Bottega Veneta pour Homme Essence Aromatique von Bottega Veneta

Bottega Veneta pour Homme Essence Aromatique 2016

Apicius
30.04.2016 - 15:01 Uhr
15
Top Rezension
7.5Duft 4Haltbarkeit 5Sillage 8Flakon

Ein Duft-Zitat

Der Bottega Veneta Herrenduft gehört für mich zu den besten Neuerscheinungen der letzten Jahre im mittelpreisigen Segment. Ganz einem puristischen Stil verpflichtet, ist der eher aromatisch als herb, dabei aber diskret und zurückhaltend. Wie nur wenige verbindet sein Konzept Attraktivität und Anziehungskraft mit Schlichtheit und Tragbarkeit. Wer ein Parfum für jeden Tag sucht, wird hier bestens bedient.

Wenn schon die nachfolgenden Flanker den ersten Duft der Serie kaum übertreffen können, so bleibt immerhin die Frage, ob sie ihm gleich kommen. Der helle Flakon des neuen Essence Aromatique signalisiert, dass es diesmal in eine frischere Richtung gehen könnte.

Der erste Geruchseindruck ist zitrisch-krautig, markant und sehr, sehr vertraut - ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten? Ein paar Regale weiter steht er und bestätigt im Direktvergleich: der Auftakt ist Armanis Eau pour Homme!

Der Armani schlechthin hatte seine große Zeit in den 80ern und 90ern, und selbstverständlich konnte das Remake aus dem Jahr 2013 der nostalgischen Erinnerung nicht gleich kommen. Jenes Eau war ein richtiger Stinker, mit Basilikum und Zitrone, noch ganz typisch für die Zeit der Aromatic Fougères. Doch auch die heute erhältliche Version ist immer noch kräftig, so wie es für ein zeitgemäßes Parfum eben noch geht.

Im Essence Aromatique setzt Amandine Clerc-Marie diesen Akkord freilich ganz anders ein als seinerzeit Roger Pellégrino. Bei ihr ist der Ton drei Stufen leiser. Er stellt sich in der Kopfnote vor, um dann verhaltene Impulse bis in die Basis zu senden. Diese ist pudrig-holzig und meldet sich schnell zu Wort. Ihre zurückhaltende Art ist die thematische Verbindung zu den beiden anderen Düften der Reihe. Dass die Duftentwicklung schon nach zwei Stunden durch ist, hätte man in der Namensgebung berücksichtigen können, etwa durch den Zusatz "Cologne".

Amandine Clerc-Marie hat sich verdient gemacht, indem sie einen klassischen Akkord in einen ganz modernen Rahmen stellt und ihn so vielleicht einem jüngeren Publikum aufs Neue erschließt. Selber habe ich allerdings noch nie das Bedürfnis verspürt, mich mit Basilikum und Zitrone einzureiben. Armanis Eau - in welcher Form auch immer - ist daher nicht Teil meiner Sammlung.
1 Antwort
DOCBEDOCBE vor 9 Jahren
Pyramide & Kommentar machen ausgesprochen neugierig