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fragranceflo

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Rezensionen
1 - 5 von 173
Neroli muss nicht schlimm sein
Neroli und ich – das war bisher alles andere als eine Liebesgeschichte. Fast immer erinnert mich die Note eher an Putzmittel als an Blüten des Bitterorangenbaums. So zum Beispiel bei Reflection Man (was nir besonders weh tut, weil ich Amouage Düfte meistens vergöttere) oder bei Cool Water Eau de Toilette oder natürlich bei Echt Kölnisch Wasser Eau de Cologne.

Bei On the Beach ist das zum Glück komplett anders. Jacques Cavallier-Belletrud schafft es tatsächlich, das tunesische Neroli so einzufangen, dass es nach Sonne und Sommer riecht und nicht nach WC-Reiniger. Keine Ahnung, wie er das macht – aber ich nehme es gerne so hin.

Der Auftakt ist eine kleine Zitrus-Explosion. Die japanische Yuzu kommt hell, spritzig und saftig daher, während sich das Neroli direkt dazugesellt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Und hier ist der Name tatsächlich Programm: Ich habe sofort Strand im Kopf. Nicht Ostsee im Oktober, sondern diesen perfekten Sommertag, an dem einfach alles passt. Wie der Geruch von sonnengebräunter und salziger Haut.

Im Herzen kommen Thymian, Rosmarin und rosa Pfeffer dazu. Die aufgeführte Gewürznelke und Zypresse nehme ich leider nicht wahr. Insgesamt bleibt alles angenehm luftig und transparent. Der Duft wirkt eher wie ein warmer Windzug vom Meer, der kurz an einem vorbeizieht, als wie ein Parfum, das unbedingt auf sich aufmerksam machen möchte.

Und hier liegt für mich auch die größte Schwäche des Duftes: Die Haltbarkeit ist leider ziemlich überschaubar. Nach zwei bis drei Stunden ist von der anfänglichen Frische schon deutlich weniger übrig. Auch die Sillage bleibt von Anfang an eher zurückhaltend. Wer also ordentlich Projektion sucht, wird mit On the Beach wahrscheinlich nicht glücklich.

Trotzdem finde ich ihn für das, was er sein möchte, richtig gut gemacht. Ein unkomplizierter, sonniger Sommerduft für warme Tage und am besten direkt am Meer. Der einzige Haken: Man muss ihn vermutlich öfter nachlegen als den Sonnenschutz.
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Maximale Enttäuschung
Sculpture Homme Eau de Toilette stand wirklich ewig auf meiner Wunschliste. Heute endlich zugeschlagen, und der Fall hätte tiefer kaum sein können.
Der Opening ist das erste Problem. Orangenblüte, Zitrone, Bergamotte, Koriander, Mandarine – auf dem Papier eine anständige Zitrus-Frische. Auf der Haut riecht es in den ersten Minuten nach WC-Reiniger. Nicht metaphorisch, sondern ziemlich direkt: dieses synthetisch-zitrische Sauber-Aroma, das man aus jedem Badreiniger kennt. Das legt sich zwar, aber der erste Eindruck sitzt.

Im Herzen wird es etwas versöhnlicher – Jasmin, Maiglöckchen, Rosengeranie, Rose ergeben eine blumige Fläche, die zumindest nicht mehr an Hygieneartikel erinnert, aber auch nicht viel Eigenständiges zu bieten hat. Es plätschert vor sich hin.

Der Drydown ist dann die zweite Enttäuschung: Tonkabohne, Benzoe, Amber, Zeder werden zu einer puffig-süßen Masse verarbeitet, die zunächst sogar nach Benzin (aber nicht so schön wie bei Fahrenheit Eau de Toilette ) und Fäkalien riecht. Dann aber sich beruhigt und später viel zu breit und zu vanillig-warm daherkommt für das, was vorher an Frische versprochen wurde.

Ich bin erst nach einer Weile darauf gekommen woran mich der Drydown erinnert: an den schwulstigen Kopfschmerz-Klopper Perseus. Wie der riecht hatte ich hier mal aufgeschrieben:

https://www.parfumo.de/Parfums/maison-alhambra/perseus/rezensionen/517399

Es fühlt sich an, als würden zwei verschiedene Düfte aneinandergeklebt – ein Zitrus-Opener, der nichts mit der süßen Amber-Basis zu tun haben will.
Sillage und Haltbarkeit sind okay, aber das rettet hier nichts mehr. Für den Preis (hab 17,99 Euro bezahlt) tut es zumindest als Blindbuy nicht weh.
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Der unangenehme Geruch von Blutrache
Ich hatte mir Jump Up and Kiss Me Hedonistic bestellt und Vendetta Uomo als Probe dazu bekommen.

Und ich kann nur sagen: was für ein Kontrast. Clive Christian hat mir gerade gezeigt, wie man einen süßen Duft perfekt austariert und Eleganz mit ausgewogener Tiefe verbindet. Und dann kommt Valentino und zeigt mir exakt das Gegenteil. Da wird einfach Zucker drauf geknallt, ohne jede Balance, ohne jede Struktur.

Schon beim ersten Sprühstoß kam mir eine furchtbar synthetische, süße Gummibärchen-Wand entgegen, die sofort in der Stirn drückte. Kopfschmerzduft, den man unbedingt sofort abwaschen will.

Angeblich soll da peruanischer Ingwer als CO2-Extrakt in der Kopfnote sein. Davon spüre ich absolut nichts. Keine Frische, keine Schärfe, nichts, was auch nur im Entferntesten nach Ingwer riecht. Stattdessen kommt sofort ein süßer Zuckersirup, der wohl den sogenannten Zimtlikör darstellen soll. Und dabei ist Zimt eine meiner absoluten Lieblingsnoten, nur so eben nicht. Nicht als zuckertränkte Pampe, die jeden Gewürzcharakter erstickt. Das ist ein Zimtlikör, der zu lange in der Sonne stand.

Die Basisnote mit Patchouli nehme ich überhaupt nicht wahr. Entweder sie geht im Zucker unter oder sie war nie wirklich da. Der Duft bleibt von der ersten bis zur letzten Sekunde eine süße, synthetische Einheitsbrei-Masse.
Und dann der Name: Vendetta Uomo. Wenn so maskuline Blutrache riecht, will ich damit nix zu tun haben.

Vendetta steht für mich gerade für einen offenbaren Trend bei Designer-Düften. Uninspirierte Duftpampe überwiegen in diesem Bereich. Ich habe lange nichts gerochen, was mich überzeugt hat. Anders bei Nischenhäusern oder Herstellern aus dem arabischen Raum. Für mich sind Designerdüfte komplett uninteressant geworden (Louis Vuitton mal komplett ausgenommen, die sind aber für mich auch eine ganz eigene Kategorie)
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Cavallier-Belletruds bombastisches Meisterwerk
Junge! Was für ein episches Meisterwerk. Ambre Levant startet leicht oudig und animalisch, aber wer den Auftakt mit Kuhstall vergleicht, kennt Kuhstall nur als Filmen oder Büchern. Die unbestrittene Animalik in Amber Levant ist so puristisch und minimal, dass sie nur einen Wimpernschlag wahrnehmbar ist und ob des zunehmend betörenden Duftverlaufs sofort in den Duftschatten huscht.

Was bleibt ist der Kopf voller
Mandarine, die dann von Zimt und weißer Pfeffer begleitet werden. Aber keine Mandarine wie bei California Dream oder Afternoon Swim, sondern eher so wie bei Elsewhere die Aprikose: als getrocknetes Obst, leicht staubig und harzig. Entsprechend ist der Übergang zur Basis warm und fließend und mündet mit Labdanum und Ambra an in einem harzigen Fundament. Räucherwerk zieht sich wie ein dünner Faden durch die gesamte Entwicklung, nie aufdringlich, aber immer präsent und erinnert damit an die schöne blaue Schwester Nuit de Feu.

Die Handschrift von Parfümeur
Jacques Cavallier-Belletrud ist wieder klar erkennbar. Ambre levant ergänzt die Louis Vuitton Reihe Parfums Orientaux perfekt und bildet aus meiner Sicht dort die Krone der Schöpfung. Wenn Ombre Nomade der krawallige gutaussehende Prolet in der Familie ist und Nuit de Feu die mystische, unnahbare Schwester, dann ist Ambre Levant der kleine intellektuelle und elegante Bruder. Er tritt bedächtig fast introvertiert auf, seine Eleganz ist strahlend und zieht seine Umgebung in seinen Bann.
Ambre Levant ist ein Duft für die Götter. Darunter geht es leider nicht und wird in jedem Fall bald meine Sammlung ergänzen.
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Ein Duft, der viel mehr kann als er kostet
Shiyaaka Sky macht keine halben Sachen. Direkt am Anfang schießen Mandarine und Bergamotte so saftig aus der Flasche, dass man kurz überlegt, ob man sich nicht gleich einen Saft danach pressen sollte.

Dieser zitrische Start gefällt mir richtig gut, er wirkt frisch und lebendig, ohne dabei künstlich oder aufdringlich zu sein. Nach einer Weile gleitet die Fruchtigkeit in eine fast balsamische, grüne Note über.

An dieser Stelle muss ich ehrlich sagen, dass mir das fast besser gefällt als das originale Herbes Troublantes. Das liegt an der sparsam eingesetzten Duftnote Neroli, die für mich häufig schwierig ist und beim OG deutlich stärker hervorsticht (im wahrsten Sinne des Wortes). Dass Sky dabei mit aktuell rund 30 Euro dann rund ein Zehntel des Herbes Troublantes Preises kostet, verstärkt natürlich den Eindruck.

Die Rosengeranie sorgt für einen leicht blumigen, rosenartigen Unterton, der die grüne Seite schön abrundet, ohne sie zu übertünchen. Wer zum Sprüher greift, sollte allerdings vorsichtig sein. Das Ding verteilt Parfüm wie ein Rasensprenger im Hochsommer. Drei bis vier Sprühstöße reichen mir völlig, mehr und der Duft kippt gefühlt Richtung Haushaltsreiniger, und das möchte niemand an sich haben.

Im Drydown fühle ich mich leicht an Louis Vuittons City of Stars erinnert, nur eben ohne den dazugehörigen Kontoauszug.
Für aktuell rund 30 Euro inklusive Versand ist das schlicht ein Nobrainer. Ein Duft, der viel mehr kann als er kostet.
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