider nur für etwa eine Stunde auf der Haut und wechselt seine Stellung für eine anschließende eher bittere Würzigkeit (Safran). Insgesamt ist Nevermore ein gut durchdachter Duft, welche mir jedoch insgesamt mit zu vielen Komponenten aufwartet, welche ich persönlich zu bitter und anstregend empfinde. Nevermore ist m. E. nach zu eigenwillig und abstrakt. Weiterhin ist das Duftbild auch eher zurückhaltend wenn auch recht langanhaltend. Wäre die Damaszener-Rose mit etwas Rauchigkeit und Pfeffer gesprickt, würde mir dies für ein Tolles Dufterlebnis bereits ausreichen. Nevermore habe ich einmal getestet und einen weiteren Versuch braucht es subjektiv Nevermore.

Sillage: moderat Haltbarkeit: 10h Projektion: ( )

Speakeasy (2012)

Speakeasy ist für mich eine wirkliche Enttäuschung und die Bezeichnung "Nothing to talk about" wäre m. E. nach die treffendere. Das Duftbild ist wirklich minimalistisch zitrisch-fruchtig eingebettet in ein ebenso minimalistische Luft-Aura. Speakeasy ist wirklich sehr unscheinbar und sehr sehr leiser Duft, welcher keine eigene Identität aufbauen kann. Der Duft ist einfach nur ein Schatten seiner selbst. Bei Speakeasy fällt es mir gewiss nicht leicht etwas zu sagen, denn es fehlt hierzu einfach grundsätzlich Substanz. Schade!

Sillage: schwach Haltbarkeit: 6h Projektion: _____

Terre de Sarment

Dieser Frapin ist von ein dunklen aber sanften Holzigkeit geprägt. Diverse scharfe und trockene Gewürze mischen sich im Auftakt zu dem recht dunklen Grundton. Die Herznote ist stark ausgefüllt vom Weihrauch-Akkord und verschlimmert das gesamte Duftbild in einen recht beißenden Duftton. In der Bais gibt sich ein trockener Rauchkkord zum Duftbild hinzu. Terre de Sarment ist somit ein wirklich durch und durch maskuliner Holzduft welcher sich durch eine im gesamten Duftverlauf beißende und dunkle Grundstimmung auszeichnet. Irgendwie erinnert mich der Duft an ein in Benzol eingelegtes Eichenholzfass überdeckt von abgebrannten Zigarettenstummeln. Der Duft stellt sich somit bitter, dunkel und absolut rauchig dar. Freunde solcher wirklich männlichen und seicht-dunklen Düfte dürfen gern zugreifen. In meinem Falle aber dennoch...Nein danke!

Sillage: moderat Haltbarkeit: 8h Projektion: ( )

Weitere Eindrücke in Kürze...

3 Antworten
14.12.2014 21:20 Uhr
9 Auszeichnungen

Liebe Parfumo-Freunde, es ist Zeit für die nun dritte Runde meines subjektiv untersetzten Blogs zu jeweils einer Parfum-Marke welche es mir im besonderen Maße angetan hat.

...dieses mal Bühne frei für...

- Linari -

///Die Parfümeure

Der in Paris lebende Deutsch-Engländer Mark Buxton gilt als einer der kreativsten Köpfe in der heutigen Duftwelt. Seine Stärke liegt in der Verbindung von größter Leidenschaft mit Präzision. Sein Stil: mystisch, provokant, kontrastreich, Großstadtdschungel. Die Kreationen: Angelo di Fiume, Notte Bianca.

Egon Oelkers: ist der Mann des diskreten Luxus. Sein Name steht in der Duftwelt für dezente Schönheit und Harmonie. Die Stationen seines nunmehr 40-jährigen kreativen Schaffens sind New York, Paris, Genf und Hamburg. Sein Stil: harmonisch, dezente Opulenz, feine Ausbalancierung von Fruchtnoten, Blüten, Gewürzen und Edelhölzern. Die Kreationen: Eleganza Luminosa, Vista Sul Mare.

Der in New York lebende französische Top-Parfumeur Maurice Roucel, geehrt mit einer Vielzahl internationaler Auszeichnungen, ist einer der charismatischsten Duftkreateure der Gegenwart. Seine brillanten Düfte zeichnen sich gleichermaßen durch Ihre Vielseitigkeit und ihren freien Stil aus, die Roucels Verständnis von Ästhetik und Sinnlichkeit verkörpern. Sein Stil: geradlinige, unerschrockene und bravouröse Kompositionen, die auf ihre essentiellen Duftbestandteile reduziert sind. Seine Kreation: Acqua Santa.

///Der Flakon

Äußeres Markenzeichen der LINARI Eau de Parfums ist das ungewöhnliche reduzierte Design des schweren Flakons aus französischem Glas hochwertigster Güte. Durch seine außergewöhnliche und extreme Formgebung – kreisrund mit großem Durchmesser und äußerst geringer Höhe – wirkt der eigens für LINARI entwickelte Flakon als eigenständiges und zeitloses Designobjekt mit perfekter Symmetrie. Der opulente Hochglanzkragen besitzt durch Einbindung des Sprühkopfes eine skulpturale Dreistufigkeit, die harmonisch die Formgebung des Flakons umschmeichelt. Die groß dimensionierte runde Kappe aus feinstem, afrikanischem Wengeholz greift die extreme Formgebung und die Dreiteiligkeit des Flakons analog auf.

Auf den Flakon aufgesetzt vermittelt sie durch den hochglänzenden Höhenversatz zwischen Glas und Deckelunterseite eine über dem Flakon schwebende Optik. Zur Unterstreichung des skupturalen Charakters kann der Flakon auch optisch wirkungsvoll auf dem Holzdeckel positioniert werden, wodurch ein kontrastreicher und ungewöhnlicher optischer Effekt entsteht, der den Eindruck eines schwebenden Objektes vermittelt. Die Aufsicht auf den Flakon vermittelt eine unerwartete Transparenz und Leichtigkeit der rotationssymmetrischen Formgebung, bei der die hochwertige Dickwandigkeit des Glases beeindruckend visualisiert wird.

Vom massiven Glasring umgeben befindet sich auf der Unterseite der Flasche eine kreisrunde tiefschwarze Fläche, die bei der Aufsicht auf den Flakon einen sehr reizvollen dreidimensionalen Effekt bewirkt und einen schönen Farbkontrast zum hellen Flakoninneren herstellt.

///Die Verpackung

Die luxuriöse und hochglänzende Verpackung in mystischem Schwarz mit zwei umlaufend geprägten gold-/platinfarbenen Bändern/Quarrees greift das dreigeteilte und reduziert-elegante Design des Flakons auf.

Flakon- und Verpackungs-Design: Rainer Diersch

(quelle: ausliebezumduft)

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Acqua Santa(2010)

Der Auftakt bezaubert mit einem frisch-intensiven leicht rauchigen Beerencoktail. Dieses Fruchtsprudelwasser vereint sich mit feinen harmonischen floralen Noten und schließt mit Gebäckakkorden und der gewissen feinen Pudrigkeit ab. Dabei bleibt der Duft stets von einer ganz feinen Frische umgeben. Die Duftentwicklung ist wunderbar harmonisch und wunderbar feminin. Acqua Santa schafft es immer im richtigen Moment sich noch einmal leicht hervorzuheben. Tragen sollte Frau ihn auf jeden Fall einmal, denn er kombiniert auf wunderbar Art und Weise Fruchtigkeit, Frische und leicht dunkle Eleganz. Er wirkt von Beginn an recht Komplex aber ohne schwer zu sein. Acqua Santa besitzt eine unheimliche Leichtigkeit gepaart mit einer tollen Komponentenfülle. Das Duftbild entwickelt sich im Laufe seiner Haltbarkeit immer nur akzentuiert, aber an den richtigen Stellen. Denn die Charachtergebenden Kernkomponenten bleiben stets erhalten und werden durch verschiedene florale Note untersetzt. Insbesondere der Lilienakkord gibt dem Duft eine unnahbare runde Abstimmung. Der Abschluss bildet einen leichten Umschwung in eine fein abgestimmte karamellig-holzige Duftbombe, wunderbar. Acqua Santa ist einfach einzigartig, bezaubernd und insbesondere lecker lecker lecker. Jeder "Sniff" den man vom Duft erhascht lässt einen nach mehr dürsten. Dieser Duft ist perfekt für alle Situationen und Gelegenheiten, denn es bildet die perfekte Abstimmung von hochwertigen und wunderbar ineinanderreifende, Komponenten welche Akzente setzen kann. Hinzu kommen einen genau richtige Sillage und tolle Haltbarkeit. Diesen Duft kann Frau immer tragen, und ich hänge an Ihr wie an einer Leckerei.

Sillage: moderat Haltbarkeit: 9h

Angelo Di Fiume (2008)

Wundervolle Süße wird umschmeichelt von dezenten floralen und unscheinbaren holzigen Akkorden und bilden eine ungemein köstliche Duftkomposition. Besonders hervorstechend ist die bereits zu Beginn emporsteigende Bourbon-Vanille, welche den Duftverlauf vollständig mit unterschiedlicher Intensität begleitet. Im Zusammenspiel mit den anderen Duftakkorden entwickelt sich eine Leckerei von welcher man nicht genug bekommt. Die verwendete Vanille-Süße ist hierbei wesentlich feiner un runder als bei vielen anderen Vanille-Vertretern. Ungemein feminin und sinnlich. Sehr zu empfehlen.

Die Haltbarkeit liebt bei etwa 6h und eine moderate-gute Sillage runden das Erlebnis ab.

Eleganza Luminosa (2008)

Dieser Duft ist ohne Zweifel feminin. Eine feine und zarte Komposition aus Kirchen, Himbeeren und leichten floralen Noten. Im Duftverlauf wird er stetig blumiger aber immer begleitet von einer abrundenden leichten Frische. Leider ist das Dufterlebnis zwar recht angenehm aber nicht wirklich besonders. Eine Frau kann diesen ohne Bedenken tragen und duftet wunderbar sinnlich, jedoch wird sie nicht aus der Masse herausstrahlen. Schön aber auch schön unbesonders.

Sillage: moderat Haltbarkeit: 6h

Fuoco Infernale (2010)

Pures Aroma von verkokeltem Holz umgeben von bitterem Rauch. Dieses Dufterlebnis ist zwar sehr maskulin, jedoch von dieser Maskulinität um einiges zu viel. Man riecht nur Holz und Rauch. Mehr bleibt leider nicht zu erläutern. Nach einem intensiven Sporttraining, in welchem sich Fuoco Infernale mit dem Schweiß verbindet, entwickelt sich der Duftton in eine etwas wärmere Grundstimmung. Zu gute halten muss man allerdings die gute Sillage und sehr gute Haltbarkeit. Dennoch ist der gesamte Duftverlauf sehr schwierig, ohne wirkliche Entwicklungen, dafür anstrengend und zu rauchig.Schrecklich im Aroma und davon schrecklich viel.

Sillage: gut Haltbarkeit: 9h

Notte Bianca (2008)

Zu manchen Düften sind nur ein paar kurze Worte ausreichend um sie gänzlich zu beschreiben. Notte Bianca ist ein farbloser Seifen-Rauch. Entfaltet sich so Hautnah, dass eine Wahrnehmung kaum möglich scheint. Leider ohne Kontur und besondere Akzente. Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

Sillage: hautnah Haltbarkeit: 6h

Porta del Cielo (2012)

Ein Duft wie die Brise eines fein seifig-parfumierten Duschgangs. So unbeschwert und heiter, dass man sich gern eine Erfrischung abholen möchte. Diese Aura wird zum Auftakt mir sprudelnder Himbeerbrause und leichter Blumigkeit abgestimmt. Im Duftverlauf erhält sich diese feine frische Brise und erhält durch wundervolle leichte Holzakkorde einen eleganteren Charakter. Einzig die nach etwa einer Stunde sich immer weiter zurück ziehende Sillage schmäler, wenn auch nur ganz Dezenz, den wundervollen Dufteindruck. Den Abschluss bilden ganz leichte vanillige Noten umgarnt von einer leichten Rauchnote. Im gesamten Duftverlauf stellt sich der Duft stets harmonisch abgerundet und wie ein feiner reiner Schleier dar. Die Assoziation zu Urlaub und dem Meer mit eine feinen nach Fresie duftenden Gischt drängt sich geradezu auf. Das Duftbild ist eher ein leichtes Understatement und wirkt elegant statt imposant. Toll!

Sillage: moderat Haltbarkeit: 6h

Vista Sul Mare (2008)

Ein sehr generischer und austauschbarer Duft ohne eigenen Charakter. Prinzipiell mutet er ohne wenn und aber frisch an, jedoch wie fast jeder andere Frische-Duft auf dem Markt auch. Er kann während des Duftverlaufs keine eigene Identität aufbauen und entschwindet in die Bedeutungslosigkeit.

Sillage: hautnah Haltbareit: 6h

3 Antworten
07.12.2014 23:54 Uhr
15 Auszeichnungen

Liebe Parfumo-Freunde, nun ist es Zeit für die zweite Runde meines subjektiv untersetzten Blogs zu jeweils einer Parfum-Marke welche es mir im besonderen Maße angetan hat.

...dieses mal Bühne frei für...

- Parfums de Marly -

Das französische Dufthaus Parfums de Marly vereint vor allem die schönen Seiten Frankreichs aus dem 18. Jahrhundert, indem ganz besonders auf die Vorlieben der Könige Ludwig eingegangen wird, welche in Frankreich nicht nur den königlichen Hof inne hielten, sondern zugleich maßgeblich für die damals ausgebrochene Duft-Euphorie verantwortlich waren. Anders als die Herrscher zuvor, hatten Frankreichs Obere damals eine ganz besondere Vorliebe für Düfte entwickelt, weshalb sich der königliche Hof schnell in ein wohlduftendes Ambiente hüllte, welches vom Herrscher bis hin zum Narren jeden in seinen Bann zog. Zugleich hatte besonders König Ludwig XV. aber auch eine besondere Liebe zu Pferden. Diese sah er nicht nur gern in natura, sondern ebenso gern am königlichen Hof. Daher ließ der französische Herrscher den weltbekannten Bildhauer Coustou einfahren, um in Erinnerung an seinen Urgroßvater riesige Statuen mit Pferden zu erschaffen. All diese historischen Bezüge greift das Dufthaus Parfums de Marly mit jedem einzelnem Parfum und dem eigenen Markenlogo auf. Jedes Parfum von Parfums de Marly besitzt einen hohen Wiedererkennungswert und einen prägnanten Charakter. Das unterstreicht schon der Zusatz ""Royal Essence"" im Markenschriftzug, denn die Kreationen sind in der Tat königlich und von ebenso herausragender Qualität. Die Marke ist bekannt dafür Grenzen zu überschreiten und durchaus auch Essenzen in einem Parfum zu kombinieren, welche auf den ersten Blick nicht sofort stimmig erscheinen. Die erfahrenen Parfümeure des Hauses setzen dann aber gekonnt so viel Fingerspitzengefühl ein, dass selbst kontrastreiche Duftbilder unglaublich stimmungsvoll und harmonisch wirken.

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Darley (2012)

Darley startet wie eine etwas chemisch anmutende Zitrus-Wachskerze. Der Duft wechselt nach etwa 15 min. recht schnell in eine blumige Richtung. Leider können im Duftbild keine wirklichen Einzelnoten herausgerochen werden, sondern es ist vielmehr ein undefinierbarer und abermals wachsiger Blumencocktail. Im bisherigen Duftverlauf bleibt die Sillage stets verhalten und nur schwer wahrnehmbar. Ab etwa 4 Stunden stellt sich ein gourmandiger und damit süßlicher Akkord hervor, welcher dezent von einer sanften Rosenaura umspielt wird. Den Abschluss des Duftverlaufs bildet eine angenehm runde aber abermals dezente Süße mit einer gewissen Seifigkeit und trocke-holzigem Unterton. Darley wirkt auf mich sehr unentschlossen und weiß seine vorhandenen Potentiale nur sehr schwer in Szene zu setzen. Die Projektion des Duftes ist so hautnah, dass Frau vergessen könnte dass sie Ihn trägt. Positiv ist an Darley dennoch dieser, den Duft wunderbar rund und dicht erscheinen lassende, Wachscharakter. Diese Wachsigkeit lässt den Duft eher wie eine nur dezent parfumierte Bodylotion wirken. Weiterhin würde ich Darley defintiv eher als Frauenduft einordnen. Darley ist m. E. eher belanglos und kann nicht mit den anderen Parfums der Marke mithalten, denn das Duftbild wirkt zwar stimmig jedoch zu generisch und austauschbar. Gute Ansätze, aber für mich persönlich zu wenig daraus projiziert.

Sillage: eher schwach Haltbarkeit: 8h Projektion: ___

Godolphin (2011)

Godolphin ist in erster Linie ein herb-würziger und leicht bitterer Duft. Der Duftcharakter erinnert sehr stark an feines und eher sanfteres Oud. Dies ist jedoch insfoern verwunderlich, da in Godolphin kein Oud verarbeitet wird. Das Duftbild verändert sich im gesamten Duftverlauf kaum und bleibt seinem bitter-würzigen Hauptcharakter treu. Für mich ist das Parfum ein wirklich tragbarer Oud-Möchtegern-Duft ohne zu intensiv zu sein. Dennoch steigen einem die doch recht bitteren Noten immerzu in die Nase und machen das Duftbild zuweilen anstrengend. Ebenso mischt sich gerade in der Kopf- und Herznote eine nach Wasabi riechende Schärfe ins Duftkonzept. Bei intensiveren "Sniffen" kann dich recht intensiv wirken. Dieser Duft kann für all jene, welche eine Vorliebe für maskuline und herbe Düfte habe, wärmstens ans Herz gelegt werden. Da ich jedoch keine Oud riechen mag und die leicht scharf-bitteren Akzente mich doch schon stören, ist er für mich eher bedingt tragbar. Godolphin ist in seiner Duftkategorie ein wirklich empfehlenswerter Duft, welcher insbesondere eine angenehme Natürlichkeit ausstrahlt und dem Träger lange begleitet. In my case, no!
Haltbarkeit: 12h Sillage: gut - stark

Habdan (2013)

Dieser Duft ist nahezu eine Omage an "Shit". Denn mit diesem Duft assoziiere ich sofort Pferdeäpfel (sprich Pferdekot) und übel riechende Pferdeställe im Hochsommer. Es ist wahrlich kein Vergnügen sich diesem Duftkomplex zu nähern. Bitte weit weit weg von mir. Einzig der Duftabschluss nach knapp 8h offenbart urplötzlich eine süße Note mit Karamelleinschlag. Dieser ist in Ordnung, der Rest ist es bei Leibe nicht. Gut möglich, dass der wirkliche Übeltäter meine Hautchemie ist, welcher den Duft erst in solch bizzare Duft-Untiefen hinabzieht, aber der EIndruck bleibt bestehen,diesen Duft sollte man weder sich noch seiner Umgebung "antun". Einzig die wirklich gute Sillage sowie die ansprechende Haltbarkeit und das wundervolle Flakon-Design stehen Habdan gut. Der Rest ist wirklich purer olfaktorischer Kot. Igitt!

Herod (2012)

Duft (ähnlich allerdings wie Tobacco Vanille von Tom Ford) welcher im Auftakt wunderbar von Zimt umschmeichelt wird. Der Auftakt wird ebenso wie das Herz von einer angenehm fruchtigen Frische getrieben. Nach 3 Stunden kommt dann die Basisnote zum Vorschein und es kommt zu einer überraschenden Duftentwicklung mit einer Vanille mit „Schuss“. Kopf- und Basisnoten sind wundervoll. Leider ist die Basis zu süß und gerade bei Temperaturen über 22C° unerträglich und Zerstört daher leider den sonst pompös/dekadentem Gesamteindruck. Haltbarkeit: 8h+ Sillage: stark

Ispazon (2012)

Ispazon ist ein eher schwierig zu bewertender Duft. Auf der einen Seite ist der Duft wunderbar frisch und (ge)würzig, auf der anderen Seite sind jedoch die einzelnen Duftbestandteile nicht herauszuriechen und das Duftbild kann man so kaum mit irgendetwas Vergleichbarem identifizieren. Der Auftakt von Ispazon ist wunderbar frisch, mit einem Hauch von Zitrigkeit und leichter Würze. Dieses Duftbild bleibt für etwa 2h besteht bevor die Frische einer leicht trockenen und würzigen Holzigkeit weicht. Dies Würzigkeit welche bereits von Beginn an hervorblitzt erinnert in Ihrem Kern etwas an Oud und verleiht dem Duftbild eine herbe Note. Die Basis entfaltet innerhalb dieser herb-holzigen Aura eine dezente vanillige-süße. Ispazon ist demnach schwierig einzuordnen. Er riecht gut und angenehme, jedoch wirkt der herbe und zum Teil bittere Akkord-Einschlag auf Dauer etwas anstrengend. Ich kann mich persönlich nicht entscheiden ob ich den Duft "verschlingen" oder lieber abweisen soll. Wer maskuline herb-frisch-holzige Düfte präferiert liegt hier richtig. Für mich ist er aber zu unentschlossen und daher nicht geeignet. Aber dennoch gut. Haltbarkeit: 10h Sillage: gut

Meliora (2012)

Eines vorweg Meliora von Parfums de Marly ist definitiv ein Duft die Frau. Er besticht durch ein m. E. absolut rundes und ausgewogenes Duftbild mit einem von Anfang bis Ende omnipräsenten Grundthema...der Rose. Zu Beginn ist Meliora gewiss kein Leisetreter sonder präsentiert sich sehr intensiv und pompös. Eine Überdosierung sollte man sich schon gut überlegen, da die Projektion mit seiner Intensität trotz der Schönheit des Duftbildes zu leichten Kopfschmerzen führen könnte. Die verarbeitete sanfte und eher warme und doch recht schwere Rose begleitet den Duftverlauf vollständig und wird dabei von den anderen hauptsächlich süßlichen Duftkomponenten wie Beeren und der Vanille "nur" umschmeichelt. In Kombination sorgt dies für eine sehr harmonische Dufttextur, welche jedoch nach mehrmaligen Testen annähernd monothematisch wirkt. Denn eine wirkliche Duftentwicklung ist bei Meliora auf den ersten Sniff nicht zu erkennen, denn diese Entwicklung zeigt sich eher in Nuancen. Einzig beim Übergang der Herz in die Basisnote nach etwa 4h verschwindet für etwa 30min die Rose und das Duftbild wird plötzlich blumig-frisch. Diese blumige Frische wirkt jedoch sehr belanglos und generisch. Zum Glück erscheint die Rose mit Aufflammen der Herznote wieder auf der Bildfläche, wenn auch nun eher etwas seifiger und weniger schwer. Dieses Duftbild bleibt nun für die nächsten 6-8 Stunden bestehen und wird mit der Zeit immer etwas leiser und zurückhaltender. Nach etwa 10-12h ist "nur" noch ein Hauch Rose auf der Haut zurückgeblieben und schließt den Rosenreigen, fast etwas liebevoll, ab. Insgesamt bleibt ein nuancierter zu beginn sehr starker und immerwährend leicht gesüßter Rosenduft, welcher wunderbar rund, dicht, harmonisch und natürlich daher kommt. Meliora ist wie die Erkenntnis einer Rose vom Hochmut zu Demut seiner selbst. Defintiv eine Duftreise wert (aber bitte nicht zu viel aufsprühen!).

Sillage: gut Haltbarkeit: 10-12h Projektion: / - ( )

Oajan (2013)

Test: Ein sehr einzigartiger Duft. Der Auftakt ist intensiv und verbreitet eine Aura welche am ehesten mit Beeren- oder Pflaumenschnaps zu assoziieren ist. Diese doch recht wuchtige Komposition nimmt nach etwa 60 Minuten nach und nach ab und das Duftbild wird feiner, leichter und frischer. Der alkoholische Ton verschwindet letztlich vollkommen und die Feigen bzw. Trockenpflaumennote entfaltet sich in dezenter Weise. Nach etwa weiteren zwei Stunden lässt der frische Duftton den nun folgenden süßen Akkorden stetig mehr Raum um sich zu entfalten. Hierbei entsteht nun ein Duftbild von Pflaumen gepaart mit Honig. Später (nach 4h) mischt sich etwas rauchiger und floraler Akkord hinzu. Nach etwa 6 Stunden erreicht er Die Basis und es macht sich warme Vanille frei. In seiner gesamten Entwicklung ist er stets angenehm. Anfangs minimalisitsch und später etwas intensiver süß ohne Aufdringlich zu sein aber stets intensiv wahrnehmbar. Sehr anschmiegsamer Duft welcher sogar eine Frische aber auch wohldosierte Wärme ausstrahlt. Oajan wirkt anfangs leicht synthetisch doch nach etwa 30 min wird der Duft immer natürlicher und wirkt fortwährend naturbelassen und rein. Sillage: gut - stark Haltbarkeit: 13h+

Pegasus (2011)

Pegasus beginnt sofort mit einen holzigen Auftakt. Der holzige Charakter ist leicht trocken wird jedoch von einer ganz dezenten und balsamischen Frische umgarnt. Der Auftakt und die Kopfnote bilden somit ein recht sanftes und elegant-holziges Duftbild. Dennoch ist Pegasus, zumindest auf meiner Haut, klar ein Hintergrundschmeichler und so eine Understatement-Duft. Er ist elegant, dezent-maskulin, minimalistisch-frisch und fein-holzig. Leider geht ihm nach und nach die Luft aus und das Duftbild wird sehr hautnah. Die Herznote ist sehr ruhig und dezent nussig. Die Basis öffnet sich nach etwa 4h und verändert das Duftbild durch die Vanille in eine süßere Grundstimmung. Leider kann der gesamte Duftverlauf nicht die Klasse des Auftakts halten und Pegasus (wahrscheinlich Hautchemie-bedingt) wird zu dezent und unmerklich. Die hohe Qualität der verarbeiteten Komponenten kann man herausriechen und geben dem Duft die gewisse Klasse, können jedoch das schwache Duftbild nicht retten. Amouage Reflection Man ist hier definitiv aber die qualitativ bessere Alternative und hält seine Klasse bis zum Ende. Sillage: mäßig Haltbarbeit: 7h

Safanad (2012)

Safanad lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Denn grundsätzlich ist es ein wunderbar zurückhaltender durchaus komplexer und facettierter Duft. Leider ist für mich der Auftakt zu belanglos und unbedeutend. Ich rieche eine sehr zurückhaltende leicht zitrische Aura mit seichten Birnenanleihen, aber leider nicht mehr. Das Duftbild in der Kopfnote löst zu Anfang eine angenehme Grundstimmung aus, aber spätestens nach dem dritten Sniff verliert es mehr und mehr an Bedeutung und ich wünsche mir eine Veränderung. Diese Veränderung aus dem zu seichten zitrisch-fruchtigen ereilt das Duftbild nach etwa 3,5h. In der Herznote wird Safand blumig-frisch und wenn man zu diesem Zeitpunkt Meliora testet, so könnten diese Duftzwillinge sein. Denn leider ist die Basis ein m. E. nach eher generisches Blumenwässerchen, welches ich bereits in gefühlt 1.000 anderen Parfums gerochen habe. Es duftet keineswegs schlecht, nein, jedoch fehlt es an Besonderheit und eigener Identität. Nach nun mehr 5h erwartet man ab diesen Punkt eigentlich nichts mehr, bis jetzt aber das unerwartete Besonder erscheint. Denn in der Basisnote wandelt sich das Duftbild von Safanad erneut, jedoch nun in einen der wunderbar rundesten und best-abgestimmten Vanille-Akkorde welche ich in Parfums bisher gerochen haben (einzig Sublime Vanille trifft hier meinen Geschmack noch genauer). Die nun in Erscheinung tretende Vanille weist genau den richtigen Süßegrad auf und ist unwahrscheinlich dicht und harmonisch. Der Duft wirkt präsent aber nicht aufdringlich und hebt Safanad qualitativ zum Glück empor. Handwerklich ist insbesondere die Basisnote annähern perfekt gearbeitet, sodass ich mir fast einen monothematischen Vanilleduft mit dem Charakter der Basis gewünscht hätte. Safanad ist gewiss kein schlechter Duft, ganz im Gegenteil. Er bleibt nur etwas hinter meinen persönlichen Erwartungen und Ansprüchen an die Marke Parfums de Marly zurück. Jedoch für Frauen, welche lieber dezent auffallen wollen bzw. eine Duft suchen welcher Morgens, Mittags und Abends jeweils ein passendes aber durchweg anderes Duftbild ausstrahlt, kann ich Safanad mit ruhigem Gewissen empfehlen. Weiterhin ist die Haltbarkeit enorm, was Safanad als Begleiter für den gesamten Tag auszeichnet.

Sillage: moderat Haltbarkeit: 10-12h Projektion: ( )

5 Antworten
30.11.2014 01:51 Uhr
11 Auszeichnungen

Liebe Parfumo-Freunde,

ich habe mich bisher, wie so viele in ihrem ersten Jahr bei Parfumo, eher im Hintergrund gehalten.

Nun ist aber mein Interesse und Ehrgeiz geweckt, mich selbst aktiver in der Community zu bewegen. Daher werde ich nun in (hoffentlich) regelmäßigen Abständen das Blogging betreiben.

Dabei wird der Fokus dieses und weiterer Blogs auf der subjektiven Impression verschiedener Düfte eines Brands liegen. Ich hoffe insbesondere auf neue bzw. meinen Horizont erweiternde Einschätzungen zu den einzelnen Düfte. Das Prinzip wird es sein, dass ich Düfte in mehr oder minder kurzer Form "bewerte" bzw. meinen Dufteindruck und meine Assoziationen zu den olfaktorischen Werken schildere. Mit der Zeit wird das Brand-Portfolio komplettiert und es entsteht so eine Komplettübersicht des jeweiligen Brand.

Ich freue mich auf eure olfaktorischen Einschätzungen.

Den Beginn wird eine von mir sehr geliebte Marke machen...

...Bühne frei für...

- by Kilian -

Kilian's Ziel war es, Parfum wieder in dem Luxus erstrahlen zu lassen, wie es zu Beginn des 20. Jahrhunderts üblich war. Kilian Hennessy, Erbe einer langen Ahnenlinie von Cognac Herstellern. In seinen jungen Jahren entdeckte er die Welt der Parfums. Kilian erlernte das Parfum Metier bei den anerkanntesten Nasen der Branche und arbeitete bei berühmten Dufthäusern. Trotz seiner erfolgreich und vielseitigen Karriere im Marketing war sein Bedürfnis stärker, seiner ersten Liebe - der Kreation - nachzugehen. So entschied sich Kilian Hennessy seine eigene Marke zu lancieren. Die Marke sollte genau wie Kilian sein - elegant und voller Luxus. By Kilian Düfte sind kleine Kunstwerke, kostbar und auserlesen. (quelle: parfumdreams.de)

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A taste of Heaven (2007)

Sehr angenehmer und spezieller/besonderer Duft mit einer sehr guten Sillage und Haltbarkeit. Hat einen frischen Auftakt und einen angenehm leichten orientalischen Abgang. Insgesamt erweckt er in mir immerwährend einen Aha-Moment. Dieser Duft benötigt etwas Zeit zur Entfaltung, versorgt seinen Träger aber mit immer wieder mit neuen Duftaromen. Nicht zuletzt macht die grüne Duftwasserfarbe diesen Duft zu etwas wirklich besonderen. Die Farbe soll an Absinth erinnern, welche das eigentliche Grundthema der Duftkomposition darstellen soll. Das Absintharoma wird durch das zusammenspiel der einzelnen Akkorde perfekt und unheimlich rund, leicht süßlich und "süffig" kreiert. Ein wirklich wundervolles Dufterlebnis, welches die nähere Umwelt definitiv riechen und lieben wird. Grandios!

Apple Brandy (2013)

Apple Brandy startet wie eine olfaktorische Aroma-Explosion eines alkoholischen Berentzen-Schnapes in der Geschnackrichtung "Saurer Apfel". Dieser recht intensive Geruchsausflug hat jedoch nur eine Beständigkeit von etwa 3 Minuten. Anschließend schwenkt die Kopfnote in ein leicht alkoholisches aber dennoch wohl ausgewogendes Duftbild mit einer wunderbar abgestimmten Untersetzung aus rauchigen und holzigen Akkorden. Das bei dem Zusammenspiel der Akkorde entstehende Duftbild ist wunderbar rund und aromatisch und zieht sich bishin zur Basisnote. Im Abschlusstakt gibt sich nebst des durch und durch runde Duftbildes noch ein gourmandiger Unterton die Ehre und lässt Apple Brandy angenehm weich ausklingen. Apple Brandy ist somit ein wundervolles zusammenspiel unterschiedlicher olfaktorischer Aromen, bestehend aus minimalistischem alkoholischen Brandy, warmen Hölzern, angenehm zurückhaltender Rauchigkeit sowie hintergründiger kaum wahrnehmbarer Vanilligkeit.
Very Tasty! Einzig die recht moderate Sillage sowie hautnahe Projektion geben Grund für Beanstandung.´

Back to Black (2009)

Honig, Honig, Honig...für Honigfetischisten der perfekte Duft. Back to Black ist trotz der recht imposant anmutenden Duftpyramide meines Erachtens nach eher ein monothematischer Duft. Denn das prägende Element ist die tolle Süße des Honig mit all seinen natürlichen Aromen. Er ist ein sehr intensiver und zuerst gewöhnungsbedürftiger Duft, aber gerade deshalb so einzigartig und mit unmissverständlichem Wiedererkennungswert. Dieser Kilian duftet wie eine heiße mit intensivsten Naturhonig durchsetzte Milch. Er bieten ebenso dieses leicht kratzige Empfingen, welches man bei Erkältungen beim Genuss dieser Honigmilch hat wie auch diese angenehme fast balsamige leichte Klebrigkeit. Der Duftkomposition muss zugute gehalten werden, dass der Honig und seine sehr unterschwellig zusprechenden anderen Akkorde sehr natürlich und nicht synthetisch anmuten.
Ich finde Back to Black, abseits der Erwartungen an das Duftbild welche die Duftpyramide hervorrufen kann,sehr gelungen, wenn auch monothematisch. Das Duftbild weist jedoch kaum Enticklung auf sondern wandert stets zwischen kratzig und umschmeichelnd -süß. Auf jeden Fall einen "Sniff" wert, sowohl für Mann als auch für Frau. Defintiv ist Back to Black ein Duft für kältere Tage denn im Hochsommer wäre es ein Schlag mit der Duftkeule. Insgesamt ein wirklich toller und einzigartiger aber intensiver Honigduft, den man unvoreingenommen lieber zweimal testen sollte um sich seines Zaubers bewusst zu werden.

Bamboo Harmony (2012)

Leider ein fast austauschbarer aquatischer Duft. Er zeichnet sich durch eine Mixtur an frischen, floralen und tee-igen Akkorden aus und macht keine wirkliche Entwicklung durch. Der Duft wirkt generisch und austauschbar. Die Sillage lässt zudem, insbesondere in dieser Preisklasse, sehr zu wünschen übrig, da man den Duft wirklich kaum wahrnimmt. Hierfür benötigt es schon einen recht intensiven Schnüffler direkt von der Haut. Eine Harmonie der dezenten Akkorde trifft wohl zu, nur leider bleibt das Duftbild zu unentschlossen und zurückhaltend um wirklich dem Träger selbst oder gar der Umgebung aufzufallen. Schade!

Cruel Intentions (2007)

Ein intensiver und langanhaltender Oud-Duft par Excellence. Auf meiner Haut, macht der Duft keine Entwicklung durch und äußerst sich alleinig mit einer Oud-Wolke. Mir ist es zu schlicht und zu "oudig". Das Oud ist jedoch sehr natürlich und nicht synthetisch, insofern dennoch annehmbar für Oud-Liebhaber. Leider kann ich nebst des Ouds alleinig leichte holzige Akkorde unterschwellig erahnen, alle weiteren Duftkomponenten sind für mich nicht erkennbar. Den Versuch aber dennoch wert.

Forbidden Games (2012)

Forbidden Games startet wie ein mit Blumen überdeckter Obstkorb. Dabei ist das Duftbild vollkommen generisch und identitätlos. Würde man mir eine Reihe von fruchtig-floral-frischen Mainstream Parfums der heutigen Zeit bereitstellen, ich könnte Forbidden Games mit Sicherheit nicht herausriechen. Das Duftbild ist im weiteren Verlauf von der Kopf- bis hin zur Basisnote annähernd identisch und recht monothematisch auf den Duft der Jasminblüte ausgerichtet. Neben dieser hat, zumindest auf meiner Haut, kein anderer Akkord eine wirkliche Kraft. Die Jasmin wird einzig etwas von der leichten Säure des Apfels sowie einer sehr synthetischen Frisch-Süße untersetzt. Die Dufttextur wirkt auf mich unstimmig und recht ruhelos. Weiterhin wirkt die synthetische Ausstrahlung auf mich durch seine konstante Säure leicht beißend und zeitweilen anstregend. Insgesamt ist Forbidden Games somit verboten unbedeutend und reiht sich perfekt in den floral-frsichen Einheitsbrei der letzten 4 Jahre ein. Es gibt bei weitem bessere Damendüfte in dieser Duftrichtung!

Sillage: moderat Haltbarkeit: 6h Projektion: ( )

Intoxicated (2014)

Intoxicate duftet leider leider wie das von mir gehasste A*Men von TM. Der Auftakt ist intensiv sauer und klirrend chemisch. Ich kann unter all diesem gar scheußlichen Kern keine einzige der in der Duftpyramide aufgeführten Komponenten identifizieren. Einzig eine dezente Würze mischt sich von Zeit zu Zeit unter das Hautpduftbild alla A*Men. Trotz der frappierenden Ähnlichkeit zum Mugler "Vorbild" zeugt sich Intoxicate eleganter und dezenter. Das Duftbild wirkt runder und besitzt nicht den beißenden Charakter von A*Men, auch wenn die Duftrichtung die selbe ist so überfahrt einem Intoxicate nicht sondern versucht zumindest sich angenehm anzuschmiegen und ein tragbarer Begleiter zu sein. Trotz allem ist dies für mich definitiv der schlechteste by Kilian Duft. Aber ich hasse gerade zu A*Men und halte diesen für das größte Duftverbrechen der olfaktorischen Welt, insofern hatte Intoxicate nie eine wirkliche Chance. Kurz...Intoxicate ist das tragbarere und "elegantere" A*Men. Anzumerken ist jedoch, dass sich nach etwa 4h und damit mit erreichen der Basis ein Wandel ereignet. Denn die Basis besitzt durchaus eigenen Charakter. Hier legt Intoxicate den Kopier-Schleier ab und überzeugt mit einen durchaus edlen Karamell-Zimt-Thymian-Akkord. Allerdings lohnt sich die Wartezeit bis dahin nur bedingt. Nein Danke!

Sillage: moderat Haltbarkeit: 6-7 h Projektion: ( )

Light My Fire (2014)

Light my Fire startet intensiv und dunkel mit omnipräsenten Akkorden von Tabak und Leder. Nach dem Drydown wird Light my Fire recht schnell ruhiger und es mischt sich sehr minimalistisch eine süße Holzigkeit in das Duftbild. Die Süße ist hier jedoch nur als dezenter Akzent zu sehen und nicht als eigenständiger Duftbestandteil. Die Mixtur aus dunklem Tabak und dem Holzakkord ergeben ein sehr rundes und anschmiegsames Duftbild. In diese Textur mischt sich nach etwa 2h eine warme Rauchnote, jedoch zeit sich der Duft ebenso immer weiter auf die Haut zurück. Insgesamt ist Light my Fire ein wirklich fein auf die einzelnen Komponenten abgestimmter warmer, dunkler und markant-männlicher Duft. Die Dufttextur ist wunderbar dicht und umhüllt den Träger wie ein feiner eleganter Schleier. Leider ist die Sillage ab etwa 1h wirklich minimalistisch und lässt den Duft nur sehr hautnah und zurückgezogen wahrnehmen. Die Haltbarkeit ist ebenso ein Problem, denn nach etwa 4-5h ist der oflaktorische Schmaus auch bereits vorbei. Schade, denn das Duftbild selbst ist wirklich elegant und edel anmutend, nur leider hilft dies einem Duft nicht, wenn er sich schüchtern im Hintergrund aufhält und kaum wahrgenomen wird.

Sillage: schwach Haltbarkeit: 5h Projektion ____ - ( )

Love (2007)

Love ist ein ganz wundervoller und abwechslungsreicher Duft. Man nimmt jeder Entwicklungsphase klar und deutlich wahr und diese unterscheiden sich allesamt voneinander. Insbesondere das Rosenthema steht hier klar im Fokus und wird von den übrigen Akkorden umgarnt. Ein besonderes Dufterlebnis, welches pure Femininität ausstrahlt. Wunderbar! Für mich persönlich nach A Taste of Heaven klar der zweitbeste by Kilian. Pures wunderbar schweres Rosenduftvergnügen. Sehr fein abgerundet mit dem nötigen Hauch von Süße. Er umgibt die Trägerin sicher umhüllt in einem sehr dichten Duftschleier. Love macht die Umgebung auf sich Aufmerksam und veteilt fleißig fein gesüßtes Rosenwasser. Für mich persönlich ein Gedicht der Verführung. Sobald meine Frau diesen aufträgt ist es um mich geschehen!

Sillage: gut Haltbarkeit: 10h+ Projektion: ( )

Playing with the Devil (2013)

PwtD startet sehr fruchtig wie ein prickelnder Fruchtcocktail. Man riecht die Kombination von frischen Beeren und Blutorange-Pfirsich omnipräsent hervor. Diese Kernbestandteile begleiten das Duftbild über den gesamten Verlauf hinweg und geben dem Duft seinen spritzig fruchtigen Charakter. Nach etwa zwei Stunden fügen sich florale Noten in das Duftbild ein. Besonders die Rose, stellt sich hier in den Vordergrund und macht sowohl die Dufttextur runder und voller und schwächt glücklicherweise auch ein wenig die Fruchtigkeit etwas ab. Zum Abschluss fügen sich nach etwa 5h noch eine dezente Ledrigkeit sowie eine gute Portion Süße hinzu. PwtD ist insgesamt ein recht verspielter und abwechslungsreicher Duft, welcher sich durchaus aus der breiten Masse abheben kann, aber m. E. nach aufgrund seiner Wechselhaftigkeit ein wenig an Identität verliert und von vielem etwas zeigen möchte. Daher bleibt er mir, auch aufgrund der starken Konkurrenz aus dem eigenen Hause, nicht weiter in Erinnerung. Ich rieche den Duft grundsätzlich gern und Frau kann diesen wirklich bedenkenlos tragen, jedoch ist der Eindruck bzw. das Bild welches einem beim ersniffen umgibt sehr vergänglich. Insgesamt also ein guter Duft dem jedoch der besondere individuelle Touch fehlt.

Rose Oud (2010)

Beim Auftakt überrascht der Duft durch eine wirklich intensive aber sehr stimmige und angenehm betörende Rosennote. Dieser feine Start-Akkord bleibt, vermischt mit sehr leichten aber feinen Rauchnote ca. 4 Stunden erhalten. Dieser Killian ist wie ein mit feinstem Rauch umhülltes Rosenwasser. Somit wirkt er sowohl belebend als auch elegant und betörend. Durch den ausgeprägten Rosencharakter kann ich mir den Duft besser an einer Frau vorstellen. Einzig die ganz feiner Rauchigkeit ergänzen das Duftbild mit etwas Maskulinität. Nach dem seichten Rückgang der Rosendecke kommt langsam eine dezente Oud Note zum Vorschein. Das Oud ist zwar zurückhaltend aber es kommt neben ihm keine weitere Note mehr wirklich zum Vorschein. Grundsätzlich wirklich gut, aber durch das Oud für mich leider nicht ganz der "Renner". Insgesamt aber ein durchaus toller Killian.

Sillage: gut Haltbarkeit: 14h+ Projektion: /

Smoke for the Soul (2014)

Smoke for the Soul startet wirklich sehr abschreckend. Der Auftakt duftet wie ein mindestens 5 Tage in einer abgeschlossenen Karaffe abgestandener Pfefferminzteebeutel. Dieses Duftbild hält sich etwa 1h. Nach dieser wirklich abstoßenden Dufterfahrung, mildert sich das Duftbild in einen angenehm frisch und dezent metallisch duftenden Pfefferminztee. Dieser Herzakkord ist wirklich sehr angenehm und vitalisierend. Die verarbeitetenden Komponenten greifen wunderbar ineinander, sodass man das Gefühl hat dass der Duft in sich ruht und dem Träger das Gefühl von Reinheit und Ausgeglichenheit verleiht. An dieses Duftbild schließt sich folglich eine an Wick Vaporup assoziierende Dufttextur an. Hieran sind insbesondere der Eukalyptus und Thymian beteiligt. Ich persönlich finde diese Wandelbarkeit des Duftes durchaus beeindruckend, zumal der Wechsel des Duftbildes sehr fließend verläuft. Der Duftverlauf zeigt für mich verschiedene Formen von Frische. Er markant und anstregend, anschließend in sich ruhend und gelassen und folglich dynamisch und erquickend. Sobald sich jedoch die Basis mit ihrem Eukalyptus-Thymian-Charme gelegt hat, bleibt nur noch ein hauch von Mate-Tee und unterlegter Rauchigkeit übrig. Dieses letzte Duftbild ist sehr hautnah und anschmiegsam und nur als feiner Duftschleier wahrzunehmen. Dieser hält sich allerdings für die letzen 3h recht stabil. SftS ist ein durchaus interessanter und sich entwickelnder dunkler Frischeduft, jedoch mit einem grausamen Auftakt und einen leider blassen Abschluss. Für mein Empfinden sind jedoch die Komponenten nicht perfekt miteinander verwoben und der Duft wirkt teilweise etwas inhomogen und der Rauch weiß nicht recht wohin mit sich. Nicht schlecht aber irgendwie nicht meins. Wenn ich einen Frischeduft riechen möchte welcher mich in seinen Bann zieht und vitalisert greife ich doch immer noch am liebsten zu Vetiver de Sables von Montale. Hinter diesem fällt SftS für mein Empfinden weit zurück.

Sillage: moderat Haltbarkeit: 10h Projektion: ( )

Straight to Heaven (2007)

Anfangs ein wundervoll holzig-aromatischer Duft welcher in der Kopfnote erst an Fig-Tree-Wood von Durance en Provence erinnert. Doch nach einem Assoziationswechsel kommt der wahre Duftchrakter zum Vorschein. Denn anstatt sich an eine Feige erinnert zu fühlen, steht man in einem staubüberfluteten muffigen Steinkeller. Es riecht nach einer alten modrigen Katakombe. Nach dieser assoziativen Eingebung wirkt der Duft weit weniger angenehm und besonders. Weiterhin fehlt dem Duft ein wenig Stabilität, da er sich nach 3-4h doch recht nah an die Haut zurückzieht. Der Duft ist dennoch recht angenehm zu tragen und eher maskulin. Wie immer bei by Killian, ist auch diese Duftkomposition von der Natürlichkeit und Reinheit seiner Duftbestandteile/Zutaten geprägt und verleiht im den nötigen Edel-Hauch. Für den hohen Preis von 180 EUR pro 50 ml könnte man jedoch mehr Duftintensität und Haltbarkeit erwarten. Objektiv betrachtet muss ich dennoch eingestehen, dass StH ein wirklich trockener Duft ist, welcher gewiss nicht aufdringlich wird und eher ein feiner Hintergründiger sein will. Meiner Freude an dem Duft, steht nur leider die Erinnerung an alte Keller im Weg.


Sillage: moderat Haltbarkeit: 9h Projektion: ( )

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