Sculpture Homme Eau de Toilette stand wirklich ewig auf meiner Wunschliste. Heute endlich zugeschlagen, und der Fall hätte tiefer kaum sein können.
Der Opening ist das erste Problem. Orangenblüte, Zitrone, Bergamotte, Koriander, Mandarine – auf dem Papier eine anständige Zitrus-Frische. Auf der Haut riecht es in den ersten Minuten nach WC-Reiniger. Nicht metaphorisch, sondern ziemlich direkt: dieses synthetisch-zitrische Sauber-Aroma, das man aus jedem Badreiniger kennt. Das legt sich zwar, aber der erste Eindruck sitzt.
Im Herzen wird es etwas versöhnlicher – Jasmin, Maiglöckchen, Rosengeranie, Rose ergeben eine blumige Fläche, die zumindest nicht mehr an Hygieneartikel erinnert, aber auch nicht viel Eigenständiges zu bieten hat. Es plätschert vor sich hin.
Der Drydown ist dann die zweite Enttäuschung: Tonkabohne, Benzoe, Amber, Zeder werden zu einer puffig-süßen Masse verarbeitet, die zunächst sogar nach Benzin (aber nicht so schön wie bei
Fahrenheit Eau de Toilette ) und Fäkalien riecht. Dann aber sich beruhigt und später viel zu breit und zu vanillig-warm daherkommt für das, was vorher an Frische versprochen wurde.
Ich bin erst nach einer Weile darauf gekommen woran mich der Drydown erinnert: an den schwulstigen Kopfschmerz-Klopper
Perseus. Wie der riecht hatte ich hier mal aufgeschrieben:
https://www.parfumo.de/Parfums/maison-alhambra/perseus/rezensionen/517399
Es fühlt sich an, als würden zwei verschiedene Düfte aneinandergeklebt – ein Zitrus-Opener, der nichts mit der süßen Amber-Basis zu tun haben will.
Sillage und Haltbarkeit sind okay, aber das rettet hier nichts mehr. Für den Preis (hab 17,99 Euro bezahlt) tut es zumindest als Blindbuy nicht weh.