Der erste Kaffee, nach dem man müder ist als vorher
"Scalo Porto Cervo Man" von Acqua di Sardegna... das nenne ich mal einen wohlklingenden Namen. Wenn man ihn denn aussprechen kann. Kein leichter Tipp, wenn man gefragt wird, welches Parfum man denn heute trägt...
Hier haben wir den klassischen Fall von: volle Duftpyramide, einfache Plörre. Zumindest auf Blick Numero Uno.
"Cervo Man" ist ein kratzig-grauer Styraxduft. Ein Duftstoff, der nicht leicht zu beschreiben ist, erst recht wenn er wie hier von Vanille und Leder und Wacholder und Patchouli verformt wird. Zu seiner weiblichen Version passt der Duft hervorragend, beide sind balsamisch-pudrig. "Cervo Man" ist ein sehr grauer, farbloser und stumpfer Boss. Ein Mann, der mitten im Leben steht, aber irgendwie alles gesehen hat, für Wenig noch zu begeistern ist. Ein Immergeher und Alleskönner, genauso wie ein Langweiler und Gähner. Durch seinen hohen Anteil an Styrax (zumindest in meiner Nase) wirkt er rauchiger, zäher und träger, als man es von 99% der neuen Herrendüfte kennt. Fast versprüht er etwas Weihrauchiges, den Hauch eines klerikalen Büros. Ziemlich altbacken. Oder gerade deswegen innovativ?
Flakon: könnte glatt Nische sein
Haltbarkeit: nach 6 Stunden Bleistift-Kaffee half kein Pad, kein Spitzer mehr.
Sillage: bürogeeignet
Fazit: ein masuliner Mix aus Bleistift und Anzug, Kaffee und Vanille, Leder und Styrax. Ist langweiliger als er sich liest. Leider.