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Arrogance Uomo (Eau de Toilette) von Arrogance

Arrogance Uomo 1987 Eau de Toilette

Naaase
21.06.2014 - 04:44 Uhr
Top Rezension
8Duft

Der kleine Bruder der Arroganz

Der kleine Bruder der Arroganz

1.
Einen hab' ich noch:

"Als Gott mich schuf wollte er angeben."

Und noch ein paar:

- "Bei jeder Streitfrage gibt es zwei Standpunkte: Meinen und den Falschen."
- "Diese Ausstrahlung, dieses Lächeln, diese Intelligenz, dieses bezaubernde Gesicht, und erst noch die wunderschönen Augen...
Aber, genug von mir, wie geht es Dir ? "
- "Hier kann jeder machen was ich will !"
- "Ich bin nicht perfekt, aber so nahe dran, dass es mir selber Angst macht."
- "Ich brauche die Welt nicht. Die Welt braucht mich !"
-"Ich brauche dringend einen größeren Balkon, damit ich besser zum Volk sprechen kann !"
- "Ich würde meine Fehler ja zugeben, wenn ich welche hätte."
- "Jeder hat das Recht auf meine Meinung !"
-"Mich findest Du im Wörterbuch unter 'perfekt' !"

Bevor Ihr jetzt denkt, Ihr seid aus Versehen auf der Homepage des portugiesischen Fußball-Nationalspielers Christiano Ronaldo gelandet, komme ich ganz schnell wieder auf "Arrogance" zu sprechen. Und insbesondere auf "Arrogance Uomo", den im Jahr 1987 geborenen (kleinen) Bruder des "Arrogance Pour Homme", der im Jahr 1982 das Licht der Welt erblickte.

2.
Dieser Duft beginnt mit einer natürlichen, diesmal aber reifen, Bergamotte, die uns diesmal zwar fruchtig, indes nicht zitrisch-frisch begrüßt. Und vor allem mit Gewürzen: Muskat, Salbei, Beifuß und Lavendel. Nein, unsere Bergamotte spielt hier nicht die Hauptrolle. Sie ist kein Solist, der die Kopfnote -würzig untermalt- bestimmt. Sie ist vielmehr als reife und natürliche Frucht bestenfalls ein "Teamplayer" in einer Mannschaft. Und unsere olfaktorischen "Spice Girls" ? Auch da sticht niemand hervor. Selbst der ansonsten oftmals so mediterran-strahlende Lavendel erhält durch den Muskat einen leicht pfeffrigen Touch. Alles sehr schön ineinander verwoben. Wirkt fast leicht cremig.

In der Herznote klingelt es dann sogleich an der Türe. Es ist unser Freund vom "Fleurop-Lieferservice". Ihr könnt mir glauben: Er ist reich beladen. Die (fruchtig-reife) Bergamotte tritt in den Hintergrund und man reicht uns eine Rose. Eine würzige Rose. Ähnlich wie beim großen Bruder "Arrogance Pour Homme" ist es hier eine langstielige rosa Rose. Fein und natürlich duftend. Jedoch in Begleitung einer Gartennelke, die -im Zusammenspiel mit den nach wie vor (nur nicht mehr so stark) präsenten Gewürzen aus der Kopfnote- unserer "Fleurop-Rose" zwar ihre feminine Strahlkraft etwas nimmt, sie jedoch männlicher erscheinen lässt. Diese männliche Rose wird umhaucht von einer leichten Brise von Maiglöckchen und Jasmin. Nur ganz leicht; es bleibt würzig-männlich.

Und die Basis ? Da kommt dann wieder die "geballte Männlichkeit" durch: Erdiges Eichenmoos und grasiges Vétiver lenken diesen Duft in eine dunklere, in eine geheimnisvollere Richtung. Haben wir zunächst einen Spaziergang über eine herbstlich-würzige Blumenwiese unternommen sind wir nunmehr endgültig in einem dunklen Wald angekommen. Warm und geheimnisvoll umgibt er uns. Es ist nicht der feuchte Wald nach einem heftigen Regenschauer. Nein, rauchiges Zedernholz mit einer Brise geheimnisvollen Patchouli geben dieser Basis einen erdig-tiefgründigen und nach wie vor würzigen Touch. Anders als noch bei "Arrogance Pour Homme" spielt hier das Patchouli bestenfalls eine Nebenrolle, so dass auch diejenigen Duftliebhaber auf ihre Kosten kommen könnten, denen das "Patchouli-Solo" des großen Bruders zu heftig erscheint. Dennoch muss man würzige Düfte mögen. Denn: Hier ist nichts fruchtig-lieblich. Die dichten Baumkronen lassen nur noch vereinzelte Sonnenstrahlen zu der langstieligen rosa Rose aus der Herznote vordringen. Dafür umschmeichelt sie die wohltuende Wärme eines warmen (Amber !) Sommerabends. Die in der Duftpyramide angegebene Kokosnuss vermag ich nur sehr schwer wahrzunehmen. Wenn überhaupt sind es frische Kokosraspel; von etwas Leder umschmeichelt. Mithin keinesfalls eine pappig-süße Praline. Ein Gourmand ist "Arrogance Uomo" beileibe nicht.

Mein Fazit:
Vom Erscheinungsjahr (1987) her ein Duft aus den Achtzigern. Zwar kein hautnaher Leisetreter. Aber beileibe auch kein lärmender Powerhouse-Duft. Eher ein trocken-geheimnisvoller Gewürz-Kandidat. Alles sehr fein und schön aufeinander abgestimmt. Freunde von fruchtigen Düften oder gar Gourmands kommen hier wohl nicht so sehr auf ihre Kosten. "Arrogance Uomo" besticht jedoch vielmehr durch seine männlichen -cremig-verwobenen- Gewürze, die in der Herznote durch eine stolze Rose, in der Basis durch tiefgründig-warme Erd-Aromen bereichert werden. Sehr schön und edel gemacht. Mir persönlich gefällt jedoch sein großer Bruder "Arrogance Pour Homme" in seiner kompromisslos-männlichen Art etwas mehr. Aber, man muss halt Patchouli mögen ...
7 Antworten
TschoepeTschoepe vor 2 Jahren
Pokal! für diesen Kommentar.
DuftJunkieDuftJunkie vor 11 Jahren
Ich hab' auch noch einen:
"ich und perfekt? Niemals. Mit Sowas geb' ich mich erst gar nicht ab!" :-)
Übrigens, aufschlussreicher Kommi. Jeder von uns braucht einen "Großen Bruder" Manchmal zumindest.
YataganYatagan vor 11 Jahren
Ja, der große Bruder ist besser. Aber auch hier ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.
AshtonAshton vor 11 Jahren
Durch meine Italienreisen lernte ich auch diesen Kracher kennen und lieben. Genialer Kommi! LG
MrWhiteMrWhite vor 11 Jahren
Super Einleitung :-)
ABCABC vor 11 Jahren
Den muss ich mit seinem Bruder mal probieren. Schön beschrieben !
SeeroseSeerose vor 11 Jahren
Diese Düfte sagen mir leider gar nichts. Ich denke, dass es für Herrenduftkenner ein hilfreicher Kommentar ist