Ihre ganze Karriere lang hatte sie auf diesen Moment hingearbeitet: Jetzt durfte sie bei einer Pressekonferenz der Queen dabeisein. In der ersten Reihe, für das beliebteste Frauenmagazin des Landes. In 10 Minuten sollte es losgehen. Die Sicherheitskontrolle war bereits überstanden, jetzt eben noch die keramische Abteilung des Buckingham Palace besichtigen und frisch machen. Gottseidank hatte sie auf dem Weg aus dem Haus schnell noch einen kleinen goldenen Tester gefunden, den sie nun aus der Handtasche genommen hatte. 2 Spritzer... und los.
10 Minuten später: die Queen betritt den Raum, rümpft die Nase, fächelt sich Luft zu und geht zu Boden. Soviel zu Interview - aber immerhin konnte sie nun in Seelenruhe Fotos machen. Platz genug dafür hatte sie im Raum. Warum nur traute sich niemand in ihre Nähe?
Dieser Duft ist für mich so zwiespältig wie sein Name:
Ich habe weder zu irgendwelchen Royals noch zu Oud eine eindeutige Meinung. Nomen est Omen: Der Duft hat mich schon bei einem Spritzer fast erschlagen. Er ist raumgreifend, süß und weich. Im ersten Moment: Wow! Was ist das? Danach: Hört das auch irgendwann auf?
Irgendwie mag ich "Oud save the Queen". Es ist sehr individuell und spannend. Der Start mit Bergamotte gefällt mir gut - egal ob der Earl Grey dazwischen ist oder nicht. Auch die Jasmin-Oud-Kombination finde ich gelungen. Aber die Intensität haut nicht nur Lizzy aus den Socken. Und es hält und hält und hält.
Ein Alltagsduft wird das bei mir nicht, sonst brauch ich selbst noch Personenschutz. Aber cool ist er ja schon.